Zum Tod von Karl Kraft
Es war ein erfülltes und langes Leben: Karl Kraft, Pferdezüchter, Landwirt und Mentor der Firma Kraft-Führanlagen in Frankenhardt, ist Anfang der Woche im Alter von 87 Jahren gestorben. Er war ein schwäbischer Schaffer, der Spuren hinterlassen hat.
Es kann kein Zufall sein: Wenige Tage vor dem Tod seines Vaters bekam sein Sohn Uwe, Chef der Kraft-Führanlagen, das offizielle Schreiben, dass sein Unternehmen nun auch offiziell der Weltmarktführer der Branche ist. Das war auch nochmal eine symbolische Würdigung für den alten Herrn, ohne den es das Unternehmen nicht geben würde.
Es war nämlich im Jahr 1996, da tüftelte Uwe Kraft auf dem elterlichen Bauernhof so lange, bis er die erste Führanlage entwickelt hatte. Der damals junge Schwabe ist mit den Pferden aufgewachsen, die sein Vater gezüchtet hatte. Diese Pferde mussten bewegt werden, auch wenn die Familie wenig Zeit hatte, denn die Landwirtschaft brauchte jede helfende Hand. Karl Kraft gab dem Sohnemann wichtige Tipps, denn er war zwar Bauer im Hohenlohischen, wie sein Vater schon Bauer war und dessen Vater auch, aber auch ein Handwerker und Techniker, der alles selbst bauen und reparieren konnte. Das gab er seinen Kindern mit auf den Weg.
Ohne Kraft-Pferde gäbe es keine selbst gebaute Führanlage, ohne diese sicherlich nicht das Unternehmen, das heute auf der ganzen Welt Führanlagen baut. Mittlerweile sind Karl Krafts Enkel im Unternehmen – alle sind Pferdeleute wie der Papa und der Opa.
Schon in den 80er Jahren hatte Karl Kraft begonnen, Pferde zu züchten. Württemberger, aber mit modernen Blutlinien anderer Zuchtgebiete. Für Dressur und Springen. Die Pferde teilten sich den Hof anfangs mit Kühen und Schweinen; die Pferdezucht wurde zu einem Standbein des Betriebs. Denn die Kraft-Pferde waren Sportler, erzielten gute Preise bei Auktionen. Ihre Qualität sprach sich bei Turnierreitern herum. Über 30 erfolgreiche Sportpferde hat Karl Kraft gezüchtet. Besonders stolz war er auf seinen Wallach Pamino, Großpferd, Rasse unbekannt, Jahrgang 1983, der 1990 an den Stall Jung in Horb am Neckar ging und dort zum ersten Lehrpferd für den späteren Olympiasieger Michael Jung wurde.
Karl Kraft konnte sein Leben lange an der Seite seiner genauso patenten Frau Hilde genießen. Er war mobil bis wenige Monate vor seinem Tod, in den zurückliegenden Jahren weilte er immer wieder bei seinem Sohn Frank und dessen Familie in den USA; das Reisen machte ihm noch Spaß. In der großen Familie konnte er seinen Lebensabend so verbringen, wie er sich das selbst gewünscht hat. Zuhause bei den Pferden, mit viel Kraft um sich herum.
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