Zeutern: Bärenstarker Doppelsieg für Dorothee Schneider
Stark, stärker, oder auch das einfach nur stark besetzte Osterturnier auf dem Martinushof in Zeutern. Gleich die Jungpferde S zum Auftakt des zweiten Turniertages hatte es wahrlich in sich und 70 Prozent reichten schon nicht mehr für eine Platzierung. Das sieht man nicht alle Tage! Dominiert wurde die Prüfung von der Mannschaftsolympiasiegerin Dorothee Schneider. Im Sattel des achtjährigen Maxi Kraft’s Barcelo zelebrierte sie die S3 nahezu, ja sie zeigte einen echten Bilderbuchritt. Die Trabtour bestach durch viel Rhythmus, Gleichmaß und Ausdruck. So zeigte sich ein Tritt wie der andere und auch die Trabverstärkungen überzeugten mit einer reelen Rahmenerweiterung. Im Schritt punktete der ehemalige Bundeschampion der sechsjährigen Dressurpferde mit sehr viel Übertritt. Auch die Galopptour war mit nicht weniger Highlights gespickt. So sind hier die Galopppirouetten mit hoher Lastaufnahme oder die gut ins Bergauf gesprungenen Dreierwechsel hervorzuheben. Ein kleines Aber gab es: Der erste Wechsel der Viererwechsel zeigte sich in der Hinterhand nachgesprungen. Dennoch, alles in allem war das eine Traumrunde, die mit 75,9 Prozent belohnt wurde. Und auf den weiteren Plätzen ging es nicht viel schlechter weiter. Den zweiten Platz schnappte sich der Viertplatzierte im letztjährigen Finale der siebenjährigen Dressurpferde. Die Rede ist von DSP Zampano, der sich unter dem Sattel seiner Ausbilderin Ramona Ritzel zu 73,7 Prozent punktete. Highlights ihrer Vorstellung bildeten unter anderem die ausdrucksvollen Verstärkungen, die toll kreuzenden Trabtraversalen und die schnurgeraden Vierer- und Dreierwechsel. Der Hesse Thomas Wagner komplettierte mit seinem großrahmigen Escolar’s Emil (72,1 Prozent) das Podest und überzeugte vor allem in der Trabtour. Das taten auch einmal mehr Vera Breidenbach und ihre elegante FBW Fürstin Primavera. Die beiden wurden bestes baden-württembergisches Paar und sicherten sich mit 71,6 Prozent den vierten Platz. Die Stute hat über den Winter noch mehr an Selbstsicherheit gewonnen, was sich besonders in der Galopptour bemerkbar macht. Anna-Louisa Fuchs mit Floribelle (71,1 Prozent) und Pieter van der Raadt mit Ferrys (70,7 Prozent) freuten sich ebenso über eine Platzierung. Letzterer hat den jetzt neunjährigen Fürstenball-Nachkommen erstmals im vergangenen Herbst vorgestellt.
Der Sieg in der Jungpferde-S-Dressur blieb heute nicht der einzige Sieg für Dorothee Schneider. Auch im Prix St. Georges gab sie mit der eleganten Stute Élysée den Ton an und führte mit 72,1 Prozent die Ehrenrunde an. Die neunjährige Stute besitzt nur wenig Turniererfahrung, wovon in der heutigen S-Dressur jedoch nichts zu sehen war. So jagte ein Highlight das andere und die beiden überzeugten mit einer fließenden und in der Hinterhand aktiv abfußenden Trabtour. Im Schritt fand die Stute nicht immer zu optimalen Losgelassenheit. Diese gewisse Anspannung machte sich auch noch zu Beginn der Galopptour bemerkbar, als die Stute Dorothee Schneider den Wechsel in der doppelten Halben vorwegnahm. Danach brillierten die beiden wieder in den Galopppirouetten und Serienwechseln. Übrigens: Sowohl Maxi Kraft’s Barcelo als auch Élysée stehen im Besitz der Gestüts Vorwerk. Am dichtesten war Dorothee Schneider Ann-Kathrin Lachemann mit Florida’s Dream auf den Fersen (71,8 Prozent). Ein Paar, das man in diesem Jahr auf der Liste haben sollte. Auf eine energisch abfußenden Trabtour folgte eine gute Schritttour sowie eine Galopptour, in welcher die energisch nach vorne gesprungenen Serienwechsel hervorzuheben sind. Dicht hinter Lachemann folgte die Deutsche Vizemeisterin der Amateurreiterin. Die Rede ist von Marie-Christin Kogel mit Doc Holliday. Völlig routiniert und selbstverständlich lieferten die beiden eine Top-Runde, die mit starken 71,1 Prozent belohnt wurde. Der jetzt zehnjährige Dancier-Nachkomme überzeugte im Trab einmal mehr mit viel Rhythmus und Ausdruck. Im Galopp gab es für die schnurgeraden und gut ins Bergauf gesprungenen Serienwechsel Achter-Noten. Hinter Marie-Christin Kogel reihten sich Saskia Löwel mit Fürstenballerina Live (70,5 Prozent) ein, die einmal mehr eine konstante Runde abliefernden. Kleine Abstriche mussten heute in den teilweise nicht ganz optimal durchgesprungenen Galopppirouetten gemacht werden. Ebenso noch eine Schippe besser als im vergangenen Jahr zeigten sich Carina Harnisch mit Francis (70,3 Prozent), Myriam Anhalt und ihr Rocco Granata (70,2 Prozen), Katrin Burger mit Darleen De Funes (70,1 Prozent) und Julia Bögner mit Quinn (69,9 Prozent). (Foto: Talia Klefenz)
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