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von Roland Kern am Montag, 20.05.2024 um 10:38

Doppelsieg für Widmaier in der Forster „Barriere“ – Der Sieger im Interview

In Forst am späten Sonntagabend hat Jörg Widmaier, Springprofi aus Benzenbühl, einen Doppelsieg im Barrierespringen geschafft. Im dritten Stechen lag die Stange des letzten Steilsprungs einer Vierer-Reihe bei 1.85 Meter. Widmaier blieb mit seinen beiden Schimmeln Cholest und Championesse (aus der Württemberger Zucht von Karl Hoffman in Ehningen) fehlerfrei. Auf den dritten Plätzen landeten für Baden-Württemberg Nikolaus Leckebusch mit dem erst siebenjährigen Oldenburger Stute Diamant du Seigneur blanc und Stefan Hirsch mit dem Holländer Ejay sowie der Rheinländer Gunther Döhler mit dem zehnjährigen Holsteiner Hengst Don Darco.

Auch in Forst ist damit der Übergang vom Sb-Springen aufs Barrierespringen geglückt. Über 2000 Zuschauer am Abend begleiteten das Springen unter der neuen Forster Flutlichtanlage und sorgten für eine großartige Stimmung.

Nach dem Springen haben wir ein kurzes Interview mit dem Sieger geführt.

„Wir trainieren das nie“

Doppelsieg im Barrierespringen von Forst, wie fühlt sich das an?
Großartig, die Stimmung war toll. Ich schätze, es waren zwischen 2000 und 3000 Menschen da, es hat wirklich Spaß gemacht.

Forst hat einen Rasenplatz, viele Reiter meiden das, können Sie das verstehen?
Wenn es sich um einen so gepflegten Rasen wie hier handelt, dann nicht. Es hat ja so sehr geregnet, aber es ist Wahnsinn, was dieser Boden schluckt. Die Bedingungen waren optimal. Großes Kompliment an die Veranstalter. Es war die richtige Entscheidung, erst auf den Rasen zu wechseln, als er abgetrocknet war.

Sie sind im vergangenen Jahr noch Mächtigkeitsspringen geritten, das ist in der LPO jetzt nicht mehr vorgesehen. Ist das Barrierespringen ein guter Ersatz?
Das kann man so und so sehen. Für die Zuschauer bestimmt, das hat man ja jetzt wieder gesehen. Es ist ähnlich spannend. Aber es ist anders. Ich persönlich bin lieber Sb-Springen geritten, wenn ich das passende Pferd dazu hatte. Mir hat es Spaß gemacht. Aber die Pferde mussten halt ganz besonders sein.

Wie besonders?
Naja, extrem vermögend, denn die Mauer ist schon sehr wuchtig ab einer bestimmten Höhe. Und extrem furchtlos, denn das Pferd hat ja beim Absprung nicht sehen können, was hinter der Mauer ist. Deshalb wurden die Starterfelder ja auch immer kleiner.

Und beim Barrierespringen?
Klar, Vermögen müssen sie auch haben, aber vor allem müssen sie reaktionsfreudig und vorsichtig sein. Außerdem müssen sie Kraft und Kondition haben. Das müssen sie für andere schwere Springen aber auch.

Ihre beiden Schimmel Championesse und Cholest wären also keine Sb-Pferde gewesen?
Nein, mit beiden wäre ich nicht gegen eine so hohe Mauer geritten.

Finden Sie, dass Barrierespringen für die Pferde schonender sind, das Sb wurde ja zur Schonung der Pferde abgesetzt?
Das Gefühl habe ich nicht. Die Pferde müssen ja viel mehr Sprünge machen. Meine beiden haben am Sonntag in Forst zum Beispiel Pause, denn das Springen hat sie schon ziemlich angestrengt.

Trainieren Sie Barrierespringen extra?

Nein, aber das ist sicher noch ein Vorteil am Barrierespringen. Man trainiert es sowieso immer ein bisschen mit. Denn natürlich üben wir zuhause zur Gymnastizierung Reihenspringen und Kombinationen. Aber eine Reihe ist bei uns nie höher als 1.35 Meter. Das reicht ja auch offenbar.

Jörg Widmaier – zur Person

Der 40-jährige Springreiterprofi und Pferdewirtschaftsmeister betreibt gemeinsam mit seinem Vater Günter die Reitanlage Am Benzenbühl in Leonberg bei Stuttgart. Dort ist auch ein Reiterverein ansässig. Seit Jahren gehört er zur Landesspitze der Springreiter und ist Träger des Goldenen Reitabzeichens. Sein erfolgreichstes Pferd war bislang der große Fuchs Current Market, mit dem er sowohl Große Preis als auch Mächtigkeitsspringen gewann, mit ihm war er auch Finalist im BW-Bank-Cup in der Schleyer-Halle. Jörg Widmaier hat vor Jahren seine Ausbildung im Dressurstall bei Eberhard Geiger absolviert. Mittlerweile bildet er selbst aus und trainiert Schülerinnen und Schüler in allen drei Disziplinen.

Jörg Widmaier mit Cholest  /  © D. Matthaes
Jörg Widmaier mit Championesse  /  © D. Matthaes

Roland Kern (Redaktion)

Der Ruhepol der Redaktion, der im Notfall immer noch eine Lösung parat hat. Die Stimme (The Voice) von Reiterjournal-TV, hat selbst Pferde bis zur Klasse S ausgebildet und kennt keinen Feierabend.

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