Wiesbaden: Platzierungen für Lang, Lachemann und Linsenmaier
Beim Wiesbadener Pfingstturnier hieß es in diesem Jahr Taschentücher auspacken oder besser gesagt stand ein letzter Tanz mit Emilio an. Schon seit den Stuttgart German Masters befand sich Isabell Werths Emilio auf „Abschiedstournee“. Schließlich war das Weltcup-Finale in Riad als letzte Station der Tournee geplant. Doch eine kleine Verletzung machte einen gewaltigen Strich durch die Rechnung und wieder stand die Frage im Raum, wann der letzte Tanz mit Emilio ansteht. Die Antwort fiel an diesem Wochenende, genauer gesagt vor der einmaligen Kulisse des Schloss Biebrich in Wiesbaden. Unter Flutlicht stellte die Dressurqueen ihren jetzt 18-jährigen Wallach Emilio ein letztes Mal zu den Klängen von Puccini und Verdi vor und feierte ihren 58. Grand Prix Sieg mit ihm. Emilio verdeutlichte, dass er eigentlich noch lange nicht dem alten Eisen angehören möchte. So baute er in einer Galoppverstärkung einen Freudenhüpfer ein und auch so zeigte er sich teilweise nicht ganz gelassen. Dennoch punkteten die beiden in der Grand Prix Kür mit kleinsten Galopppirouetten, geschmeidigen Trabtraversalen und gleichmäßigen Piaffen und Passagen. Die Richter belohnten den letzten gemeinsamen Tanz der beiden verdientermaßen mit einem überlegenen Sieg (83,3 Prozent). In der Siegerehrung floss dann nicht nur bei Isabell Werth selbst die ein oder andere Träne. Es war ein besonderer Abend für ein besonderes Pferd.
Der zweite Platz ging in die Schweiz, genauer gesagt an Andrina Sutter mit Fibonacci. Die beiden finden immer besser zusammen und freuten sich am gestrigen Abend über 77,3 Prozent, womit sie sich gegen Ingrid Klimke mit First Class (77,2 Prozent) durchsetzten. Für Meike Lang und ihren zwölfjährigen Württemberger Ferrabeau (Z.: Anja Riß) lief es gestern Abend noch nicht ganz optimal. Vielmehr zeigte sich Ferrabeau von der besonderen Wiesbadener Atmosphäre etwas beeindruckt. Neben einer sehr dynamischen Trabtour gelangen die Piaffen noch nicht ganz aktiv abfußend. Auch in den Einerwechseln schlichen sich teure Fehler ein. Dennoch: Am Ende durfte sich das Erfolgspaar über eine weitere internationale Platzierung freuen. Mit einer Schleife reist auch Meike Langs Nachwuchshoffnung Mercedes Zee T nach. Die elegante Stute wusste in der Nachwuchstour für siebenjährige Dressurpferde zu überzeugen. Nach Platz fünf am ersten Tag legten die beiden heute noch eine Schippe oben drauf und schnappten sich mit 73 Prozent den vierten Platz. Auch Mercedes Zee Stallkollegin Nikky wusste bei den sechsjährigen Dressurpferden zu überzeugen und sicherte sich zwei Platzierungen. Erneut stark auf internationalem Parkett zeigten sich auch Ann-Kathrin Lachemann mit Florida`s Deam. Die beiden nutzten das Wiesbadener Pfingstturnier als Vorbereitung für die erste IWEST Cup Qualifikation in Winterlingen und man kann sagen: Generalprobe geglückt. In der ersten S*-Dressur komplettierten sie mit 69,7 Prozent hinter Katharina Hemmer mit Special Gold PCH (71,8 Prozent) und Lena Hassmann mit Brefood’s Framework (70,8 Prozent) das Podest. In der abschließenden S**-Dressur sprang Rang vier raus (67,3 Prozent).
Auch DERBY Stars von Morgen machte in Wiesbaden Halt. Erstmals hatte die Serie das Pfingstturnier im Wiesbadener Schlosspark als Qualifikationsstandort ausgesucht. Als Siegerin dieser Premiere durfte Helen Langenhanenberg mit dem zehnjährigen Hengst Zoom gefeiert werden (72,6 Prozent). Highlights bildeten die ausdrucksvollen Vestärkungen, die gut zentrierten Galopppirouetten und den toll ins Bergauf gesprungenen Serienwechseln. Abstriche mussten in einer nicht durchlässigen Schaukel sowie in den teilweise noch nicht ganz gut ausgehaltenen Passagen und nicht optimal bzw. aktiv abfußenden Piaffen gemacht werden. Auch die Amateurin Sabrina Linsenmaier freute sich in dieser Prüfung am Finaltag im Sattel ihres selbstausgebildeten FBW Fiorenzo über einen tollen Erfolg. Ihre sehr sichere und gleichmäßige Vorstellung wurde mit 68,7 Prozent und Platz sechs belohnt.
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