Schäfer siegt immer weiter
Er reitet eine grandiose Saison: Armin Schäfer hat sich am Sonntagmittag den nächsten Klassiker reingezogen: Den Großen Preis von Killingen, dem Solar-Turnier der Familie Walter. Im Sattel des bildhübschen 13-jährigen Rappwallachs Donald holte er sich als letzter Starter in der Siegerrunde die Goldene Schleife zurück. Das Zwei-Sterne-Springen war mit 10 000 Euro dotiert. Die Runde sah aber keine Sekunde gehetzt oder unvorsichtig aus. Eine großartige Reiterleistung führte zum Sieg und zum E-Auto (für ein Jahr) im technisch anspruchsvollen Springen.
Zuvor hatte sich der Mannheimer im Sattel des schnellen Fuchses Kjandor van Overis Z schon einmal an die Spitze gesetzt. Als einziger Reiter hatte er zwei Pferde für das Finale qualifiziert. Zwar ritt Benjamin Wulschner auf dem wieselflinken, fast rehhaften Prieuré in der Siegerrunde nochmal zwei Sekunden schneller, aber am vorletzten Hindernis fiel eine Stange- sie wurden Siebte. Eine Bilderbuchrunde legte Julius Ehinger auf seiner Württemberger Stute Flying Princess hin; die beiden bilden ein sehr harmonisches Paar. Knapp geschlagen wurden sie Zweite im Großen Preis von Killingen zwischen Schäfers Pferden.
Auch in der Siegerrunde: Niels Carstensen aus Riedheim auf der erst achtjährigen thüringischen Stute Galantine due Moulin. Niels Carstensen, vor einigen Jahren Nachwuchsstar der baden-württembergischen Reiterszene, Landesmeister und Nürnberg-Sieger, ist nach einer Ausbildung zum IT-Techniker jetzt als Amateur in den Sport zurückgekehrt, um seinen Vater Uwe Carstensen zu unterstützen, der nach einer schweren Operation erst langsam wieder Fuß fasst. Das Vater-Sohn-Duo auf dem Turnier zu beobachten, ist ein herzergreifendes Erlebnis.
Alleine der Große Preis am Sonntagmittag auf dem kompakten Platz in Killingen war schon ein Leckerbissen aus der besonderen Feder von Christa Jung. Die „Horse Classics“ bei der Familie Walter am Wochenende wurden wieder zu einem Turnier mit besonderer Atmosphäre und der Handschrift von echten Pferdeleuten.
Im abschließenden Zwei-Sterne-Springen über 1.45 -Meter hohe Hindernisse hatte die internationale Parcourschefin eine besondere Dreifache Kombination gebaut mit schmalen Holsteiner Wegesprüngen. Aber die Pferde sprangen sehr aufmerksam. Und dann die Punktlandung: Acht „Nuller“ für die Siegerrunde.
Inmitten der Pferderegion Ostalb war das Solar-Turnier jederzeit bestens besucht. Volles Haus am Samstagabend, als das Barrierespringen ein Teil eines unterhaltsamen Showprogramm war. Dabei schafften vier Paare den letzten Sprung in der Reihe über 1.80 Meter. Zweimal Benjamin Wulschner (mit Cabalou und Crescendo) sowie der oberschwäbische Spezialist Rolf Hartmann auf dem 17-jährigen Chaccino und Alina Hertwig auf Decimo v.d. Lange Vos. Nach dem dritten Stechen einigten sich die Reiter auf einen gemeinsamen Sieg. „Das war ein schönes Bild“, freute sich Dieter Melwitz, der zur Jury gehörte, „eine Werbung für den Sport“.
In diesem Zusammenhang: Benjamin Wulschner, der seit Juli offiziell und vollständig in Walldorf im Stall Reitzner stationiert ist, erweist sich hierzulande nicht nur als starker Reiter (was man wusste) und engagierter Trainer (was man erwarten konnte), sondern auch als fairer und kollegialer Profi und Pferdemann (was einige überrascht, aber so ist!).
Für Hausherr und Juniorchef Mario Walter war sein Hausturnier auch sportlich ein Erfolg. Nach dem Zwei-Sterne-Sieg am Freitag, sicherte er sich im Sattel des achtjährigen Mufasa das Youngster-Finale vor Christopher Frazer auf Cidre und dem in den Sport zurückgekehrten Niels Carstensen. Lea-Sophie Gut siegte mit Valentina im Amazonenspringen. Hinter der Bayerin Lisa Zoller vom Reiterhof Zoltingen mit Formidable und Hermine, platzierte sich die Children-Reiter Maxime Füß auf Rang vier.
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