Mogheeth Alshehab in Doha unter den Besten
Er hat sich vor ein paar Wochen bewusst entschieden, im Mittleren Osten zu bleiben, trotz der brenzligen Lage – jetzt gehört der bei Herrenberg lebende Syrer Mogheeth Alshehab zu den beständigsten und erfolgreichsten Reitern der Turniere in Doha.
Allerdings sind nur wenige europäische Reiter am Weltcup-Standort geblieben, nachdem der Krieg zwischen Israel und Iran ausgebrochen war – und immer wieder auch Angriffe über Katar und seiner Hauptstadt geflogen wurden. „Ich fühle mich sicher, die Sportanlagen und die Hotels sind nie von Angriffen betroffen“, erklärte der internationale Profi neulich dem Reiterjournal. Mit bedrohlichen Situationen ist er aufgewachsen; 2012 floh er vor Bedrohung und Bürgerkrieg aus seinem Heimatland Syrien, wo er schon als Nachwuchsreiter internationale Erfolge im arabischen Raum hatte.
In Baden-Württemberg heuerte er zunächst als Bereiter an, seine erste Station war der Stall Schlüsselburg in Ilsfeld. Mittlerweile ist er längst selbstständiger Profi im Raum Herrenberg/Nordschwarzwald, Teil der Landesspitze - außerdem Familienvater. Aber im arabischen Raum ist er oft unterwegs, ist dort auch einer der weltweit wichtigsten Handelspartner für Springpferde aus Europa.
In Doha belegte Alshehab jetzt den zweiten Platz in einem hochdotierten Springen über 1.55 Meter hohe Hindernisse, im Sattel des 16-jährigen Württemberger Wallachs Carlotto, den er erst im vergangenen Jahr von Simone Stegmeier aus Erdmannshausen übernommen hat. Vor ihm lag nur noch der Österreicher Gerfried Puck mit dem belgischen Hengst Equitron Naxcel. Im Wettbewerb war ein Preisgeld von über 100 000 Euro ausgeschrieben.
Zuvor hatte Alshehab im Sattel des elfjährigen kräftigen Holsteiners Saphir von Sandro Boy aus der Zucht von Peter Zippelius den vierten Platz in einem 1.50 Meter-Springen belegt – auch hier gab es für alle Platzierten zusammen über 50 000 Euro zu gewinnen.
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