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von Roland Kern am Sonntag, 04.05.2025 um 17:33

Deutschland siegt in Mannheim

© honorarfreie Nutzung des Bildes
Sophie Hinners mit Iron Dames Combella  /  © Stefan Lafrentz

Beim vierten Anlauf hat es geklappt: Die deutsche Equipe hat den EEF-Nationenpreis von Mannheim gewonnen, diesmal vor der Schweiz mit dem Baden-Württemberger Adrian Schmid in den Reihen, und Frankreich. Sophie Hinners entschied auf der schnellen argentinischen Stute Iron Dames Combella im Stechen den Cup für ihr Team, das außerdem aus Olympiasieger Christian Kukuk, Gerrit Nieberg und der Bayerin Jörne Sprehe bestand. Es war auch der erste Nationenpreissieg für den neuen Co-Bundestrainer Ralf Runge als Equipechef.

Die letzten Minuten vor dem entscheidenden Stechen gerieten zu einem taktischen Verwirrspiel. Nach dem dritten fehlerfreien Ritt im zweiten Umlauf hätte Sophie Hinners eigentlich gar nicht mehr antreten müssen – tat es aber trotzdem, wohl aus Lust und Laune. „Ich habe die Gelegenheit genutzt, meine Stute über zwei Umläufe auszuprobieren“, erklärte sie später. Das Pferd ist für ganz große Aufgaben vorgesehen.

Dann hieß es zunächst, Jörne Sprehe sollte mit dem Hengst Toys im Stechen reiten. Wenige Minuten vor der Startglocke wurde dann doch Sophie Hinners eingetauscht. Welche Gespräche zu dieser Entscheidung geführt hatten, wusste man zunächst nicht. Ralf Runge erklärte später: „Wir haben gesehen, dass es im Stechen eher lange Wege zu reiten gibt, das passte besser zu Combella.“ Der Erfolg gab ihnen Recht.

Jörne Sprehe mit Toys  /  © Stefan Lafrentz
Christian Kukuk mit Chageroge  /  © Lafrentz

Als ihre Stute mitten in der pfeilschnellen Runde die Stange eines Oxers traf, konnten die Schweizer eine Chance wittern. Barbara Schnieper, die mit der Stute Canice für die Eidgenossen einritt, legte ihren Ritt auf Sicherheit aus. Als dennoch ein Fehler passierte, war klar: Deutschland siegt zum ersten Mal, seit es den EEF-Nationenpreis in Mannheim gibt. "Ein Wunsch geht in Erfüllung", freute sich Mannheims Reiterpräsident Peter Hofmann.

Eine halbe Stunde vor dem Beginn des Nationenpreises haderte Parcourschefin Christa Jung mit dem Reglement. „Es ist eigentlich zu leicht“, fand sie, „aber ich darf ja nicht höher bauen als 1.45 Meter“. Grund war eine Ungenauigkeit in der Ausschreibung, die das Höhenlimit im ersten Umlauf setzte. An anderen Standorten lagen EEF-Nationenpreise schon auf 1.50 Meter. „Das gibt zu viele Nuller“, fürchtete auch Bundestrainer Otto Becker, „die Bedingungen hier sind top, die Reiter auch“.

Aber die Parcourschefin aus Bad Friedrichshall, die in Mannheim schon Europameisterschaften und einen Fünf-Sterne-Nationenpreis aufgebaut hat, zog alle Register, um den Parcours technisch anspruchsvoll zu gestalten. Zum Beispiel eine Triplebarre fünf Galoppsprünge vor der Dreifachen Kombination, danach einen Oxer in unauffällig blauen Europafarben aus einer Linkswendung – auf die Zuschauer zu. Das irritierte doch ein paar Pferde. Auch Jörne Sprehes Hannoveraner Hengst Toys. Der Vererber vom Gestüt ihres Onkels Albert Sprehe wirkte schon anfangs des Parcours angespannt. Nach dem fehlerfreien Überwinden der Dreifachen Kombination applaudierten die Besucher an der langen Seite des Messegeländes. Toys ließ sich kurz irritieren, verkrampfte sich und kickte eine Europastange in den Sand.

Das versetzte das deutsche Team durchaus in Spannung, denn nun mussten alle weiteren Teamreiter fehlerfrei bleiben, um die Siegchancen zu wahren. Olympiasieger Christian Kukuk hatte auf dem Fuchshengst Chageorge mit einer Nullrunde souverän vorgelegt. Gerrit Nieberg musste nach Jörne Sprehes Fehler in die Bahn, steuerte seinen zehnjährigen belgischen Emerald-Sohn Ping Pong van de Lentamel aber lässig ohne Abwurf ins Ziel. Der auffällige Schecke war ein Farbtupfer im Springen. Dann Sophie Hinners auf der schnellen argentinischen Stute Iron Dames Combella. Sie legten eine Kurs hin, der aussah wie ein Stilspringen – schöner Reiten. So konnte Jörne Sprehe das Streichergebnis liefern, ohne dass es dem Teamergebnis geschadet hat.

So hatte es Christa Jung trotz der anfänglichen Zweifel geschafft, das internationale Feld zu sortieren. Nach dem ersten Umlauf lagen drei Nationen mit blankem Konto vorne: Deutschland, Schweden und die Schweiz. Der in Baden-Württemberg lebende Adrian Schmid musste mit seinem Holsteiner Schimmel Chicarito gar nicht mehr in die Bahn. Die Niederländer, die den Mannheimer Nationenpreis schon zweimal gewonnen haben, lagen mit vier Punkten auf Rang vier. Also nichts mit dem „Triple“.

Christian Kukuk agierte im zweiten Umlauf, der dann um fünf Zentimeter erhöht werden durfte, wieder souverän und legte eine weitere Nullrunde vor. Diesmal blieb auch Jörne Sprehe aus dem bayerischen Frankenland mit ihrem Hengst fehlerfrei – auch wenn sie im Sattel viel Arbeit hatte. Aber das war die halbe Miete. Auch Gerrit Niebergs Schecke sprang nochmal gewaltig und vorsichtig. Da war klar, Deutschland wird mit weißer Weste ins Stechen einziehen. Sophie Hinners ließ es sich dann aber nicht nehmen, auch den zweiten Umlauf in Angriff zu nehmen. Es war der Weg zum Sieg im Nationenpreis von Mannheim.

Gerrit Nieberg mit Ping Pong  /  © Stefan Lafrentz

Roland Kern (Redaktion)

Der Ruhepol der Redaktion, der im Notfall immer noch eine Lösung parat hat. Die Stimme (The Voice) von Reiterjournal-TV, hat selbst Pferde bis zur Klasse S ausgebildet und kennt keinen Feierabend.

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