Bisingen-Hohenzollern: Tim Hoster auf dem Weg nach Stuttgart
Die Stimmung im „Bisinger Hexenkessel“ – sie ist wahrlich unvergleichbar! Aufgeheizt, heiter und ja, durchaus auch ein wenig feuchtfröhlich. So brodelte es wieder gewaltig am gestrigen Abend, als traditionsgemäß die letzte entscheidende Qualifikation des BW-Bank-Cups vor dem großen Finale bei den Stuttgart German Masters ausgetragen wurde! Dabei ging es besonders auf den hinteren Plätzen um jeden einzelnen Punkt. Vor vollbesetzten Rängen hatte Parcourschefin Christa Jung dem 36-köpfigen Starterfeld einiges abgefordert – lediglich fünf Reitern gelang der Einzug ins Stechen des Zwei-Sterne-Springens. Allen voran Lea-Sophia Gut, die im Umlauf den Knoten platzen ließ und mit der Holsteiner-Stute Canturia die erste fehlerfreie Runde ablieferte. Im Stechparcours bewies die mehrfache Landesmeisterin wieder einmal mehr ihr Talent für flottes Reiten, denn die 21-Jährige kann ihre Erfolgspartnerin auf dem Teller wenden. In glatten 38 Sekunden durchquerte das Duo die Ziellinie und hatte die Messlatte nun recht hochgelegt! Das war schon ziemlich Gut. Doch als Tim Hoster im Sattel des elfjährigen Casalorado ebenfalls keinen Meter verschenkte und sich die große Galoppade des Casalito-Sohns zu nutzen machte, wurde klar: Es sollte noch schneller gehen! Die letzte Distanz zog Hoster einfach durch und flog mit einem Galoppsprung weniger ins Ziel – die Uhr stoppte bei sage und schreibe 34,46 Sekunden, wobei der gebürtige Rheinländer fast vier Sekunden schneller war. Die Freude darüber war groß und so flog die „Hoster-Faust“ triumphierend in die Höhe, begleitend vom tosenden Applaus des Bisinger Publikums.
Mit Andy Witzemann und seinem Ausnahmepferd Cassadero versprach es nochmals spannend zu werden, denn wenn’s drauf ankommt, dann ist er da und schon so oft machte der ehrgeizige Wallach scheinbar unmögliches möglich. Bevor die Glocke läutete, ließ der Braune bereits einige Freudenhüpfer von sich, beim Anreiten des ersten Sprungs war der Hannoveraner von Christdorn dann aber voll und ganz bei der Sache. Nach einem ärgerlichen Patzer am Wassergraben war die Chance auf den Sieg allerdings dahin. Ganz stark unterwegs war auch Sven Speidel mit seinem Kämpferherz Dawson. Der kompakte Fuchswallach sprang federleicht über die Sprünge, berührte kein einziges Mal die Stange. Zwar hatte die Zeit nicht ganz nach vorne gereicht, Speidel strahlte jedoch übers ganze Gesicht und deutete mit dem Finger auf seinen treuen Erfolgspartner, der sich nur allzu gerne feiern ließ. Den Abschluss bildete Alexander Schill, der seinen häuserspringenden Schimmel Exclusive im Gepäck hatte. Nach einem ärgerlichen Abwurf am zweiten Hindernis, sah der Stilist keine Chance mehr auf eine vordere Platzierung und verzichtete auf die Beendigung des Parcours. Damit war Tim Hoster der Sieg und das Finalticket für Stuttgart gewiss, gefolgt von Lea Sophia Gut auf Rang zwei, die ebenfalls zu den German Masters reisen darf. Mit einem starken dritten Platz konnte sich auch Sven Speidel noch ein Ticket für die Schleyer-Halle sichern. Ebenfalls dabei ist der Viertplatzierte, Andy Witzemann sowie Alexander Schill auf Rang fünf. Pech im Umlauf hatte Franziska Ritter, die nach einer starken, fehlerfreien Runde einen ärgerlichen Zeitstrafpunkt einbüßen musste. Nichtsdestotrotz triumphierte die Rechtsanwältin mit ihrer Chilli Chianti an sechster Stelle vor Jan Müller und Ciricu mit der schnellsten Vier-Fehler-Runde. Auch Mario Walter, der als Punktbester in die Landeshauptstadt reisen wird, reihte sich im Sattel des DSP-Wallachs Pumbaa in die Platzierung ein, gefolgt von Elena-Malin Reitzner und Cascadello’s Boy. Zu den weiteren Platzierten zählen Timo Beck, Sebastian Heller und Alia Knack. Damit stehen die vorläufigen Finalisten des BW Bank-Hallenchampionats 2024 fest. Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht.
(Angaben ohne Gewähr. Eine offizielle Bestätigung durch den Pferdesportverband Baden-Württemberg steht noch aus.)
Mit Blick in die Zukunft
Apropos Stuttgart, ebenfalls eine "Tradition" in Bisingen-Hohenzollern, ist das Aktiven-Treffen der Springreiter. Der Landestrainer der Springreiter, Jürgen Kurz, lud die Seniorenkaderreiter*innen sowie interessierte Aktive zu einem gemeinsamen Austausch mit dem Disziplinausschuss nach Bisingen-Hohenzollern ein, wo sich aktiv über die Saison und das nahe Ziel, die Stuttgart German Masters, ausgetauscht wurde.
Und wie heißt es so schön? Nach den Qualifikationen ist vor den Qualifikationen, weshalb in diesem Zug erneut über potentielle Austragungsorte der Qualifikationen für das BW-Bank Hallenchampionat diskutiert und abgestimmt wurde. Nach der Bekanntgabe der Familie Brünz, dass das beliebte Springturnier in Waldachtal 2025 nicht mehr stattfinden wird, braucht es für nächstes Jahr mindesten einen neuen Austragungsort. Favoriten der Reiter seien demnach Villingendorf, Ichenheim aber auch Immenhöfe. Die Entscheidung über die Standorte fällt allerdings bei der BW-Bank selbst, weshalb noch keine endgültige Aussage für die kommende Saison getroffen werden kann.
In Stuttgarts internationaler Tour wollen dieses Jahr Tim Hoster, Armin Schäfer jun. und auch Michael Jung an den Start gehen.
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