Dressur-Children auf neuen Wegen
Jasmin bekommt jetzt wieder Luft und Leni hält den Kopf nicht mehr schief. Die besten Children-Dressurreiter des Landes sind am Wochenende bei einem gemeinsamen Förderlehrgang neue Wege gegangen. Württembergs Dressur-Regionaltrainer Holger Schulze, für einen offenen Geist und neue Ideen bekannt, hatte sich die Weissacher Sporttherapeutin. Mentaltrainerin und Gymnastiklehrerin Mascha Renzow an die Seite geholt. Beide ergänzten sich im Training am Pferd, auf dem Boden und am großen Übungstisch in der Theorie. Diese Kooperation war ein lang gehegter Wunsch Schulzes, aber es gibt nicht viele Mentaltherapeuten mit Bezug zum Pferdesport. Mascha Renzow ist selbst Reiterin, ihre Tochter Viola sogar eine erfolgreiche Nachwuchs-Vielseitigkeitsreiterin.
Die Trainerin schaute sich am ersten Tag die U14-Junioren beim Reiten genau an, analysierte ihren Bewegungsablauf, erkannte Schwächen und Förderbedarfe. Es ging - mental - um solche Methoden gegen Aufgeregtheit und für eine bessere Motivation zum richtigen Zeitpunkt. Es ging vor allem aber um die Tipps, wie man - neuroathletisch - mit scheinbar kleinen Handgriffen große Veränderungen an Sitz und Einwirkung verbessern kann, zum Beispiel durch eine Aufrichtung der Wirbelsäule oder eine kontrollierte Atmung.Am zweiten Lehrgangstag bekam jeder eine Einzeberatung, am Sonntag arbeiteten der Pferdewirtschaftsmeister und die Therapeutin gemeinsam an den besten Lösungen für Reiter und Pferd.
Die Children machten ganz neue Bekanntschaften mit Körperteilen - und erfuhren, welche positive Wirkung zum Beispiel eine im Mund kreisende Zunge auf ihr Sitzgefühl hat. Schulze und Renzow wollen öfter zusammenarbeiten.
Der Lehrgang fand auf der schicken Reitanlage der Familie Hengstler in Hülben im Landkreis Reutlingen statt, auf der die Jugendlichen beste Bedingungen vorfanden. Daniela Hengstler will die Anlage mit einer beheizbaren Halle und gepflegten Übernachtungsmöglichkeiten öfter für Kurse und Lehrgänge zur Verfügung stellen (rok/Fotos: D. Matthaes)
Bericht im Reiterjournal Ausgabe 3, Ende Februar
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