Kronberg: Moritz Treffinger ist Vize-Europameister
Das waren „harte“ 24 Stunden für den gebürtigen Baden-Württemberger Moritz Treffinger. Doch am Ende sollte er bei den Europameisterschaften der U25-Reiter in der ersten Einzelentscheidung mit Silber belohnt werden.
Nach Mannschaftsgold musste Moritz Treffinger schon früh in der Einzelwertung am Freitagvormittag an den Start. Im Sattel seines Hengstes Cadeau Noir gelang ihm aber direkt eine gewaltige Ansage, gar ein neues Personal Best. Dabei ist besonders die Galopptour hervorzuheben, die der Bereiter des Gestüts Bonhomme total fokussiert auf den Punkt präsentierte. Dabei sind besonders die schnurgeraden und toll ins Bergauf gesprungenen Serienwechsel sowie die kleinsten Galopppirouetten hervorzuheben. Aber auch im Trab punkteten die beiden in den Trabtraversalen und den Passagen. Die Piaffen gelangen zwar diagonal und aktiv abfußend, jedoch zeigten sich diese im Hinterbein leicht breit werdend. Am Ende standen 73,02 Prozent auf der Anzeigetafel, wobei man sowohl vor Moritz Treffinger als auch dem jetzt 15-jährigen Hengst den Hut ziehen konnte, beide hatten einmal mehr konstant, routiniert und total fokussiert abgeliefert. Sollte dieses Ergebnis für Gold reichen? Dass es für eine Medaille reichen sollte, war ziemlich schnell klar.
Am Samstagvormittag folgte dann Anna Schölermann. Die Bereiterin von Hubertus Schmidt trumpfte mit Springborgs Guardian wahrlich auf. Lockere Trabtraversalen, aktiv abfußende Piaffen und Passagen, gute Galopppirouetten und sichere Serienwechsel führten zu einem Personal Best von 74,7 Prozent. Das bedeutete schlussendlich Gold vor ihrem Teamkollegen Moritz Treffinger. „Vor meinem Start heute habe ich so ungefähr die 24 schlimmsten Stunden meines Lebens gehabt“, erklärt die 23-Jährige schmunzelnd. Rund 24 Stunden waren es vom Beginn der Prüfung bis zu ihrer Startzeit. „Ich glaube, ich habe meine Nerven ganz gut im Griff behalten, aber es war anstrengend.“ Bereits in der Mannschaftswertung hatte Anna Schölermann das beste Ergebnis geliefert, wodurch sie in eine kleine Favoritenrolle gerutscht war. Sie habe gewusst, sie müsse noch mal, wie in der Mannschaftsaufgabe, eine richtige Toprunde abliefern und dann habe sie die Chance, vorne hinzukommen. „Das war schon ein anderer Druck.“ Sie sei überhaupt nicht mit der Idee nach Kronberg gefahren, in die Nähe der Einzelmedaillen zu kommen. „Ich bin unglaublich stolz auf Guardians Entwicklung hier in dieser Woche. In Warendorf im Trainingslager ging er wirklich nicht gut, das war nicht ‚seine Location‘. Aber hier wurde er jeden Tag besser, es ist sein erstes Championat und wir sind insgesamt schon zehn Tage unterwegs, aber er wird besser und besser. Das ist für mich der Wahnsinn!“. Bronze sicherte sich die Dänin Sara Aagaard Hyrm mit Atterupgaards Cooper (73 Prozent). Die U25-Europameisterin von 2023, Felicitas Hendricks mit Drombusch OLD landeten auf dem undankbaren vierten Platz (72,5 Prozent). Sie sollte man aber in der finalen Kür auf der Rechnung haben. Die beiden sind echte Kür-Spezialisten! Für Anna Schölermann und Springborgs Guardian steht hier eine Premiere an. „Ich werde zum ersten Mal die ehemalige Grönemeyer-Kür von Hubertus (Schmidt) und Wansuela Suerte reiten. Das passt!“
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