Clueso wie ein Gummiball zum Sieg
Tina Deuerer hat schon so viele goldene Schleifen gesammelt, dass sie ein großes Zimmer damit tapezieren kann. Aber der Sieg im Großen Preis von Eppelheim am Sonntag war ein besonderer. Seit ein paar Jahren startet die amtierende nordbadische und baden-württembergische Landesmeisterin nun wieder für Eppelheim – und siegte am Sonntag im S-Springen mit Stechen als strahlende und vielumjubelte Lokalmatadorin. Dabei lieferte sich die 40-jährige Amazone, die gerade mit frischen Platzierungen vom Mannheimer Maimarkt ausgestattet war, ausgerechnet mit ihrem Vereinskameraden Günter Treiber einen Zweikampf. Der Nordbaden-Regionaltrainer reitet auf seinem Heimatturnier immer mit viel Ehrgeiz; auch er kam formstark zu Hause an: Vor zwei Wochen erst siegte er im Zwei-Sterne-Springen von Stutensee-Spöck. Eppelheim vor Eppelheim, das war also so richtig nach dem Geschmack der Besucher, die gestern, als die Sonne herauskam, in Scharen zur Reitanlage hinter der Rhein-Neckar-Halle kamen – und damit den Veranstalter im 90. Jahr der Vereinsgeschichte für einen verregneten Samstagabend bei Weltuntergangsstimmung entschädigten.
Zwölf Reiter hatten das Stechen erreicht. Mikka Roth, erst 15-jähriger Nachwuchsspringreiter aus Zeiskam in der Pfalz, im letzten Jahr EM-Teilnehmer der „Children“, belegte im Sattel von Atthina Rang vier. Spannend wurde es noch einmal als Anne Götter, junge Berufsreiterin aus Eppingen und Mitglied im Landeskader der Jungen Reiter, es noch einmal wissen wollte. Ihre Württemberger Stute Cheyenne macht riesengroße Galoppsprünge. In der Zeit kam sie fast an das Siegerpaar heran, nur wenige Zehntel hätten gefehlt, aber eine Stange fiel zu Boden. Am Vortag hatten sich bei heftigem Regen (aber dennoch sportlich regulären Bedingungen dank eines besten präparierten Geläufs) nur neun Starter am ersten Eppelheimer S-Springen beteiligt. Dabei siegte aus Graben überraschend Christian Geißert im Sattel des achtjährigen Holsteiners Quintop.
In der St. Georg-S-Dressur am Sonntagmittag war Uta Gräf aus Alzey in der Pfalz wieder einmal die erfolgreichste Reiterin. Sie siegte im Sattel des zehnjährigen Wallachs Designer vor Nordbaden-Meisterin Simone Kinzinger, der Chefreitlehrerin des Hammberger Hofs in Sinsheim, die den Bayern-Hengst Dubai Diamond gesattelt hatte. In der Wasserschlacht am Samstag blieb der große Wallach Hennessy unter seiner Reiterin Kerstin Fuchs „pfützenfest“ und ließ sich nicht beeindrucken – fast in der Manier eines Seepferdchens. Seelenruhig und konzentriert ritt die Bankerin und ausgebildete Wertungsrichterin aus Horrenberg-Balzfeld ihren selbst ausgebildeten Hannoveraner zum Sieg. Im St. Georg am Sonntag wurde sie noch einmal Fünfte (rok/Foto: Denise Zoller/horse-emotions.de).
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