Zucht und Sport unter einem Dach
Die Limburghalle in Weilheim/Teck war an diesem Wochenende Schauplatz einer besonderen Premiere: Dort hatten sich zunächst der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg (PZVBW) zu seiner Delegiertenversammlung und direkt im Anschluss der Württembergische Pferdesportverband (WPSV) zur jährlichen Mitgliederversammlung eingefunden. Verbunden wurden beide Veranstaltungen durch einen Vortrag von Ulrike Mohr zu modernem Reitunterricht als Grundlage für Zucht und Sport in der Zukunft und ein gemeinsames Mittagessen. Beim PZV stand nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden Edwin Schuster die Vorstellung von Johanna Manhart, die als Nachfolgerin von Karl Heinz Vollmer im Kompetenzzentrum Pferd in Marbach in große Fußstapfen tritt. In seinem Jahresbericht blickte Edwin Schuster unter anderem auf erfolgreiche Veranstaltungen zurück und hob dabei besonders das Roßfest in St.Märgen, aber auch das Marbacher Wochenende hervor. Schatzmeisterin Hannah Bott berichtete über den Jahresabschluss, der besonders von der Umstellung auf die neue Software DATEV, sowie den Verkauf der Hofstelle Sinsheim geprägt war. Im Anschluss an den, von Marco Graner vorgetragenen Bericht der Rechnungsprüfer wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Im Haushalt 2026 wird, laut Geschäftsführer und Zuchtleiter Norbert Freistedt die schwarze Null angestrebt und auch dieser wurde einstimmig angenommen. Freistedt ging ebenfalls auf verschiedene, auch die Bürokratie abbauende Satzungsänderungen ein - so wurde beispielsweise der Zuchtausschuss gestrichen. Auf den von Lisa Banzhaf vorgestellten Bericht der Jungzüchter folgte die Zuchtstatistik, in der Norbert Freistedt darstellte, dass die Mitgliederzahl, ebenso wie die Zahl der eingetragenen Stuten, trotz der allgemein schwierigen Situation, recht konstant ist. Rückläufig zeigte sich jedoch die Anzahl der gemeldeten Fohlen, wohingegen die Vermarktung sehr zufriedenstellend verlief.
Die Sitzung des WPSV eröffnete Präsident Frank Reutter und warf nach der Begrüßung und Totenehrung einen Blick in die Zukunft, das Jahr 2026, in dem der Verband seinen 125-jähriges Bestehen begehen wird. Hierfür ist ein Empfang im Rahmen des Landeschampionats geplant. Reutter betonte zudem, dass das gesellschaftliche Interesse am Pferdesport hoch ist, was sich unter anderem durch lange Wartelisten in den Reitschulen zeigt. Die Förderungen durch den WPSV haben vor diesem Hintergrund und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation einen neuen Höhepunkt erreicht. Bei den Mitgliederzahlen muss laut Reutter ein deutlicher Rückgang von 2,12 Prozent verzeichnet werden, was unter anderem auch einer nicht erfolgten Meldung beim WLSB geschuldet sei -geht diese auch nach Verstreichen einer Nachfrist nicht ein, wird der betroffene Verein ausgeschlossen und fehlt damit in der Statistik. Besonders hob Frank Reutter in seinem Bericht die Schulpferdeförderung hervor, aber auch die Lehrgangsförderung, mit einer absoluten Lehrgangsanzahl auf Höchststand. Auch die Zunahme an jugendlichen Teilnehmern sei ein kleiner Lichtblick. Ebenso durch den WPSV gefördert werden Ausbilder und Turniere, wobei Reutter die Kooperation mit den jeweiligen Vereinen lobte. Die Jahresrechnung und Bilanz übernahm Heike Glück - wobei die schwarze Null knapp verpasst wurde. Im Anschluss an den Bericht der Rechnungsprüfer wurden die anwesenden Stimmberechtigten vom Präsidenten des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg Klaus Dieterich um Abstimmung gebeten, in der die einstimmige Entlastung des Vorstands erfolgte. Der, ebenfalls von Heike Glück vorgestellte Haushaltsvoranschlag 2026 zeigte, dass ein Verlust zwar noch kompensiert werden kann, was aber nicht von Dauer sein könne. Als Lösung wurde vom Ausschuss empfohlen, den Mitgliedsbeitrag um einen Euro zu erhöhen, auch um Förderungen, die dem Verband laut Reutter sehr wichtig sind, nicht kürzen zu müssen. Die Erhöhung wurde einstimmig beschlossen. Im Anschluss stellte sich die auf Anette Herbster im Juli folgende neue Geschäfstführerin des WPSV, Angelique Pöttrich vor. Für seinen langjährigen Einsatz für den WPSV wurde Hans-Peter Ruberg von Frank Reutter mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet. (Foto: D.Matthaes)
Ausführliche Berichte zu beiden Veranstaltungen folgen in der nächsten Ausgabe des Reiterjournals.
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