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von Roland Kern am Freitag, 19.07.2024 um 17:57

Scheßl und Kemmerer auf Meisterkurs

Ann-Cathrin Rieg auf U25-Meisterkurs  /  © D. Matthaes

Neue Gesichter im Dressurviereck, ein klammheimlicher Abschied und ein kurioser Verlauf in den Wertungen haben den ersten Tag der baden-württembergischen Landesmeisterschaften der Dressurreiter in Meißenheim geprägt. Denn die beiden U25-Reiterinnen Ann-Cathrin Rieg aus Göppingen auf ihrem Pony Steendieks Derrick und Titelverteidigerin Anna Casper mit Barcardi vom Birkhof in Donzdorf führten nach der ersten Wertung die Intermediaire II an, in der auch die Ü25-Reiter gewertet wurden. Sie dürften sich im Grand Prix am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

Das führt dazu, dass die aktuell führenden Paare der Reiterwertung in der Qualifikation nur Dritte und Vierte waren. Die Jungen waren besser. In der Meisterschaft der eigentlichen „Königsklasse“ führt jetzt Timo Kemmerer aus dem badischen Waghäusel das Feld an, der im Sattel seines beweglichen Dantes Zazou aus eigener Zucht 70,28 Prozent der Punkte bekam. Ein Fehler in den Einerwechseln schmälerte das Ergebnis.

Während die aus Bayern stammende Anna-Magdalena Scheßl auf Rang vier den Meisterschaftskurs bei den Frauen eingeschlagen hat. Die 26-jährige Biochemikerin ist ein Neuzugang in Baden-Württemberg. In Heidelberg arbeitet die junge Wissenschaftlerin an ihrer Promotion und trainiert bei Pieter van der Raadt auf dem Martinushof in Zeutern. Als U25-Reiterin gehörte sie zur deutschen Spitze, trainiert wurde sie da von Uwe Schwanz. Ihre zwölfjährige bewegliche Stute Dubary ist in Baden-Württemberg von Beate Pfitzer aus Ellwangen gezüchtet.

Auf weiteren Medaillenrängen würden – Stand Freitagabend – die beiden Berufsreiterinnen Meike Lang aus Welzheim auf ihrem riesigen Württemberger Wallach FBW Ferrabeau und Julia Kühn aus Heidelberg auf Fürstano liegen.

Am Rande des Sports wurde bekannt, dass Jasmin Schaudt aus Albstadt, die Meisterin der Jahre 2021 und 2022 ihr langjähriges Erfolgspferd Fano in den Ruhestand geschickt hat. „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“, erklärte die Frau des zweifachen Olympiasiegers Martin Schaudt. Der Entschluss fiel nach einem 75-Prozent-Sieg in Winterlingen vor wenigen Wochen. „So ein Pferd bekomme ich nie mehr“, zeigte sich Jasmin Schaudt in Meißenheim emotional hin und  hergerissen. Der 14-jährige Westfale hat in seiner Laufbahn fast 40 Drei-Sterne-Prüfungen gewonnen und war unter anderem international in der Stuttgarter Schleyer-Halle platziert.

Piaffe wie aus dem Lehrbuch: Timo Kemmerer mit Dantes Zazou  /  © D. Matthaes
Anna Magdalena Scheßl mit Dubary  /  © D. Matthaes

Roland Kern (Redaktion)

Der Ruhepol der Redaktion, der im Notfall immer noch eine Lösung parat hat. Die Stimme (The Voice) von Reiterjournal-TV, hat selbst Pferde bis zur Klasse S ausgebildet und kennt keinen Feierabend.

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