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Sonntag, 04.02.2024 um 16:39

„Die Basis muss stimmen!“

Annika Gutjahr freute sich über die Fortschritte ihrer Schützlinge. | Foto: D.Matthaes  /  © honorarfreie Nutzung des Bildes

Auch die baden-württembergischen Dressur-Ponyreiter befinden sich in der Vorbereitung für die neue Saison. Dabei stehen sie in zweierlei Hinsicht vor einem Neuanfang. Nach dem tragischen Tod des langjährigen Landestrainers Rudi Brügge agiert nun Annika Gutjahr als neue Landestrainerin. Hinzu kommt, dass viele erfahrene Ponyreiter altersbedingt ausgeschieden sind. Wie steht’s um den baden-württembergischen Ponysport? Wir haben uns mit Annika Gutjahr unterhalten.

Wie ist Ihr Eindruck von den baden-württembergischen Ponyreitern?

Die Stimmung ist insgesamt noch leicht bedrückt. Der Tod von Rudi sitzt noch in all unseren Köpfen, nicht nur bei den Ponyreitern. Dennoch bin ich sehr nett „aufgenommen“ worden und alle sind sehr motiviert. Teilweise war es für den ein oder anderen sicherlich eine gewisse Umstellung, da die Trainingswochenenden nun etwas anders aufgebaut werden.

In diesem Jahr gibt es mit Ihnen nicht nur einen neuen Trainer an der Seite der Ponyreiter, sondern ebenso auch in der gesamten Aufstellung eine Art Neuanfang. Etliche erfahrene und starke Ponyreiter sind altersbedingt bei den Ponyreitern raus. Wie sind die baden-württembergischen Ponyreiter nun aufgestellt?

Nach dem Ausscheiden von zahlreichen Kadermitgliedern, sind aktuell nur noch sieben Ponyreiter im Landeskader. Hier schauen wir jetzt, dass wir den Nachwuchs in die richtige Richtung, also in Richtung Landeskader, bekommen. Wir hatten jetzt zwei Lehrgangswochenenden. Das war gut zum Kennenlernen. Im Großen und Ganzen habe ich bei vielen jetzt schon im Vergleich von vor zwei Wochen zu jetzt eine Entwicklung gesehen. Sie versuchen wirklich dran zu bleiben und es umzusetzen. Das freut mich. Jetzt heißt es wiederaufbauen und Kader auffüllen, dass die Perspektive bald da ist.

Können die gewissen Lücken in der Besetzung des Landeskaders schnell aufgefüllt werden?

Ich denke, dass das nicht ganz so schnell gehen wird. Wir arbeiten dran und wir sind guter Hoffnung.

Wie haben Sie die Trainingstage aufgebaut? Was ist Ihnen im Training mit Nachwuchsreitern besonders wichtig?

Beim ersten Lehrgang habe ich hauptsächlich nur Basisarbeit gemacht. Die Basisarbeit ist mir generell sehr wichtig. Denn wie der Name schon sagt, es ist einfach die Basis für alles. Zudem trainiere ich mit den Ponyreitern in Einzeleinheiten. Das ist für sie neu. Ich finde aber, dass man so viel individueller auf jeden eingehen kann. Jeder soll seinen Teil bekommen und ich möchte mich mit dem Einzelnen wirklich auseinandersetzen. Sonntags reiten wir teilweise Aufgabe. In die Aufgabe geht’s bei mir aber erst, wenn die Grundlage passt. Der Sitz und die Hilfengebung müssen stimmen, das ist mir im Training mit Nachwuchsreitern besonders wichtig. Freitagabend sind wir auch alle zusammen die Mannschaftsaufgabe durchgegangen. Wir haben eine kleine Theorieeinheit gemacht, wie man an eine Turnieraufgabe herangeht, wie man bestimmte Lektionen vorbereitet und was man macht, wenn etwas schief geht. Ich muss sagen, dass sie in der Theorie wirklich fit waren. Es mangelt manchmal noch in der vollen Umsetzung in die Praxis, dass auch nicht zu viel der Kopf mitspielt, sondern auch das Gefühl stimmt. Nicht nur mit dem Kopf reiten, sondern auch das Gefühl dafür entwickeln. Nur daraus entwickelt sich auch ein eigenständiges Arbeiten des eigenen Ponys.

Was sind nun die nächsten Ziele?

Als erstes blicken wir nun zum Sichtungsturnier in Balingen. Dort kommt es auf das Prüfungsreiten unter Turnierbedingungen an. Dann werden wir mit Stützpunkttrainings und weiteren Turnieren weitermachen und so die Ponyreiter weiteraufbauen. Das große Ziel ist die breitere Aufstellung des Ponykaders und auch, dass ich mich im „Ponyjahr“ einfinde.

Was bereitet Ihnen an der neuen Position und Aufgabe besonders Freude?

Jetzt nach den zwei Lehrgangswochenenden habe ich wieder gemerkt oder besser gesagt hat es mich sehr gefreut, dass man relativ schnell große Fortschritte sieht. Wenn die Ponykinder auch zu Hause mit ihren Heimtrainern weiter fleißig üben, sieht man wirklich nach nur wenigen Wochen einen Unterschied. Das bereitet nicht nur mir Freude, sondern begeistert auch die Ponykinder.

Im Moment gerät die brökelnde Basis immer wieder in den Mittelpunkt der Diskussionen. Wie steht es bei den Ponyreitern um den Nachwuchs?

Eigentlich kommt wirklich genug nach. So ist jetzt mein Eindruck. Ich denke, dass schon etwas nachkommt. Das muss aufgebaut werden.

Neues Jahr, neue Position. Was ist Ihr Wunsch für 2024?

Ich wünsche mir, dass es relativ bergauf geht. Dass man sich zusammenfindet und es eine Einheit wird. Dass es ein Miteinander und Füreinander ist. Die baden-württembergischen Ponyreiter sollen ein Team werden! Mir ist es wichtig, dass es sportlich zugeht und dass man offen miteinander kommuniziert.

Sichtungsturnier Balingen

Am Sonntag ernannten Annika Gutjahr und Heinz Bürk auch die Nominierten für das Sichtungsturnier in Balingen. Dort dürfen die folgenden Ponyreiter starten:

-          Emilia Cali Balabanic

-          Clara Kohoutek

-          Laura Kohoutek

-          Lara Theis

-          Maya Wächter

-          Roxy Wein

-          Allegra Elisabeth Hüttig

-          Sophia Sauter

-          Nina Bäuerle

-          Laura Schuler

-          Fabienne Beerhenke

(msb)

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