Oma Helga ist der größte Fan
Sie ist rüstig und stets gut gelaunt, so wie es Menschen eben sind, die sich viel an der frischen Luft aufhalten und täglich ihr Tagwerk verrichten – so wie Helga Grom aus Binzwangen in Oberschwaben, keine Geringere als die Oma von Europameister Richard Vogel. Am Donnerstagabend sitzt die alte Dame unter den Zuschauern der Hanns-Martin-Schleyer-Halle und sieht ihren berühmten Enkel einmal live und in Farbe.
Neben ihr verfolgt Edith Hövelmann, geb. Grom, den Sport in der Arena, auch sie Reiterin wie alle aus der Familie Grom. Das ist der Mädchenname von Richard Vogels Mutter. Ihr Bruder Richard Grom war der Namenspate für den Neffen. Er ist ebenfalls Berufsreiter. „Das war ganz normal“, erinnert sich Oma Helga, „bei uns geben sich die männlichen Familienmitglieder die Namen weiter, es gibt mindestens in jeder zweiten Generation einen Richard und einen Josef“. Auf dem Land ist man eben traditionsbewusst.
Auf Turnieren sieht die die 84-jährige Oberschwäbin ihren Enkel selten – dafür wenn es geht am Fernseher. Den Weg zum EM-Titel in Spanien hat sie verfolgt, wie halb Binzwangen. Deshalb strahlte sie am Donnerstagabend, als sie den Bub in die Arme schließen konnte. „Richie“ Vogel ließ es sich nicht nehmen, Tante und Oma auf die Plätze zu begleiten. Er ist sichtlich stolz auf seine Oma, aus deren Familie das Pferdegen stammt. Noch immer stehen zwei frühere Zuchtstuten im Grom-Stall in Binzwangen. Gerda Grom steht jeden Morgen in aller Herrgottsfrühe auf, um sie zu versorgen. Nur am Freitagmorgen muss sie einmal vertreten werden, dann gönnt sie sich noch einen halben Tag bei Tochter Edith in Stuttgart.
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