CHIO Aachen: Michael Jung zieht Chipmunk vor Gelände zurück, Sieg im SAP-Cup für Julia Krajewski
Da flossen Freudentränen bei Julia Krajewski, als feststand, dass sie mit dem Holsteiner Nickel den SAP-Cup beim CHIO Aachen gewonnen hat. Zuletzt war ihr dies 2018 mit Chipmunk gelungen, den dann Michael Jung übernahm. Mit 30,3 Fehlerpunkten gewann sie vor Landsmann Calvin Böckmann und Laura Collett aus Großbritannien. Damit hatte sie kaum gerechnet, nachdem Nickel im Gelände recht früh ein Eisen verloren hatte, sie deshalb etwas langsamer reiten musste und so 6,4 Fehlerpunkte für die Zeit kassierte.
Michi Jung und fischerChipmunk hatten nach Dressur und Springen in Führung gelegen. Vor dem Gelände erhielt das Paar allerdings Dispens vom Vielseitigkeitsausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), der Jung und Chipmunk noch vor Ende der Prüfung dem DOSB als gesetzt für den Start bei den Olympischen Spielen in Paris vorschlug. „In Hinblick auf Olympia war es absolut vernünftig, Chip zu schonen. Auch wenn es ein tolles Gefühl ist, hier vor dieser Kulisse zu reiten.“ Gerne hätte der Reitmeister in Aachen Sieg Nummer drei erzielt, doch in diesem Jahr liegt der Fokus auf Paris. Mit seinem Zweitpferd Kilcandra Ocean Power lief es in Springen und Gelände nicht ideal. Drei Abwürfe im Parcours und ein Wackler am Coffin auf der Geländestrecke, wodurch das MIM ausgelöst wurde – das gab zusätzlich elf Fehlerpunkte, auch die Zeit reichte am Ende nicht ganz. So wurde es Rang 25. „Am Coffin hätte ich ihm mehr vertrauen müssen, dann wäre gar nichts passiert. Er ist sonst super gegangen, auch mit der Dressur war ich sehr zufrieden“, so das Fazit des Reiters. Mit seinem Fuchs gehörte Michael Jung zudem gemeinsam mit Christoph Wahler, Jerome Robiné und Malin Hansen-Hotopp zum deutschen Team im Nationenpreis, Rang vier für die Mannschaft. Der Sieg ging an ein starkes Team aus Großbritannien vor den USA und Irland.
Für Reiter und Bundestrainer Peter Thomsen war dies ein Vorgeschmack darauf, wie stark die Konkurrenz auch in Paris sein wird. Sicher ist, es wird schwer, Gold zu gewinnen. Ein Platz auf dem Treppchen sollte in jedem Fall drin sein.
„Wir haben großes vor und definitiv Medaillenziele. Wir sind alle super vorbereitet, super in Schuss. Wir müssen uns konzentrieren und angreifen“, brachte es Michael Jung im Anschluss an die Geländeprüfung auf den Punkt.
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