Datenschutzeinstellungen

Ihre Zufriedenheit ist unser Ziel, deshalb verwenden wir Cookies. Mit diesen ermöglichen wir, dass unsere Webseite zuverlässig und sicher läuft, wir die Performance im Blick behalten und Sie besser ansprechen können.

Cookies werden benötigt, damit technisch alles funktioniert und Sie auch externe Inhalte lesen können. Des Weiteren sammeln wir unter anderem Daten über aufgerufene Seiten, getätigte Käufe oder geklickte Buttons, um so unser Angebot an Sie zu verbessern. Mehr über unsere verwendeten Dienste erfahren Sie unter den "Cookie-Einstellungen".

Mit Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich mit der Verwendung dieser Dienste einverstanden. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit mit Wirkung auf die Zukunft widerrufen oder ändern.

von Roland Kern am Montag, 12.01.2026 um 10:34

Paul Hofmann – eine Legende im „Busch“

Paul Hofmann 1981 als Titelheld der "Hippo-Post"  /  © Krämer Pferdesport

Im baden-württembergischen Reitsport wird der Göppinger Vielseitigkeitsreiter Paul Hofmann für immer in den Annalen seinen Platz haben. Er bleibt legendär. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der frühere Championatsreiter und mehrfache Landesmeister im November im Alter von 89 Jahren verstorben.

1978, das war im Pferdesport noch eine andere Zeit. Fliegen mit Pferden? Nach USA? Fast unvorstellbar. Ein bis dahin unbekannter Metallschlosser-Meister aus der schwäbischen Provinz, ein lupenreiner Amateur, unter den besten „Busch-Reitern“ der Welt? Nie im Leben ….

Und doch, Paul Hofmann hat damals das Unglaubliche geschafft. Es war im Jahr 1978, da sattelte er mit bereits 42 Jahren seinen großen Hannoveraner Wallach Gomez und ritt einfach drauflos. Weltmeisterschaften in Lexington/Kentucky,  die ersten außerhalb von Europa. Die Rennbahn und lange Strecken gehörten damals noch zur Königsklasse, die man noch „Military“ nannte. Der gewaltige Dunkelbraune, altes Hannoveraner Blut, und der großgewachsene Handwerksmeister pflügten die Strecken regelrecht mit Kraft, Ausdauer und Präzision.

Mit seiner etwas unprätentiösen schwäbischen Art hatte er sich in Richtung der Spitze der deutschen Vielseitigkeitsreiter gearbeitet, die damals ausschließloch aus norddeutschen Pferdeleuten bestand: Harry Klugmann, Otto Ammermann mit Volturno, Herbert Blöcker, der spätere Bundestrainer. Jeder kennt heute noch diese Namen.  

Man beäugte den mitunter etwas kauzigen Schwaben mit einer Mischung aus Staunen und Bewunderung. Hofmann und sein Gomez waren in diesen Sichtungen des Jahres 1978 so stark, dass man an ihm nicht vorbeikam. In der Mannschaft war kein Platz, aber als Einzelreiter musste man ihn dann schon mitnehmen. Er hatte sich viel vorgenommen, erinnert sich heute seine Witwe Vera Hofmann, die ganz entscheidend zu den Erfolgen beigetragen hat. Sie war es, die vier Wochen zuvor mit Gomez in die Staaten flog, sich in Quarantäne begab, den Wallach in Form hielt (wie sie es eigentlich das ganze Jahr lang tat), ihn auf den Punkt fit hatte. Paul Hofmann, selbstständiger Experte und Hersteller von Blitzableitern, schaffte im Göppinger Betrieb so lang einfach weiter. Bis der Flieger ging. Ein Abenteuer für einen Mann, der sich in seiner Region eigentlich ganz wohl fühlte und nie das Bedürfnis nach Kapriolen hatte.

Paul Hofmann hatte erst im Alter von 27 Jahren mit Reiten angefangen, als er selbstständiger Handwerksmeister war und das Geld dazu hatte. Seine Eltern hatten ihn nie unterstützt. Den Wallach Gomez kaufte er für kleines Geld auf der Auktion in Verden, niemand anderes wollte ihn haben. Selbst damals war er schon ein eher unmoderner Typ. Langsam arbeitete Hofmann sich voran, immer mit der Hilfe seiner Frau Vera, erst im Land. Sieben Mal wurde er Landesmeister zwischen 1976 und 1988, dazu noch zweimal Vizemeister. Roland Janson, Dr. Werner Koch, der unvergessene Fritz Pape waren seine ständigen Begleiter und sportlichen Kontrahenten. Im Land wurde er zur Legende, im März 1981 nahm Krämer-Chef Frank Schmeckenbecher, damals ebenfalls ein Vielseitigkeitsreiter, das Paar auf die Titelseite seines Kataloges „Hippo-Post“.

Im Jahr 1978 wurde Gomez immer besser; Hofmann wagte sich nach Luhmühlen, Wiesbaden, Bielefeld, Warendorf. Bis er das Ticket nach USA hatte. Er war der erste baden-württembergische Reiter auf einem internationalen Championat. Gomez, der bis dahin so unverwüstlich war, vertrat sich im Gelände, konnte den Wettbewerb nicht mehr beenden. Das ändert nichts an der historischen Rolle, die der furchtlose Handwerksmeister aus Göppingen für immer einnehmen wird. Er wird immer ein Vorbild sein, weil er ganz ohne Leumund, Reichtum und Marketing ganz nach oben gekommen ist, sondern nur mit reiterlichem Talent, Beharrlichkeit und dem festen Glauben an sein Pferd.

Roland Kern (Redaktion)

Der Ruhepol der Redaktion, der im Notfall immer noch eine Lösung parat hat. Die Stimme (The Voice) von Reiterjournal-TV, hat selbst Pferde bis zur Klasse S ausgebildet und kennt keinen Feierabend.

Bewerten
  • - nicht gut
  • - sehr gut
Übersicht
×
Reiterjournal Special

Valentinstags-Schnupperabo

Schnupperabo mit 3 Ausgaben – Print oder E-Paper

gleich gehts weiter...

Mein Plus

1) Alle Preise inkl. MwSt.
2) Gültig ab dem Zeitpunkt des Kaufes

* Pflichtfeld

** Abonummer: Hier werden nur gültige Abonummern der Mattheas Medien GmbH & Co.KG oder eine Vereinsnummer, wenn Sie aktives Mitglied in einem Reitsportverein sind, angegeben. Missbrauch hat eine Sperrung des Accounts zur Folge!

Wir verarbeiten Ihre Vertragsdaten (z.B. in Anspruch genommene Leistungen, Namen von Kontaktpersonen, Zahlungsinformationen) um unsere vertraglichen Verpflichtungen und Serviceleistungen gemäß Art. 6 Abs. 1 lit b. DSGVO zu erfüllen. Die in Onlineformularen als verpflichtend gekennzeichneten Angaben sind für den Vertragsschluss erforderlich.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Datenschutz.

Streitbeilegung: Wir sind zur Teilnahme an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle weder bereit noch verpflichtet.

**SEPA-Lastschriftmandat/Bankeinzug: Ich ermächtige die Matthaes Medien GmbH & Co. KG Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die von der Matthaes Medien GmbH & Co. KG auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Die Mandatsreferenz wird separat mitgeteilt.