Zugeständnis an Ahlmann und Deußer?
Im Präsidium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und dem Olympischen Komitee für Reiterei (DOKR) gibt es Überlegungen, die umstrittene Athletenvereinbarung abzuschwächen und damit den Top-Reitern Christian Ahlmann und Daniel Deußer eine Rückkehr ins deutsche Championatsteam zu erleichtern. „Wenn wir an der Situation etwas ändern wollen, dann müssen sich beide Seiten bewegen, also auch das DOKR“, erklärte jetzt der Mannheimer Reiterpräsident Peter Hofmann im Gespräch mit dem Reiterjournal am Rande eines Lehrgangs mit Spring-Disziplintrainer Heiner Engemann.
Hofmann ist in Personalunion Vorsitzender des DOKR-Springausschusses und im Präsidium der FN für den Spitzensport zuständig. Ahlmann und Deußer gehören im Moment nicht dem deutschen Championatskader an, weil sie sich weigern eine vom DOKR vorgelegte Athletenvereinbarung zu unterschreiben. Darin geht es unter anderem um unangekündigte Trainingsbesuche. Beide Reiter haben in der Vergangenheit mit dem Verband Rechtsdifferenzen ausgefochten.
Auf die Frage, ob die Athletenvereinbarung, die Ahlmann und Deusser nicht unterschreiben wollen, erst geändert werden muss, antwortete der gelernte Jurist Hofmann: „Nach meinem Verständnis ja. Natürlich fordern der Deutsche Olympische Sportbund und das Innenministerium eine Vereinbarung, aber die Sportverbände können das in engen Grenzen individuell gestalten. Da sollten wir uns noch einmal hinsetzen.“ Er gestand weiter zu: „Wie Christian Ahlmann damals von seinem eigenen Verband abgestraft worden ist, das war nicht in Ordnung. Das wurde nun auch mehrfach besprochen.“
Disziplintrainer Heiner Engemann ergänzte: „Ich bin zuversichtlich, dass es schon bald eine Einigung zwischen den beiden Reitern und dem DOKR gibt. Wir führen gute Gespräche im Moment.“ Er, Engemann, habe durchaus Verständnis mit den Reitern. Sein Gefühl: „Sowohl Daniel als auch Christian haben noch Lust, für Deutschland Nationenpreise und Championate zu reiten. Wenn sie die Nation hätten wechseln wollen, hätten sie das längst gekonnt. Das ist für beide leicht möglich. Ich glaube, wir haben sie noch im Boot.“
rok/Foto: Bernhard Kreutzer
Komplettes Interview im Reiterjournal, Ausgabe 4, Ende März
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