Überraschungssieg im Großen Preis
Zum Abschluss des Tübinger Springturniers hieß das Duell nicht wie an den Vortagen Wulschner gegen Deuerer sondern Deuerer gegen Witzemann. Der Parcours des großen Preises von Tübingen hatte es wahrlich in sich und forderte die baden-württembergische Springelite noch einmal heraus. Schnell hatten die Reiter erkannt, dass die Strategie, eine sichere Nullrunde im Umlauf zu reiten, die wahrscheinlich Beste war. Als eine sehr häufige Fehlerquelle kristallisierte sich die dreifache Kombination heraus, die in der Siegerrunde als zweifache Kombination übrigblieb. Apropos Siegerrunde, auch hier hatte sich der Fehlerteufel nochmals bei einigen Reitern eingeschlichen.
Insgesamt hatten sich acht Paare für die Siegerrunde qualifiziert, davon sechs Paare, die ohne Strafpunkte aus dem Umlauf kamen. Mit einem schnellen 4-Fehler Ritt zog Leonie Krieg mit der neunjährigen Monte Bellini Tochter Constanzehof´s Happy Bellini in die Siegerrunde ein. Doch auch hier musste Krieg zwei weitere Abwürfe in Kauf nehmen und platzierte sich schlussendlich auf Rang 8. Simon Runte, der im Umlauf mit seiner stilistisch feinen Art eine sichere Nullrunde ritt, kassierte bereits zu Beginn des neuen Parcours zwei Fehler und reihte sich damit vor Leonie Krieg auf dem siebten Platz ein. Der großrahmige Schimmelwallach Quater Past unter dem Sattel von Niklas Krieg meisterte die Aufgaben des Umlaufs mühelos. Mit einem groß angelegten Galopp starteten die beiden in die Siegerrunde, wodurch der Quaid I Sohn etwas „ins Laufen“ kam und zwei leichte Fehler kassierte. Am Ende Rang sechs für die beiden.
Die erste fehlerfreie Runde im Umlauf zeigte die junge Amazone Elena-Malin Reitzner aus Schwetzingen. Gemeinsam kämpften sie sich durch den Umlauf und durch die Siegerrunde. Sie verfolgte die Strategie einer sicheren Nullrunde, hatte jedoch etwas Pech und landete am Ende mit einem Abwurf auf einem starken fünften Platz. Aus dem Umlauf mit etwas Pech behaftet, zeigte der 13-jährige Perry KHR im Stechen, was wirklich in ihm steckt! Mit einer gut nach vorne angelegten Runde und engen Wendungen gab es am Ende die blaue Schleife, und damit Rang vier, für Tina Deuerer und ihren Fuchswallach.
Den ersten „Doppelnuller“ lieferte Günther Treiber mit dem zehnjährigen Holsteiner Wallach Cassis S. Er ritt die Siegerrunde nicht mit vollem Risiko, wodurch er mit einer sicheren Nullrunde zu Rang drei sprang. Durch den Umlauf war die Startreihenfolge für die Siegerrunde vorgeschrieben. Demnach sollte Andy Witzemann, der bereits im Umlauf einen sehr guten Rhythmus aufbauen konnte, vorlegen. Während er im Umlauf seinen euphorischen Wallach Cassadero auf sicheren Linien zu einer Nullrunde führte, riskierte er in der Siegerrunde alles, wählte engste Wendungen und unterstützte den 15-jährigen Christdorn-Sohn am letzten Sprung, an dem die beiden mit einem großen Satz fehlerfrei im Ziel ankamen. Sollte die Zeit von 39.79 Sekunden für den Sieg reichen? Mit der schnellsten Zeit im Umlauf, zog Tina Deuerer mit ihrem zweiten Pferd Clueso in die Siegerrunde ein. Bereits im Umlauf zeigte sie, dass stilistisch feines Reiten ebenfalls schnell sein kann. Somit hatte sie es als letzte Starterin in der Hand. Doch es scheint als hätte sie dieses Wochenende den zweiten Rang gebucht. Am Ende blieb die Uhr bei 41.70 Sekunden stehen und es wurde einmal mehr ein bärenstarker zweiter Rang und der Sieg für Andy Witzemann.
Frauenpower bei den Amateuren
In der vorangegangenen Amateur-Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S* ging es heiß her an der Spitze. Den Sieg schnappten sich schlussendlich Sophia Riedlinger mit ihrer zwölfjährigen Diamant de Semilly Tochter Chelsie Girl vor Arwen-Charlotte Thaler mit der erst neunjährigen Stute Duitama.
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