Fall von Ansteckender Blutarmut aufgetreten
Bei einem, mittlerweile euthansierten, Pferd aus dem Landkreis Tübingen wurde bei einem Klinikaufenthalt eine Erkrankung mit der Ansteckenden Blutarmut (EIA) nachgewiesen. Laut Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, handelt es sich dabei um eine systemische Viruserkrankung, die Pferde, Ponys, Esel, Maultiere und Zebras betrifft. Eine Gefährdung des Menschen durch EIA liegt nicht vor. Bei der Übertragung der EIA spielen große blutsaugende Insekten wie Pferdebremsen und Wadenstecher eine Rolle, die allerdings nicht lange infektiös bleiben, weshalb der Ausbreitungsradius sehr gering ist. Durch direkten Kontakt von Pferden (Blut, kleine Verletzungen) sowie iatrogen (durch Behandlung verursacht, insbesondere durch Nutzung einer Kanüle/Spritze für mehrere Tiere) kann die Krankheit ebenfalls übertragen werden. Akut erkrankte Pferde können Fieber, Apathie sowie Punktblutungen vor allem auf der Zungenunterseite, auf Schleimhäuten und Lidbindehäuten zeigen. Infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger und stellen potentielle Infektionsquellen dar.
Hauptverbreitungsgebiete der, für Einhufer unheilbaren, Infektionskrankheit sind Nord- und Südamerika, Afrika, Asien, Australien sowie Süd- und Osteuropa. Bei den in Deutschland herrschenden klimatischen Verhältnissen wird keine seuchenhafte Ausbreitung des Erregers beobachtet; es treten vereinzelt Fälle auf. Zuletzt gab es 2017 einen größeren Ausbruch im Polosport, im Mai 2020 wurde ein, in Spanien geborenes, Freizeitpferd positiv getestet. Im Jahr 2024 und nun 2025 wurde EIA bei einem aus Bulgarien stammenden Importpferd festgestellt. Die Klinik in die das erkrankte Pferd verbracht wurde, hat umgehend entsprechende Maßnahmen, u.a. keine weitere Aufnahme stationärer Patienten, durchgeführt." Bei EIA handelt es sich um eine anzeigepflichtige Erkrankung, die sehr vereinzelt auch in Deutschland auftritt. Pferde die positiv gestetest werden, müssen, zur Sicherheit der Pferdepopulation hier im Land getötet werden. Im aktuellen Fall sind wir nun in dem Stadium Kontaktpferde zu suchen und zu testen. Das vorgegebene Prozedere ist es, zwei Proben innerhalb von drei Monaten zu nehmen. Mit einem größeren Ausbruchsgeschehen ist allerdings absolut nicht zu rechnen", so Dr. Susanne Müller vom Pferdegesundheitsdienst Baden-Württemberg, die vor diesem Hintergrund zudem darauf hinweist, wie wichtig es sei, die gesetzlichen Vorgaben beim Import von Pferden einzuhalten um die Einschleppung von Erkrankungen zu vermeiden.
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