Fimpel mit Maxi-Leistung
Maximiliane Fimpel, die amtierende Landesmeisterin der Junioren, war in der süddeutschen Sichtung zum HGW-Bundesnachwuchschampionat jetzt beim „Young-Talents-Turnier“ in München nach zwei Prüfungen die beste Reiterin eines ohnehin starken Feldes. Peter Illert, Sichtungsrichter und Springsportexperte aus Hessen, bescheinigte: „Ganz starke Ritte einer Reiterin, die sich sehr geschickt, fast schon professionell auf unterschiedliche Pferde einstellen kann.“ Als einzige Reiterin der Altersklasse Junioren U18 – obgleich noch nicht einmal ganz 16 Jahre alt – bekam Maxi Fimpel zweimal eine Note besser als neun.
Einmal 9,3 - dann 9,1 jeweils auf der zehnjährigen Schimmelstute Quiwi Carina B. Damit ist sie eigentlich für den weiteren Sichtungsweg in Richtung des HGW-Championats gesetzt, das im März nächsten Jahres in Neumünster ausgetragen wird. Rein formal trifft der Bundestrainer auf einem Auswahllehrgang Anfang Januar in Warendorf die finale Entscheidung. Aber an diesen beständig starken Leistungen dürfte man nicht vorbeikommen.
Damit kann die 15-jährige Schülerin und Berufsreitertochter aus Kisslegg dort anknüpfen, wo sie vor zwei Jahren bei den Children bereits war: Im Bundeskader und international erfolgreich. 2023 ritt sie bekanntlich im deutschen EM-Team. Tatsache ist: Die Junioren in der Republik sind stark, aber so viele „Neuner-Reiter“ gibt es dann auch wieder nicht. Deutlich sichtbar hat die Familie Fimpel in den vergangenen Jahren die Schimmelstute Quiwi Dream ausgebildet und gefördert, zunächst Jochen Fimpel in Jungpferdeprüfungen, später Maxi. Sie gehört der Mäzenin Gabrielle Blum und verfügt über genügend Vermögen für die großen Aufgaben. Mit der Stute Cartagena aus eigener Zucht, hat sie in zweites Pferd, das auch über Zwei-Sterne-Maße springen kann. Sie ist kein typisches Stilpferd, aber eine 8,4 in München war drin. Die Familie lebt und trainiert auf der eigenen Reitanlage in Kisslegg im Allgäu – wo andere Urlaub machen. In die bayerische Landeshauptstadt war es daher auch gar nicht so weit. Übrigens startet Maxi Fimpel jetzt in der Olympia-Halle weiter bis Mittwoch, am Donnerstag schreibt sie in der Schule eine Französisch-Arbeit.
Hinter den beiden nicht weniger routinierten Bayern-Mädels Emma Bachl mit D-Jay Cracker und Jolie Marie Kühner mit Nouri belegte Verena Costa-Karles elegant reitende Schülerin Julie Wilhelm im Sattel ihres achtjährigen Schweizer Wallachs Little Boy und einer 8,4 Rang vier vor Emilia Schlüsselburg mit Wolfgang Zipperles Holsteiner Crocket WZ. Die Tochter des Nationenpreisreiters Sven Schlüsselburg muss sich nach der Children-Zeit im nächsten Jahr bei den Junioren behaupten. Nick Semler, angehender Berufsreiter aus Ilsfeld, mit Dinozzo und Children-Landesmeisterin Frieder Grüber mit Dexter komplettierten das Achter-Team aus dem Ländle. Landestrainer Jürgen Kurz vor Ort konnte sehr zufrieden sein mit seinen Schützlingen.
Luisa Sophie Roth reiterlich überzeugend
Das gilt auch für seinen Kollegen Wolfgang Arnold, der mit einer ganz jungen Truppe Ponyreitern in München angereist war. Grundsätzlich kommen Klasse und Masse beim Ponysport derzeit im ganzen Land – und nicht nur im Süden – nicht an die Children und Junioren heran. Nur zehn Starter traten in München an rund 40 waren es bei den Großpferden. Wie erwartet bescheinigte Peter Illert auch der wiederholten Pony-Masterin und frisch gebackenen Süddeutschen Meisterin Luisa-Sophie Roth vom Hasenhof die größte reiterliche Festigkeit. Die Tochter des Ausbilders Volker Hahn und der bis zur schweren Klasse erfolgreichen Springreiterin Alexandra Roth ist handwerklich-technisch für ihr Alter – sie ist gerade mal 13 Jahre jung – ausgesprochen weit, zeigt ein riesiges Talent und viel Gefühl. „Es ist schade, dass sich ihre Ponys doch immer mal einen Abwurf leisten, mit sicheren Nullrunden wäre sie immer ganz weit vorne“, erklärt der Richter. Mit Black Jack und einer 8,1 belegte Lea Sophie Roth hinter dem starken Bayern Benedict Raab auf Dimerdor Merveillles Rang zwei vor der gerade mal 13-jährigen Valentina Walliser mit ihrem zehnjährigen Pony Discusses Trust; sie war die positive Überraschung des Turniers. Mit 8,4 wäre die Tochter des FEI-Tierarztes Dr. Ulrich Walliser und der Amateur-Springreiterin Sylvia Walliser sogar noch weiter vorne gewesen, aber ein Abwurf schmälerte die Note auf 7,9. Peter Illert sieht hier gute Perspektiven: „Das ist ein Pony mit einem großen Galopp und viel Vermögen, wie es die Kinder brauchen, wenn sie weit nach oben kommen wollen“, beschreibt er. Auch Wolfgang Arnold freute sich über das starke Abschneiden des Nesthäkchens. Sie sei im Parcours noch „manchmal ein bisschen schüchtern“, reite aber sehr überlegt und mit großer Übersicht.
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