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von Laura Bräuninger am Sonntag, 19.05.2024 um 15:30

Winterlingen: Sieg im Finale der U25 HEINZLER-Netze-Tour geht in die Schweiz

Alia Knack und Vigo's Cornetta mussten sich knapp geschlagen geben.  /  © Roger Müller

Das Finale der U25 HEINZLER-Netze-Tour in Winterlingen versprach spannend zu werden. Mit sechs qualifizierten Teilnehmerpaaren, die allesamt mit einer weißen Weste in die Siegerrunde des Zwei-Sterne-Springens einzogen, war dem Parcoursteam bestehend aus Phil Schmauder und Gregory Wiegand wieder einmal eine Punktlandung gelungen. Joana Schildknecht, die an den Vortagen bereits durch stilistisch feines Reiten herausgestochen war, gelang im Sattel von Napoleon die erste fehlerfreie Runde. Auch Zweitpferd Quonchita van de Nachtegaele qualifizierte die talentierte Amazone für die Siegerrunde. Mit Nico Leber und Elena-Malin Reitzner folgten zwei weitere Paare. Alia Knack, amtierende Deutsche Meisterin der Jungen Reiter, wusste das Temperament ihrer Vigo‘s Cornetta wieder einmal gut in Schach zu halten und blieb ebenfalls fehlerfrei. Die Amazone aus Boll hatte sich erst vor zwei Wochen beim Mannheimer Maimarkt-Turnier aufgrund ihrer hervorragenden Leistung für das Finale des U25-Springpokals in Aachen qualifiziert. Vortagessiegerin Anna-Sophia Schumacher, die das Stilspringen der schweren Klasse mit einer beachtlichen Note von 9,2 für sich entschied, zog als letzte Starterin im Umlauf mit der Bestzeit in die Siegerrunde ein.
Somit standen Schumacher an letzter Position alle Möglichkeiten offen! 

Die Siegerin aus der Schweiz: Joana Schildknecht.  /  © Roger Müller

Kommen wir zum Stechen, das mindestens so spannend werden sollte! Als erster Starter kam Nico Leber im Sattel seiner Schimmels Caslato in die Winterlinger Arena galoppiert. Mit einer groß angelegten Galoppade steuerte er den Sohn des Casall gekonnt durch den Parcours, musste am vorletzten Hindernis jedoch einen Fehler in Kauf nehmen. Elena-Malin Reitzner und Cavallo folgten als nächstes Paar. Obwohl das Duo den Weg vorne herum auf den Terratex-Oxer einschlug, waren sie mit einer Zeit von 44,32 Sekunden knapp vier Sekunden langsamer, dafür aber null! Eins war gewiss: Diese Zeit würden Alia Kack und Vigo‘s Cornetta locker schlagen können. Wie man die Junge Reiterin kennt, nahm sie stets die engsten Wendungen und fegte mit ihrer neunjährigen Westfalen Stute nur so über die Hürden. Dies bescherte dem Erfolgspaar die Führung in einer absoluten Top-Zeit von 38,36 Sekunden!

 

Ging das überhaupt noch schneller? Joana Schildknecht und Napoleon versuchten ihr Glück. Die Schweizerin war nicht zum ersten Mal gegen Knack geritten und wusste, dass sie ordentlich Gas geben musste, um die Zeit der 20-Jährigen zu schlagen. Dies gelang Schildknecht zwar, allerdings waren die Aussichten auf den Sieg mit einem Abwurf am vorletzten Sprung dahin. Mit Quonchita van de Nachtegaele hatte Schildknecht jedoch ein weiteres heißes Eisen im Feuer und somit nochmals eine Chance. Man hörte das Publikum wahrlich die Luft anhalten, als die oberste Stange am Kombi-Einsprung gefährlich wackelte. Aber alles ging gut und die Stilistin durchquerte in einer Zeit von 37,08 die Zielgerade. Somit war die bei St. Gallen beheimatete Amazone schneller und übernahm die neue Führung. Als letztes Paar an den Start gingen Anna-Sophia Schumacher und Miss Aragon. Schumacher gab ihr Bestes, die großrahmige Stute kompakt durch den Parcours zu manövrieren. Zum Schluss hatte die Zeit nicht ganz gereicht und es wurde der dritte Platz. Damit stand die Siegerin fest und Joana Schildknecht wurde ihrer Favoriten-Rolle gerecht. „Es ist für mich immer eine enorme Motivation gegen Alia zu reiten und natürlich auch schneller zu sein als sie“, berichtete die Siegerin im Interview mit Hendrik Schulze Rückamp in der Winterlinger Talk-Lounge. Dies war der Schweizerin mit Bravour gelungen! Man wird sie im Laufe des Turniers noch öfters sehen, auch im Großen Preis am Pfingstmontag. 
Elena-Malin Reitzner sicherte sich mit ihrer sicheren Nullrunde den vierten Platz vor Joana Schildknecht mit ihrem zweiten Pferd und Nico Leber. Ebenfalls in die Platzierung eingereiht hatte sich Ferdinand Talmon mit Cremé de la Cremé als schnellster Vier-Fehler-Ritt aus dem Umlauf. Der Fairness-Preis ging in dieser Prüfung an Arwen-Charlotte Thaler und Duitama, die im Umlauf vier Strafpunkte kassiert hatten.

„Wie eine zweite Heimat“

Edim Heinzler, der seit der Geburtsstunde der Winterlingen Winners mit dabei ist, hatte die U25 HEINZLER-Netze-Tour diese Saison neu ins Leben gerufen. „Ich habe selbst zwei junge Töchter, die dem Reitsport verfallen sind. Da liegt es nahe, in die Jugendförderung zu investieren“, so Heinzler. Als „Mann der ersten Stunde“ seien die Winterlingen Winners wie eine zweite Heimat für ihn. Der Stifter hat große Pläne und möchte die Tour auch über die Winterlingen Winners hinaus etablieren. 

Laura Bräuninger (Werkstudentin)

Unterstützt Redaktion und Social Media seit ihrem Praxissemester im Studiengang der Pferdewirtschaft. Schreibt am liebsten über den Springsport und ist selbst erfolgreich bis zur schweren Klasse unterwegs.

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