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Sonntag, 16.09.2018 um 17:11

Tina Deuerer in der Heimat

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Sie hat schon so viel gewonnen, Siege gesammelt fast auf der ganzen Welt. Nordbadische Meisterin war Tina Deuerer schon lange nicht mehr. Der Terminplan ließ es selten zu, sich in der alten Heimat blicken zu lassen. Jetzt trat die amtierende Landesmeisterin, die in Gondelsheim bei Bruchsal trainiert, mal wieder bei den Nordbadischen Meisterschaften in Walldorf-Winterheck an. Sie ist wahrscheinlich das Beste, was Nordbaden im Springsattel herausgebracht hat. Und sie kam, sah und siegte: Überlegen im Sattel ihres Wallachs Smint, der nur 1.62 groß ist, aber ein gewaltiger Kämpfer ist. Sie verwies Maren Wittenborn aus Kraichtal mit der der Cento-Tochter Venezuela und die stark nach oben strebende Anna-Elisa Schäfer mit Midnight Blue auf die Plätze. So hoch war das Niveau auf Nordbadischen Meisterschaften schon lange nicht mehr.

Stark besetzt war die Wertung der U25-Reiter, die zeigte, wie gut Nordbadens Talente trainiert und gefördert werden: Lisa-Marie Winkenbach, Schülerin von Anica Fröhling und Altmeister Claus Homeyer-Fröhling im Mannheimer Reiterverein, fing den Schriesheimer Julian Holzmann mit einem Sieg in der zweiten Wertung ab. Die 20-jährige Amazone, die im Sommer eine Trainingszeit bei Top-Profi Klaus Reinacher in Niedersachsen verbracht hat, hat schon Erfolge in S-Springen vorzuweisen. Trost für Holzmann: Am Vortag bekam der Schüler von Landestrainer Jürgen Kurz in der Qualifikation zum Nürnberger-Burg-Pokal der Junioren die beste Stilnote des Tages, eine 8,5. Damit zieht er sicher ins Finale dieser Serie ein, das im November in der Stuttgarter Schleyer-Halle stattfindet. Mit seiner Stute Gladdys zählt er dort zu den Favoriten. Bei den Titelkämpfen in Walldorf trat er als Junger Reiter eigentlich eine Klasse höher an und wurde Dritter hinter der erfahrenen Berwangerin Mona Bucher mit Quaterback und der siegreichen Mannheimerin.

Es war knapp in dieser Altersklasse, in der die Geschwister Selina und Theresae Volckmann aus der Neckarauer Reiter-Dynastie Scheidel die etwas undankbaren Plätze vier und fünf belegten – und S-Sieger wie die junge Berufsreiterin Anne Götter auf Cassita und Mary-Ann Fuchs mit Quintex im Mittelfeld blieben; das zeigt nur das hohe Niveau dieser Altersklasse.

Auch in der U18-Wertung blieb es spannend bis zur letzten Wertung, die Nina Schneider aus dem Pfinztal gewinnen konnte. Der Sieg im Sattel ihres Cirius reichte der jungen Dame aber nicht, weil Fabian Gieser aus Reilingen mit seinem Casius die Nerven behielt und die Goldmedaille mit einem zweiten Platz nach Hause in seinen Reiterhof am Stadtrand von Hockenheim mitnahm. Elena-Malin Reitzner, Schülerin von Günter Treiber, sicherte sich als eine der jüngsten Starterinnen im Feld auf Quockaine des Hayettes die Silbermedaille.  

Im Zuge des demografischen Wandels hat der Nordbaden-Verband vor einigen Jahren eine Wertung U40 eingeführt, die im Volksmund der Reiter auch „Betreutes Reiten“ genannt wird. Aber die sportlichen Leistungen sind durchaus noch beachtlich: Carina Mühling aus Eppingen holte sich mit ihrer Rappstute Sunny die Goldmedaille vor Bernhard Wilhelm mit Castella und Kirsten Kudlek vom Stall Wolf in Eppelheim.

Die offen ausgetragenen Meisterschaften waren in ein Turnier mit zwei S-Springen eingebunden. Das erste hatte sich die Junge Reiterin Hanna Schleef aus Biblis gesichert, eine der besten jungen Amazonen  Hessens, auf ihrer Stute Lilly du Rouet, mit dem zweiten hatte Tina Deuerer einen Knopf an ihre Meisterschaft genäht. Das Foto zeigt die frisch gebackene Meisterin auf ihrer Schweizer Schimmelstute Barcelona vom Aarhof (Foto: Pfeiffer).

Der Turnierveranstalter in Walldorf-Winterheck, die Familie Weißbrod, verdiente sich mit der erneuten Ausrichtung der Meisterschaften nach 2016 wieder viel Lob für beste Bedingungen und eine familiäre Atmosphäre. Die nordbadischen Dressurreiter ermitteln in zwei Wochen in Pforzheim ihre Meister (rok).

 

 

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