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von Mona-Sophie Wieland am Samstag, 11.05.2024 um 21:59

Das Goldene Reitabzeichen für Marie-Christin Kogel

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Das Goldene Reitabzeichen zu verdienen ist für jeden Reiter ein besonderes Ereignis – für einen lupenreinen Amateur kann man einen solchen Erfolg gar nicht hoch genug bewerten. Marie-Christin Kogel ist dies gelungen. Doch der Erfolg kommt natürlich nicht von alleine, gar vom Nichtstun. Wenn alles noch still und ruhig ist. Die Meisten noch gemütlich im Bett liegen und im Winter der Wind durch die Stallgassen bläst, dann steht für Marie-Christin Kogel ihre Lieblingszeit des Tages an, das Training mit ihrem vierbeinigen Partner Doc-Holliday. Doch dem ist nicht genug an Sport, regelmäßige Joggingeinheiten stehen auch im Alltagsprogramm genauso wie ihre Tätigkeit in der Geschäftsleitung der familieneigenen Firma für Orthopädie- und Rehatechnik. Natürlich sind das alles Alltagsbeschreibungen eines ganz normalen Amateurreiters, keine wirkliche Besonderheit und dennoch steht es für großen Fleiß. Fleiß, der bei Marie-Christin Kogel besonders in der letzten Saison belohnt wurde. Landesmeisterin der baden-württembergischen Amateur-Dressurreiter, etliche S-Siege sowie Ende der Saison 2023 gleich zwei große Höhepunkte ihrer bisherigen Karriere, der noch ausstehende S**-Sieg für ihr Goldenes Reitabzeichen sowie nicht zu vergessen die Silbermedaille bei den Deutschen-Amateurmeisterschaften in Münster-Handorf.

Schon als kleines Kind war die „kleine“ Marie-Christin direkt vom Pferdevirus infiziert. Im Sattel von Cordano und Pony „Blondie“ sammelte sie erste Reiterfahrungen. Letztere durfte bei der Verleihung des Goldenen Reitabzeichens natürlich nicht fehlen. Bei dieser Anfangszeit sollte es natürlich nicht bleiben und Marie-Christin blieb den Pferden bis heute „treu“. Sie wollte natürlich immer besser werden. Dafür wurde ihr damaliger Erfolgspartner, Agol, auch während dem Abitur zum „kurzen“ Trainingslager zu Eberhard Geiger gestellt. Aus wenigen Wochen wurden schnell über zehn Jahre, man kann auch sagen, dass es damals der Startschuss ihrer Erfolgskarriere war. Eng mit den ersten großen Erfolgen im Nachwuchsbereich verbunden ist der Name Harkon. Ein brauner, vermeintlich unscheinbarer Wallach, der es aber wahrlich in sich hatte. Harkon zog im Jahr 2013 ein und wollte es wissen. „Bei den ersten acht Turnierstarts habe ich mir gedacht, was hast Du da gekauft“, beschreibt Harald Kogel rückblickend. Ja, Harkon baute gerne „Special Effects“ ein. Doch die damals 17-jährige Marie-Christin wusste mit Unterstützung ihres Trainers Eberhard Geiger damit umzugehen. Harkon wurde zum echten Seelenpferd. „Ich würde die gesamte Zeit mit Harkon als einer meiner schönsten Erfolge beschreiben“, erläutert Marie-Christin Kogel rückblickend. Die beiden sammelten schon bald Siege in M- und S-Dressuren wie am Fließband, nahmen an Deutschen Jugendmeisterschaften teil und zählten zu Baden-Württembergs besten Nachwuchshoffnungen. Eines Abends kam der große Einschnitt, der alles verändern sollte. Marie-Christin Kogel’s beste vierbeiniger Freund überlebte eine schlimme Kolik nicht. Ein großer Schock. Aufgeben gibt’s in der Familie Kogel nicht. „Das wirklich ein großer Einschnitt. Dennoch haben mir die Pferde auch geholfen, wieder nach vorne zu schauen“, beschreibt Marie-Christin Kogel. Im Sattel von Renaldo und schließlich ihrem bunten Fuchswallach Doc-Holliday kämpfte sich Marie-Christin Kogel zurück. „Harkon hat die Grundsteine gelegt. Mit Doc war es dann schon ein Neuanfang. Wir wussten nicht, wie er sich entwickelt“, beschreibt Marie-Christin Kogel. Das Geheimrezept des Erfolges ist sicherlich, dass sich Marie-Christin Kogel und ihr Doc-Holliday ziemlich ähneln. Nicht vom Aussehen, aber vom Charakter. „Doc ist immer sehr gelassen. Er kann schon auch mal seine eigene Ideen haben, aber im Allgemeinen ist er echt unkompliziert und zuverlässig“, so Marie-Christin Kogel. Eine Beschreibung die fast als Pendant zur Beschreibung ihres Trainers über sie selbst stehen könnte: „Marie-Christin ist unheimlich zuverlässig und nervenstark. Sie ist immer freundlich und gut gelaunt“. Ihre Eltern fügen noch hinzu: „Letztendlich ist es auch ihre Ruhe, die sie vor allem auch auf die Pferde ausstrahlt“.

Ganz gemäß ihres Wunsches gestaltete sich die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens als eine große Feier mit ihren Liebsten, ihrer Familie und ihren Freunden. „Ich bin ein echter Familienmensch. Ohne meine Familie könnte ich das alles nicht machen. Meine Eltern und auch mein Freund begleiten mich meistens auf die Turniere. Meine Geschwister sind im Moment auf der Welt verteilt, und dennoch versuchen sie beispielsweise über FaceTime dabei zu sein“, beschreibt Marie-Christin Kogel stolz. Ganz klar, dass ihre Familie und auch ihre Freunde bei der Verleihung des Goldenen Reitabzeichens nicht fehlen durften. Und es wurde zu einem wahrlich besonderen Moment. So hielten Frieder Steisslinger, Dr. Dietrich Plewa und Klaus Dieterich eine Laudatio auf die Erfolgsreiterin. Und natürlich flossen dabei ein paar Tränen, nicht nur bei Marie-Christin Kogel selbst. Nach mehreren Ehrenrunden im Sattel ihres Erfolgspartners „Doc“ hieß es absteigen und Marie-Christin Kogel erwartete eine Überraschung. So nahm sie Platz auf dem Beifahrersitz eines Trabis. Das gleiche Gefährt, mit welchem sie damals bei ihren ersten beiden S-Siegen in Böblingen die Ehrenrunde absolvierte. So schließt sich also der Kreis und von nun an reitet Marie-Christin Kogel in Gold. Man wird sie mit Sicherheit auch zukünftig in weiteren S-Dressuren an der Spitze sehen.

Mona-Sophie Wieland (Redaktionsleitung)

Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Kommunikationsmanagement, unsere Expertin für online und Social Media. Ihr Herz schlägt für Ausbildungs- und Turniersportthemen. Selbst bis zur Klasse S erfolgreich. Seit 2023 agiert sie als Redaktionsleitung.

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