Nürnberger Burg-Pokal: Gabriella Thess legt vor
Traditionell startet der Nürnberger Burg-Pokal der Springjunioren im Rahmen des großen Tübinger Reitturniers in die Saison. Am Ende sicherte sich Gabriella Thess mit ihrer Katootje Blue R.T. den Sieg und unterstrich damit eindrucksvoll ihre Ambitionen auf eine erneute Finalteilnahme in der Stuttgarter Schleyerhalle.
29 Starterpaare stellten sich der anspruchsvollen Aufgabe einer Stilspringprüfung der Klasse M*. Dabei gab es neben altbekannten Gesichtern auch wieder einige Neulinge zu sehen. Direkt zum Auftakt lieferte Zoe Weingerl mit ihrer Kannuma, die sich zu Beginn noch etwas verhalten zeigte, eine souveräne Nullrunde mit einer Note von 7,5. Im Verlauf der Prüfung zeigte sich, dass insbesondere die Wahl des richtigen Grundtempos häufig zur Herausforderung wurde. Generell verlangte der Parcours den Reitern einiges an Kraft und Konzentration ab: zahlreiche gebogene Linien, dicht aufeinanderfolgende Distanzen sowie zwei Kombinationen ließen kaum Zeit zum Durchatmen. Dennoch meisterte ein Großteil der Junioren diese Aufgaben mit Bravour. So auch Gabriella Thess im Sattel ihrer Katootje Blue R.T.. Die Schülerin von Nickie Leckebusch-Peters hatte als zweite Starterin kein ideales Los gezogen, ließ sich davon allerdings wenig beeindrucken. Mit sehr viel Übersicht und feinem Stil manövrierte die amtierende Württembergische Meisterin der Junioren ihre niederländische Schimmelstute gekonnt durch den Parcours. Die Runde der jungen Dame wurde von der Richtern Peter Bort und und Stefan Tröster verdient mit einer Wertnote von 8,2 belohnt. Gabriella Thess ist in der Geschichte des Nürnberger-Burgpokals keine Unbekannte. Im vergangenen Jahr schaffte sie es bis in die Schleyerhalle und konnte sich dort im Finale in die Platzierung einreihen. Es bleibt spannend, wohin die Reise in dieser Saison führt.
In die Fußstapfen der großen Schwester getreten ist Frieda Grüber. Die Landesmeisterin der Children schlägt sich nun wacker im Feld der Junioren! Mit dem Holsteiner Dexter, den Vroni Grüber vergangenes Jahr im Finale geritten ist, zeigte die Stilistin eine harmonisch angelegte und rhythmische Runde. Das Resultat: eine Wertnote von 8,1 und damit die silberne Schleife.
Mit einer glatten Acht triumphierten zugleich vier junge Talente auf dem Bronzerang. Besonders groß war die Freude bei Magdalena Schley. Mit gerade einmal zwölf Jahren gehört die Kader-Reiterin zu den jüngsten Teilnehmern im Starterfeld. Die Südbadische Vize-Meisterin der Children feierte gestern mit ihrer Franzosen-Stute Fregate de Beletre zudem ihren allerersten M-Sieg. Tübingen scheint ein gutes Pflaster für die beiden zu sein. Ebenfalls eine 8,0 erhielt Lina Hirche mit dem schick aufgemachten Oldenburger-Hengst Colambo. Für die Juniorin vom RFV Weilheim/Teck war es das allererste M-Springen ihrer Laufbahn. Auch Vereinskamerad Paul Schleiffer war mit seiner ungarisch gezogenen Stute Kelpi v. Chacco-Blue auf den Bronzerang gesprungen. Ein wenig geärgert hatte sich Erik Kölz: Auf der Stolzenberger-Tochter Cira, mit der auch Schwester Anna-Lena schon Burgpokal geritten ist, legte er in gewohnter Manier eine stilistisch feinsäuberliche Runde aufs Parkett. Der Kreuzgalopp auf dem Weg zur Kombination kostete dem Duo jedoch ärgerliche Punkte. Ein weiteres neues Gesicht, das man bisher aber eher aus dem Ponysport kennt, war mit Luisa Sophie Roth zu sehen. Das Hasenhof-Talent hatte stark angefangen, auf dem Weg zur Kombination und der darauffolgenden Linie aufs Wasser unterlief die DSP-Stute Carabou ein wenig, woraus letztendlich eine 7,8 resultierte. Dieselbe Wertung erhielt Sophia Duchet auf ihrer Filja und belegte damit ebenfalls Rang sieben. Auf den weiteren Plätzen folgten Mara Götz mit Crazy Maizy, Zoe Weingerl und Kannuma sowie Wolke- Marie Dähmlow im Sattel von Emmilia M.
Für die Junioren aus dem Ländle heißt es nun: kurz durchatmen und Kräfte sammeln, denn bereits in zwei Wochen steht beim Mannheimer Maimarktturnier die nächste von insgesamt sechs Qualifikationen an.
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