Eine Frage der Ehre
Nach den hocherfolgreichen Südbadischen Meisterschaften sowie den Landesmeisterschaften in Ichenheim melden sich Südbadens Präsidentin Iris Keller und Sonja Weinmann zu Wort. Gedanken, die nicht nur auf diese beiden Veranstaltungen bezogen werden sollen, sondern vielmehr als kleiner Appell gelten sollen.
"Ob es eine ländlich, eine nationale oder gar internationale Pferdesportveranstaltung oder ob es Prüfungen im Dressur-, Spring-, Voltigier- oder Fahrsport sind, ist ganz egal. Alle haben eines gemeinsam: Es bedarf bei der Durchführung in ganz vielen Bereichen zahlreiche ehrenamtlich tätige Menschen, damit die Veranstaltung reibungslos über die sprichwörtliche Bühne gehen kann.
Und dabei geht es nicht nur um die Menschen die den Springparcours rechtzeitig vor Beginn der ausgeschriebenen Wettbewerbe umbauen, den Boden des Dressurvierecks zwischen den Prüfungen wiederaufbereiteten oder um die Helfer die den An- und Abreiseverkehr auf dem Parkplatz regeln. Nein, es geht auch um jene Helfer, die im Verpflegungsbereich tätig sind, die den Nachschub an Speisen und Getränken organisieren. Und es geht auch um jene Menschen, die ganz einfach dann an Ort und Stelle sind, wo menschliche Unterstützung benötigt wird.
Deshalb ist es auch gut, wenn in stressigen Situationen, also wenn es mal nicht rund läuft, die Menschen „vor der Theke“ einfach auch einmal „ein Auge zudrücken“, nicht gleich „rummaulen“ sondern Verständnis für die Helfer „hinter der Theke“ aufbringen. Zumal viele von ihnen bereits seit Wochen vor der Veranstaltung bei den vorbereitenden Arbeiten stark „eingespannt“ waren. Es ist doch überaus positiv, wenn der ausrichtende Verein in aller Regel mit einem großen Aufwand versucht den Turnierbesuchern und auch allen Teilnehmern ein reichhaltiges kulinarisches Angebot an Essen und Getränken zu unterbreiten. Hieraus resultieren Einnahmen die im Verein zur Unterhaltung der Anlage, zur Jugendförderung und zu vielem anderen mehr dringend benötigt werden. Es ist deshalb auch alles andere als motivierend, wenn Teilnehmer das selbst mitgebrachte Essen und Getränke weitab vom Geschehen am Pferdeanhänger verkonsumieren.
Dies ist genauso unverständlich, wie Flaschen, Tassen oder Essbesteck achtlos weggeworfen werden. Zumal die so „entsorgten“ Sachen zu schweren Verletzungen bei Pferd und Mensch führen können. Viel besser wäre es diese Dinge zurückzubringen, zumal die Sachen in der Turnierküche gebraucht werden.
Ungläubiges Kopfschütteln löst auch der auf der gesamten Anlage verteilte und zurückgelassene Müll aus. Denn solcher muss nach der Veranstaltung mühselig zusammen gesucht, sortiert und entsorgt werden. Spätestens jetzt ist bei vielen ehrenamtlich tätigen die Motivation dahin. Zumal heutzutage auf jeder Veranstaltung Umweltschutz groß geschrieben wird und deshalb auch überall genügend Möglichkeiten zur Müllentsorgung vorhanden sind und auch bestehen.
Auch wenn die Toilettenbenutzung für den einen oder anderen ein absolutes Tabuthema darstellt, so ist dies auf einem Turnier ein ebenfalls nicht weniger wichtiges Thema. Es ist klar, dass jeder irgendwann einmal die Toilette benutzt, oder besser gesagt benutzen muss. Aber muss ich nach dem Gebrauch ein Ferkel sein? Ganz sicher nicht. Denn Klobürsten darf man verwenden und der Spülknopf lässt sich auch ohne großen Aufwand drücken.
Was den pferdesportlichen Bereich betrifft, so weiß heutzutage doch ein jeder, dass die Pflege der Anlage mit großem Aufwand und Arbeit verbunden ist. Zuhause will doch auch niemand in „der Sch…e“ herumreiten. Und da Helfer an allen anderen Ecken gebraucht werden, sollte selbst „abäpfeln“ eine Selbstverständlichkeit sein. Zumal heutzutage jeder Turnierteilnehmer einen Pfleger mit dabei hat, der so ganz nebenbei die Pferdeäpfel wegräumen könnte. Das hat auch etwas mit Anstand und Horsemanship zu tun.
Jede Pferdesportveranstaltung, ob groß oder klein, ob ländlich oder international strukturiert lebt von seinen vielen, freiwilligen Helfern. Denn sie und nur sie sorgen dafür, dass die Veranstaltung im sportlichen Bereich für Teilnehmer und Teilnehmerinnen optimal verläuft, dass sie ordentlich verpflegt werden, ihre Siegerehrung genießen können, und, und, und
Aber all diese Helfer sind keine Profis. Es sind Menschen, die den ausrichtenden Verein aus welchem Grund auch immer unentgeltlich unterstützen. Vielfach sind es gar Personen, die mit Pferdesport überhaupt nichts am sprichwörtlichen Hut haben. Denn oftmals sind es Freunde oder Familienangehörige von Vereinsmitgliedern. Und sie alle sollen doch Zuhause erzählen können was für ein „nettes Völkchen“ Pferdesportler sind. Deshalb gilt von dieser Stelle aus allen Helferinnen und Helfern auf allen Pferdesportveranstaltungen ein ganz riesiges Dankeschön für die großartige Unterstützung.
Lasst uns also weiterhin gemeinsam (Helfer und Teilnehmer) tolle Turniere machen."
Text: Iris Keller und Sonja Weinmann
Ähnliche Meldungen
Warte mal kurz...
Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.