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Donnerstag, 02.05.2019 um 21:42

Beide Weltmeisterinnen satteln auf dem Maimarkt

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Isabell Werth wird 50 dieses Jahr. Aber die beste Dressurreiterin der Welt und aller Zeiten hat die Energie eines Kraftwerks. Die braucht sie auch. Beim Mannheimer Maimarkt dieses Jahr (vom Freitag, 3. Mai, bis einschließlich Maimarkt-Dienstag, 7. Mai) gerät die Weltranglisten-Erste und frischgebackene Weltcup-Siegerin unter Stress. Drei Pferde reitet sie selbst, eine ganze Handvoll von Schülern hören auf ihr Kommando, darunter Österreichs Nummer eins, Vicky Max-Theurer und Lisa Müller, die Frau des Bayern-Stürmers Thomas Müller. Aber das passt schon so, sagt Isabell Werth, denn sie weiß, dass der Maimarkt, das Reitturnier und das MVV-Stadion ein besonderes Pflaster sind: dort stimmt alles. „Hier gibt es von den Bedingungen her alles was ein Spitzenturnier braucht. Gute Plätze, top Boden, und Peter Hofmann hat dafür gesorgt, dass sich die Bedingungen stets verbessert haben. Und dann ist es für uns immer eine tolle Gelegenheit, in einem großen Stadion zu reiten“, sagt zum Beispiel Dressurreiter-Bundestrainerin Monica Theodorescu.

Fast schon symbolisch ist es, dass Isabell Werth am frühen Freitagmorgen die erste Starterin des Turniers ist: um Punkt 8 Uhr reitet sie auf dem neunjährigen Brandenburger DSP Quantaz aus dem Stall ihrer Schülerin Vicky Max-Theurer in den Grand Prix, gefolgt von ihrer Olympia-Mannschaftskameradin Dorothee Schneider mit Fohlenhofs Rock’n Rose. Aus baden-württembergischer Sicht ist der Zeittakt 8.32 Uhr wichtig: Da startet Katrin Burger mit Sempre-Si; sie ist die einzige Reiterin aus dem Land, die sich in die Große Tour des Maimarkts gewagt hat.

Es ist grundsätzlich das kompletteste Maimarkt-Reitturnier der vergangenen 20 Jahre: Mannheims Reiterpräsident Peter Hofmann hat die „Hütte voll“, wie man so sagt. Die wichtigsten Dressur- und Springprüfungen sind international erstklassig besetzt. Hofmann ist besonders stolz darauf, die beiden aktuellen Weltmeisterinnen am Start zu haben: Isabell Werth ist in der Dressur ohnehin ein Stammgast in Mannheim, sie trifft unter anderem auf ihre Teamkollegin Dorothee Schneider, die gerade im österreichischen Ebreichsdorf ihr Olympiapferd Showtime nach einer Verletzung wieder in den Sport gebracht hat. Die Dressur-Kür am Sonntagmorgen (5. Mai) findet wieder vor großer Kulisse im Stadion statt. 

Im Parcours ist die Besetzung dieses Jahr nicht minder prominent: Simone Blum, die Sensations-Weltmeisterin von 2018, wird nach zwei Jahren wieder im Mannheimer Parcours starten. 2017 gelang ihr dort der internationale Durchbruch. Auch der Schwarzwälder „Busch-Champion“ Michael Jung wird im Parcours satteln, mittlerweile gehört er auch im Springsattel zur deutschen Spitze und kommt durchaus für einen Teamplatz in Frage, ebenso wie Hans-Dieter Dreher aus Südbaden,  der aktuelle baden-württembergische  Aufsteiger Sven Schlüsselburg aus Ilsfeld, Marcel Marschall sowie erstmals der vom Stall Beerbaum zurückgekehrte Richard Vogel als Mannheimer Lokalmatador. Dazu Tina Deuerer und Mannheims Badenia-Sieger Armin Schäfer

„Der Maimarkt ist in der Tat für mich eine gute Gelegenheit, die besten Paare zu beobachten und anfangs der Saison einzuschätzen“, erklärte Springreiter-Bundestrainer Otto Becker am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Mannheim. Er weiß: „Immerhin ist Mannheim ein Championatsplatz. Insbesondere am Dienstag in der Badenia steht ja immer ein besonderer Parcours mit außergwöhnlichen Hindernissen. Das ist schon ein Test! Wenn ein Pferd das meistert, ist es ein Zeichen, dass es belastbar ist – auch im Hinblick auf einen möglichen Einsatz in einem Championat oder bei einem Nationenpreis.“ 

Der Maimarkt beherbergt dieses Jahr außerdem den Piaff-Förderpreis (mit den beiden Baden-Württembergerinnen Ann-Kathrin Lindner und Anna Fuchs) und am selben Wochenende den U25-Springpokal (mit einer ganzen Reihe von Talenten aus dem Land) , also die beiden wichtigsten Nachwuchsreiterserien der Republik, Prüfungen der Young Riders Academy,  den Nürnberger-Burg-Pokal der jungen Dressurpferde (ebenfalls mit starker Beteiligung aus dem Ländle) sowie internationale Amateur-Prüfungen in Dressur- und Springen. Das Programm mündet wie immer dienstags in der traditionsreichen „Badenia“. Insgesamt sind Reiter aus fast 30 Nationen am Start (rok/Foto: Frieler).

 

 

 

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