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von Maria Jürgens am Freitag, 26.04.2024 um 23:06

Schutterwald: Anna Marlena Zehnle feiert ersten S-Sieg, Arwen-Charlotte Thaler und Markus Kölz ebenfalls siegreich

Vier Tage lädt der Reiterverein Schutterwald zu seinem Frühjahrsturnier. Am Donnerstag und Freitag fanden bereits die ersten Springen der schweren Klasse statt.

Anna Marlena Zehnle und ihre selbst ausgebildete Harley Quinn.  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes

Der erste Sieg in der schweren Klasse ist immer etwas Besonderes. Wenn er dann noch auf dem selbst ausgebildeten Pferd gelingt, ist das ein doppelter Grund zur Freude. Anna Marlena Zehnle sitzt seit sechs Jahren im Sattel ihrer Zweibrücker Stute Harley Quinn. „Ich habe sie fünfjährig bekommen und die Anfangszeit war wirklich eine Herausforderung. Viele haben daran gezweifelt“, erzählt die Reiterin, die trotz Widerständen und Misserfolgen an der Stute festgehalten hat. Fuchsfarben und von väterlicher Seite mit viel Trakehner-Blut ausgestattet erfüllt Harley Quinn gleich zwei Klischees – doch eben auch den oft gesagten Spruch: „Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander.“ Schon 2023 galoppierten Anna Marlena Zehnle und ihre Stute knapp am S-Sieg vorbei, waren bereits vorne platziert. „Da habe ich mich noch nicht so getraut, voll anzugreifen“, sagt die Reiterin, die auch aus dem Stall von Julia und Timo Beck immer wieder Pferde ausbildet und über Jungpferde-Prüfungen erfolgreich in den Turniersport bringt. Beim ersten S-Springen des Frühjahrsturniers in Schutterwald hat Zehnle voll angegriffen. Schließlich waren einige richtig gute Reiter dabei, hier konnte nur gewinnen, wer etwas riskierte. Das hat die Reiterin aus Lahr und Harley Quinn spielte mit. „Inzwischen kämpft sie immer für mich, das ist so toll“, freute sich Zehnle. „Der Sieg war wirklich sehr emotional.“ Nach 68,56 Sekunden stoppte die Uhr, damit hatte sie gut eine halbe Sekunde Vorsprung auf den zweitplatzierten Benjamin Wulschner. Dessen Schülerin Elena Malin Reitzner wurde mit ihrem Erfolgspartner Guinness Dritte vor Markus Kölz und Sophia Riedlinger. Auch Michael Herhalt sprang mit dem schnellsten Vierfehler-Ritt noch in die Platzierung.

Mit 8,7 zum Sieg: Arwen-Charlotte Thaler  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes

Arwen-Charlotte Thaler mit Traumnote 8,7

Am Freitag standen am Nachmittag ein S-Springen, ausgeschrieben als Stilspringen für U25-Reiter, und ein Zwei-Phasen-S auf dem Zeitplan. Im Stil-S zeigten die Nachwuchsreiter viele schöne Runden, Arwen-Charlotte Thaler begeisterte die Richter schließlich am meisten. Im Sattel ihrer neunjährigen Diacontinus-Tochter Duitama lieferte sie eine harmonische Runde ab, für die sie die Wertnote 8,7 erhielt und den stilistisch sauberen Ritt von Lokalmatador Nick Armbruster toppte. Er hatte mit seinem Isodermus PP eine 8,6 erhalten, damit wurde er Zweiter hinter der Reiterin aus Nürtingen. Die holte sich im Sattel des Holsteiners Coniglio gleich noch die weiße Schleife (8,3). Ben Dreher wurde Vierter vor Anastasia Wetzstein. Nachdem Ben Dreher erst Anfang April in Schopfheim sein erstes S-Springen geritten war, konnte er sich nun im Sattel des Oldenburgers Captain Jack die erste Platzierung in der schweren Klasse sichern. Der 15-jährige Wallach ging noch Anfang des Jahres unter Max Paschertz und hat bereits einige Erfahrung in der schweren Klasse. Damit ist er ein optimaler Lehrmeister. In einer Woche plant Ben Dreher mit Captain Jack den Start in der Amateur-Tour in Mannheim.

Einmal vor Hansi Dreher in der Ehrenrunde galoppieren

Im Zwei-Phasen-Springen hatten sich 25 Teilnehmer auf die Starterliste geschrieben. Der Parcours war anspruchsvoll, zudem erweist sich das Gefälle des großen Springplatzes immer wieder als Herausforderung. In der zweifachen Kombination wurde es für manche Reiter sehr weit, nicht jedoch für den zwölfjährigen Cachas-Sohn Cous Cous, der in Schutterwald unter Hansi Dreher nach einer Pause seine ersten Runden drehte. Wenn der großrahmige Schimmel abhebt, sieht ein 1,40 Meter-Springen schnell mal wie ein L-Springen aus, er spielte nur so mit den Anforderungen. Mit einer schnellen und fehlerfreien Runde übernahmen sie die Führung. Doch schließlich war einer schneller: Markus Kölz und sein kleiner Kämpfer Dornadello konnten dem Eimeldinger eine halbe Sekunde abnehmen und sich den Sieg holen. „Dornadello ist einfach klasse, wenn ich ihn etwas schneller reite, geht er noch besser, er mag und braucht das“, sagte Kölz nach seinem Ritt. Vor Hansi Dreher in der Ehrenrunde zu galoppieren sei schon etwas Besonderes, aber „ich hätte es ihm auch sehr gegönnt“. Für Dornadello ist am Samstag noch der Start im Großen Preis geplant, dann heißt es Fuchs gegen Fuchs. Denn Dreher, der an diesem Wochenende eigentlich in Fontainebleau starten wollte, will am Samstag Vestmalle des Cotis reiten. „Er wird hier zur Vorbereitung auf seinen Start in Hamburg gehen.“ Unterdessen platzierte sich eine schnelle Fuchsstute nach ihrem Sieg am Donnerstag auch im Zwei-Phasen-S: Harley Quinn und Anna Marlena Zehnle wurden Dritte vor Christian Geißert mit Quintop und Michael Herhalt mit Duobin.

Begeisterten das Publikum mit tollem Sport: Markus Kölz und Hansi Dreher  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes

Maria Jürgens (Redaktionsleitung)

Nach dem Volontariat bei der Tageszeitung zum Pferde-Journalismus gekommen. Am liebsten im Springsattel und auf den Geländeplätzen unterwegs. Die vielseitige Ausbildung liegt ihr sehr am Herzen. Unser Ass für alle Fragen rund um Pferdehaltung, Fütterung und Gesundheit.

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