Springreiteramateure und ein unfreiwilliger Zuschauer
„Es ist eine runde Sache, wenn die Amateure auch mal untereinander sind, wenn sie trainieren, das fördert auch den Zusammenhalt“, so hat es der Ichenheimer Springreiter-Profi Alexander Schill, vielfach international erfolgreich, jetzt in Balingen formuliert. Schill leitet dort übers Wochenende den ersten Lehrgang eines neuen Springreiter-Amateurkaders, den es erstmals in Baden-Württemberg gibt. Dazu wurde er von den Landestrainern Uli Collee und Jürgen Kurz delegiert.
„Die Amateur-Springreiter im Land reiten auf sehr hohem Niveau und können sich in der ganzen Republik sehen lassen“, fasste der Südbadener am Abend des ersten von zwei Trainingstagen zusammen. Sein Training bestand überwiegend aus Gymnastik- und Rhythmusübungen über niedrige Hindernisse, um die Rittigkeit der Pferde zu verbessern. Die Aktiven lobten das Training des 40-jährigen Ichenheimers ausdrücklich.
Zu den Teilnehmern zählte U25-Reiter wie Katharina Schlosser aus Jagstzell und Christina Volk aus Reutlingen, aber auch Routiniers wie Joachim Durst und Ferdinand Hurrle. Die Anlage der Familie Loesdau auf den Hügeln über Balingen bot wieder perfekte Bedingungen. Am Sonntag ruft Schill einen technisch durchaus anspruchsvollen Parcours ab.
„Für uns Amateure“, so Marc Poppel aus Bisingen, „sind solche Frühjahrslehrgänge ganz wichtig, um wieder Motivation für die kommende Saison zu bekommen“.
Ein Springreiter, der nachweislich ein lupenreiner Amateur ist, musste in Balingen allerdings von der Bande aus zuschauen: Andreas Wittlinger, Steuer- und Unternehmensberater sowie selbst Züchter von Springpferden. Laut Regelwerk rutscht ein Reiter in den Profi-Status, wenn er mit vier oder mehr Pferden in einer Saison Erfolge verbucht hat. Das war bei Wittlinger in der Saison 2023 der Fall. Somit kommt er für den Amateur-Kader nicht in Frage – eine Regel, die in Balingen für Kopfschütteln und Unverständnis sorgte. „Ich sehe darin keinen Sinn, ein Amateur ist ein Amateur, wenn er mit einem anderen Beruf sein Geld verdient“, erklärte auch Schill (rok/Foto: Kern)
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