Walldorf: Der schwere Weg zum Titel
Auf dem Weg zur Nordbadischen Meisterschaft der Springreiter in Walldorf-Winterheck hatte Parcourschefin Christa Jung den Akteuren eine denkbar schwere Aufgabe gestellt. So wurden mit der zweiten Wertung, dem Großen Preis am Sonntag, die Karten komplett neu gemischt. Julian Holzmann holte seinen ersten Titel in der Reiterklasse. Im vergangenen Jahr war er noch Landesmeister der Jungen Reiter. Im Parcours konnte er sich sogar einen Abwurf leisten, bewies im Sattel seines Cortez Nerven wie Drahtseile und holte sich den Titel vor Elena-Malin Reitzner mit Irish Coffee und ihrem Trainer Benjamin Wulschner mit Crescendo. Wie man hört, strebt der 22-jährige Schriesheimer nun doch eine Profikarriere an, wenn er in wenigen Wochen sein BWL-Studium mit einem Bachelor abgeschlossen hat.
Pech hatte Lokalmatador Maximilian Weißbrod, der nach dem ersten Tag in der Meisterschaftswertung in Führung lag. Bei einem Nullfehler-Ritt im abschließenden S-Springen hätte er seinen Titel vom Vorjahr verteidigt. Dann traf sein großer Barnaby gleich an drei Sprüngen die Stange. Das Favorit musste aufgeben.
Für eine Sensation sorgte der Grabener Amateur und Züchter Sebastian Kammerer im Sattel seines achtjährigen Chaccuso aus eigener Zucht. Zuletzt war er in Ichenheim Fünfter der baden-württembergischen Amateurmeisterschaft – zuvor nur regional bekannt. Im Normalparcours blieb er als erster ohne Abwurf und freute sich riesig. Nur Jan Müller und sein routinierter Schimmel Ciricu blieben ebenfalls ohne Abwurf. Im Stechen blieb der Ilsfelder reichlich schneller, siegte wie im ersten S-Springen am Vortag. Aber Kammerer war an diesem Tag der Sieger der Herzen. Und der zweite Platz war der größte Erfolg seiner bisherigen Laufbahn.
Allerdings er ärgerte sich trotzdem (ein kleines bisschen), weil er das erste Walldorfer S-Springen gar nicht geritten war – somit auch nicht in der Meisterschaftswertung geführt wurde. Er hatte die Meisterschaften gar nicht im Plan. Auch das kurios. „Mein Pferd war verletzt, ich wollte keine zwei S-Springen an einem Wochenende reiten“, erklärte der Pferdemann, von Beruf Mechaniker.
Ähnliche Meldungen
Warte mal kurz...
Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.