Bundeschampionat: Ein unkomplizierter Bewegungskünstler überzeugt bei den vierjährigen Hengsten
Am Samstagabend wurde es auf den Al Shira’aa Bundeschampionaten gleich in doppelter Hinsicht spannend. Das Finale der vierjährigen Hengste wurde mit Spannung erwartet und vor vollen Zuschauerrängen sowie mitfieberndem Publikum wurde der neue Bundeschampion „gesucht“. Mit dabei auch zwei Paare aus Bayern.
Reiten ohne Schwitzen
Der vierjährige Hengst Datejust (v. Dream Boy-Fürstenball, Z. Pferdezucht Steidl, B. Hildegard Magdalena Riedmaier) hatte bereits in der Finalqualifikation mit drei äußerst qualitätvollen Grundgangarten sowie besonders mit allerhöchster Rittigkeit bei toller Losgelassenheit überzeugt. Die Atmosphäre im Finale hatte es nun in sich. Doch für den DSP-Württemberger war das kein Problem. „Ich hatte glaube ich noch nie ein Pferd, der gefühlt alles von Natur aus kann. Von Natur aus einfach perfekt, ein vom Charakter her einfaches Pferd. Erst dachte ich, dass er vielleicht einen Ticken zu langweilig ist, aber nein, ganz im Gegenteil. Er lässt sich auch sehr gut motivieren“, erläuterte Uwe Schwanz. Im Finale wurden sowohl der Trab als auch der Schritt mit einer 8,0 belohnt. „Der Trab zeigte sich mit viel Fleiß sowie guter Mechanik und Schulterfreiheit. Der Schritt präsentierte sich jederzeit taktsicher“, erläuterten die Richter. Eines der Highlights bildete der kraftvoll ins Bergauf gesprungene Galopp (8,5). Das absolute Highlight bildete aber erneut die Rittigkeit (9,0). Der Hengst zeigte sich schon sehr ausbalanciert und guter Selbsthaltung und auch die Richter bestätigten: „Die Fremdreiterin bescheinigte ebenso ein sehr angenehmes und gutes Gefühl“. Hinzu kam eine 8,0 für das Exterieur, was eine Endnote von 8,3 ergab. Damit reihten sich die beiden auf einem tollen vierten Platz ein. Uwe Schwanz hat Datejust von den DSP-Hengsttagen in München-Riem. „Bei der Vorauswahl fanden wir ihn schon sehr auffällig. Tolles Hinterbein, immer sofort perfekten Schrittablauf, immer top geregelt – wir waren begeistert“, erläuterte Uwe Schwanz und fügte hinzu: „Auch unter dem Sattel ist er einfach perfekt. Ein sehr spannendes Pferd, der sicherlich alles lernen wird. Man probiert etwas Neues und er macht es einfach. Schöner und bequemer kann reiten meiner Meinung nach nicht sein. Es ist fast schon Reiten ohne Schwitzen“. Auch im Umgang sei der Hengst total unkompliziert. Einzig eine Eigenart hat er. Er ist ein Frauenpferd. „Bei Frauen ist er sehr viel schneller zutraulicher und schmust auch gerne. Bei Männern ist er erst einmal etwas skeptisch“, beschreibt Jessica Neuhauser, die Lebensgefährtin von Uwe Schwanz. Man darf auf die Zukunft von Datejust gespannt sein.
Aufregung im Publikum
"Sie können gern buh rufen, damit müssen wir leben!", so Peter Olsson, der kommentierende Richter im Klassement der vierjährigen Hengste nachdem auf der Tribüne nach der Notenverkündung für den neuen Bundeschampion Esquire (v. Escolar-Fürst Heinrich, Z.: Maria Burczyk, Lienen) von Eva Möller ein Sturm der Entrüstung losgebrochen war. Auch im Finale zeigte sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Esquire und Benjamin Franklin (v. Bon Vivaldi NRW-Royal Blend, Z. Wilhelm Kamps) vorgestellt von Janina Tietze. Man wollte wahrlich nicht in der Rolle der Richter stecken und schlussendlich setzte sich der ungemein praktisch konstruierte Esquire mit einer 9,3 gegen den Celler Landbeschäler Benjamin Franklin (9,2) durch. Platz drei (8,6) ging an den schwarzen Hannoveraner Louis Löwenherz von Bellin (v. Lord Europe-Don Index, Z. Dr. Kerstin Klieber, Meinersen-Päse) mit Leonie Richter.
Ein Power-Kraftpaket
Dass die Atmosphäre für die vierjährigen Hengste nicht einfach war, kann man nicht oft genug erwähnen. So ist es auch völlig verständlich, wenn ein noch so junges und unerfahrenes Pferd mit dieser Atmosphäre nicht ganz so gut umgehen kann. Das war bei Tesino RS OLD (v. Total Hope-Morricone I, Z. Gestüt Lewitz) der Fall. Eine groß umjubelte Nullrunde auf dem naheliegenden Springplatz sorgte bei diesem ebenso sympathischen Hengst für Aufregung. Auch im weiteren Verlauf der Prüfung fand Tesino RS OLD nicht mehr zur gewünschten Losgelassenheit, was vor allem die Note für Schritt und Rittigkeit drückte. „Wir haben ihn behutsam ausgebildet und Zeit gegeben. Er hat sich toll entwickelt. Ehrgeizig, immer motiviert, sehr elastisch und tolles Hinterbein – er ist ein echter Power-Kraftpaket“, beschreibt Johanna Wadenspanner den Hengst. Schon der Einzug ins Finale der in diesem Jahr bestens besetzten vierjährigen Hengste ist ein großer Erfolg!
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