Winterlingen: Speedy „Alshehab“
Es ist neben dem Barriere-Springen der absolute Publikums-Favorit: Das Winterlinger Speed Derby! Vollbesetzte Ränge, grandiose Atmosphäre und ein Moderator namens Wolfgang Kohne, der genau weiß, wie man das Publikum zum Beben bringt! Das Besondere an dieser Zeitspringprüfung: Der Parcours ist jedes Jahr derselbe und neben dem Sieg geht es insgeheim natürlich darum, die bisherige Rekordzeit zu schlagen. Doppelt spannend also! Diesmal wurden die Karten völlig neu gemischt, denn Titelverteidiger Michael Herhalt sowie Hausherr und Vize-Sieger Andy Witzemann waren nicht auf der Starterliste zu finden.
Die erste fehlerfreie Runde legten Leonie Krieg und der Holsteiner-Wallach Cashmere aufs Parkett. Bei 67,47 Sekunden blieb die Uhr stehen. Warf man einen kurzen Blick auf die kommenden Starterpaare, so ließ sich erahnen, dass dies noch schneller ging. Roel Holthuizen, der gemeinsam mit Sebastian Adams aus dem Rheinland angereist war, blieb im Sattel der Chacco Blue-Tochter Chaccosandra zwar null und schnell, die Bestzeit hatte der Holländer allerdings nicht geknackt. Nun wurde es noch einmal interessant, denn als nächstes Paar ging Adrian Schmid mit dem acht Jahre jungen Con Quality an den Start. Schnell war klar – der Name ist hier Programm. Der Sohn des Chin Champ überzeugte aber nicht nur mit seiner gewaltigen Sprungkraft, sondern ebenso mit reichlich Speed im Parcours. Mit über drei Sekunden Vorsprung übernahm das Duo die neue Führung! Ging das überhaupt noch schneller? Markus Kölz aus Winnenden setzte mit Elisha alles daran, die Zeit des Schweizers zu schlagen. Am Ende passierte etwas schier Unglaubliches. Die Uhr blieb exakt zur selben Zeit stehen, allerdings hatte die Hannoveraner-Stute eine Stange leicht touchiert, wodurch vier Strafsekunden addiert werden mussten.
Hansi Dreher war nicht nur ein weiterer Publikums-Favorit, sondern gewiss auch ein Kandidat, vor dem seine Mitstreiter niemals sicher waren. Als vorletzter Starter setzte der Weltcup-Reiter im Sattel von Forpleasure du Moulin direkt zu Beginn mit grölender Unterstützung des Publikums absolutes Stechtempo an und luchste Adrian Schmid in null Komma nichts die Führung ab. Winterlingen war außer sich und niemand ahnte, dass es nochmals gefährlich werden konnte. Letzter Starter war Maurice Alshehab, der mit Galina seine treuste Partnerin mitgebracht hatte. Wer die beiden kennt, der weiß: Schnell sein ist für die Zwei überhaupt kein Problem. Als der Syrer mit seiner KWPN-Stute auf die Zielgerade einbog, rief Kohne nur noch ins Mikro: „Kann es gehen? Kann es gehen?“ Und ja: „Es geht!“ Mit 61,33 Sekunden erreichten Alshehab und Galina das Ziel und siegten damit nicht nur im diesjährigen Speed Derby, sondern stellten zudem eine neue Rekordzeit auf! Grandios! Somit verwies Alshehab Hansi Dreher und Adrian Schmid auf die Plätze. Rang vier ging an Leonie Krieg, gefolgt von Markus Kölz und Roel Holthuizen.
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