"Die jungen Talente müssen angesprochen, gefördert und über lange Zeit aufgebaut werden"
Auch die baden-württembergischen Ponyreiter im Springlager befinden sich in der Vorbereitung für die neue Saison. Am vergangenen Wochenende hat Landestrainer Wolfgang Arnold in Neubulach einen Lehrgang veranstaltet, um die Ponyreiter für die kommende Saison vorzubereiten. Die Besonderheit: Zum Lehrgang wurden sowohl routinierte Landeskaderreiter als auch vielversprechende Nachwuchstalente eingeladen. Ein Konzept, das sowohl bei den Ponyreitern und ihren Eltern als auch bei Wolfgang Arnold und dem Ponybeauftragten Heinz Bürk gut ankam. Denn das Ziel steht ganz klar fest. Wolfgang Arnold und Heinz Bürk wollen die Ponyreiter im Springbereich zukünftig breiter aufstellen und hierfür muss schon an der Basis angeknüpft werden. Wir haben uns mit Wolfgang Arnold unterhalten.
Herr Arnold, hinter Ihnen liegen intensive Trainingstage mit „ihren“ Ponyreitern. Wie war ihr Eindruck?
Dieses Mal haben wir breiter eingeladen. So waren sehr viele jüngere Teilnehmer beim Lehrgang dabei, aber natürlich auch Routiniers, wie Allegra Hüttig. Die jüngste Teilnehmerin war zehn Jahre alt. Insgesamt ziehe ich ein wirklich erfreuliches Fazit. Allesamt haben gut mitgearbeitet, die Stimmung war spitze und was auch erfreulich ist, dass wir im Moment gute Ponys haben. Es kommen nun vielversprechende Paare nach, was wir auch dringend benötigen.
Das Ziel ist also eine breitere Aufstellung der Ponyreiter in Baden-Württemberg?
Genau. Wir wollen nun verstärkt die jungen Talente ansprechen, fördern und über längere Zeit aufbauen, damit wir dann spätestens im nächsten Jahr über einen breiter aufgestellten Landeskader verfügen. Wenn wir aktuell einen Lehrgang nur für Mitglieder des Landeskaders machen würden, ist das nicht zukunftsorientiert. Dann haben wir nur drei, vier Teilnehmer. Dementsprechend haben wir die Türen für den Lehrgang nun weiter geöffnet. So sieht man die Talente schon früher und kann sie besser fördern und unterstützen.
Wie haben Sie die Trainingstage aufgebaut?
Am ersten Tag haben wir Gymnastikspringen und ein paar kleine Distanzen gemacht. Hier habe ich den Fokus auf das Distanzgefühl gelegt, also dass sie die Galoppsprünge wirklich einschätzen können und auch mal nach vorne oder auch zurückreiten können. Am zweiten Tag haben wir Distanzen und kleine Parcoursausschnitte mit Wasser und Tripelbarre gemacht. Am dritten Tag habe ich dann den Parcours des Bundesnachwuchschampionats aufgebaut, damit sie sehen in welche Richtung es gehen muss.
Haben die Ponyreiter diese Aufgaben dann allesamt gut gemeistert?
Ja, alle haben das wirklich sehr gut gemacht. Am Schluss konnten alle den Parcours auch ordentlich hochspringen. Das sieht alles gut aus! Besonders hervorheben muss ich an diesem Wochenende den tollen Zusammenhalt der Ponyreiter. Egal, ob vor oder nach dem Training oder auch beim Aufbau, die Stimmung untereinander war immer spitze. Auch die Eltern sind sehr engagiert. Zudem ist die Zusammenarbeit zwischen Heinz und mir mittlerweile sehr gut.
Was erwarten Sie nun von der neuen Saison?
Ich erwarte auf jeden Fall, dass sich die Jungen in A**- und L-Springen richtig stabilisieren und konstante Leistungen liefern. Außerdem, dass der ein oder andere gegen Saisonende vielleicht auch schon Richtung M gehen kann. Das Jahr drauf hoffen wir, dass wir dann mehr im Landeskader haben. Insgesamt wird die Saison 2024 aber ein Aufbaujahr sein.
Vor diesem Hintergrund blicken wir nun auf die Basis, die im Moment oft als bröckelnde Basis beschrieben wird. Wie sieht’s bei den Ponyreitern im Springlager aus? Kommt genügend nach?
Man muss sagen, dass die jungen Ponyreiter, die am Wochenende dabei waren, ja auch schon platziert waren. Insgesamt finde ich, dass sich die Situation schon etwas verbessert hat. Dennoch fehlt es an der absoluten Basis(arbeit). So richtig viel kommt nicht nach.
Was wird in diesem Jahr die Herausforderung sein?
Für den Reitsport wünsche ich mir Transparenz, dass wir uns noch mehr der Öffentlichkeit öffnen und ihnen zeigen, dass alles pferdegerecht abläuft. Erst am Wochenende wurde mir wieder deutlich, was für ein toller Sport Reitsport ist. Die Kinder verstehen sich, haben Spaß und insgesamt ist es auch gesellschaftlich ein bedeutender Sport. Ich wünsche mir für die Ponyreiter im Ländle, dass sie sich etablieren.
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