Vogel: „Ein starkes Team“
Springreiter-Überflieger Richard Vogel hat auf seine erste Olympia-Nominierung so reagiert, wie man ihn kennt: bescheiden und zurückhaltend. Das Reiterjournal erreichte den internationalen Top-Star und Zehnten der Weltrangliste auf dem Weg zum baden-württembergischen Landeschampionat in Weilheim/Teck, an denen er - nahe der alten oberschwäbischen Heimat – traditionell teilnimmt, vor allem, um junge Pferde fürs Bundeschampionat zu qualifizieren.
„Natürlich bin ich glücklich und stolz, ein Traum geht in Erfüllung“, erklärte der 27-jährige Wahl-Mannheimer, „aber jetzt müssen alle erst einmal gesund und in Form bleiben“. Sein vorgesehenes Olympiapferd United Touch habe er schon das ganze Jahr gezielt eingesetzt. Am nächsten Wochenende in Aachen soll der zwölfjährige Westfalenhengst noch einmal als Test den Großen Preis gehen. Für das Team von Paris ist Vogel gemeinsam mit Christian Kukuk mit Chester und Philipp Weishaupt mit Zinedane nominiert. „Wir sind ein echt starkes Team“, so Vogel. Im Hinblick auf die Spiele von Paris, erklärte Vogel gewohnt zielstrebig: „Wenn wir dort sind, wollen wir auch was erreichen.“
Einen vierten Platz hat sich Bundestrainer Otto Becker noch offen gehalten. Dieses Ticket soll nach dem Nationenpreis von Aachen vergeben werden.
Dabei bleibt noch eine letzte Chance für den Eimeldinger Hans-Dieter Dreher, der sich nach beständiger Leistung auf internationalen Plätzen lange Hoffnung gemacht hatte. „Es wäre natürlich sehr schade, wenn es für Hansi nicht reichen würde, wir hatten uns so darauf gefreut, dass zwei Baden-Württemberger im Team sein können“, erklärte Vogel. Allerdings gab er zu Bedenken, dass die Leistungsdichte der Team-Aspiranten dieses Jahr besonders hoch sein. „Wir haben bestimmt vier oder fünf Paare, die für dieses vierte Ticket in Frage kommen“, findet er.
Richard Vogels Nominierung hat eine historische Dimension. Er ist der erste Sportler, der als Baden-Württemberger für einen baden-württembergischen Verein beim wichtigsten Sportfest der Welt antritt. In der Dressur waren das schon Martin Schaudt aus Onstmettingen, in der Vielseitigkeit natürlich Michael Jung. In der Vergangenheit gab es olympische Springreiter aus anderen Ländern, die Baden-Württemberg stationiert waren wie beispielsweise die Neuseeländerin Samantha Mc Intosh und der Bulgare Rossen Raytchev. Aus dem Lande stammende Reiter traten auch schon für andere Länder an, wie der Mannheimer Hermann Weiland für Kroatien und Günter Orschel aus Aach für Bulgarien.
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