Frankfurt: Isabell Werth siegt zum Auftakt des Jubiläumsturniers
36 Künstler, 37 Pferde und ein Hund, zwei Vier- und zwei-Zweispänner, fünf Filmabschnitte, von den historischen Anfängen bis zur Neuzeit – das 50. Frankfurter Festhallen Reitturnier ist gestern mit einer beeindruckenden Jubiläumsshow gestartet. Zahlreiche Ehrengäste waren für diese besondere Feier angereist. Der Hessische Minister des Inneren und für Sport, Peter Beuth, erklärte in der feierlichen Festhalle: „Das Turnier ist der sportliche Abschluss eines jeden Jahres, aber auch der sportliche Höhepunkt jeden Jahres“.
Der erste Turniertag knüpfte an dieses „Feuerwerk der Sinne“ direkt an. Den Auftakt machten die sieben- bis neunjährigen Dressurpferde in der Einlaufprüfung des NÜRNBERGER Burg-Pokals. Und wie soll es anders sein, Dressurqueen Isabell Werth gab einmal mehr den Ton an und brillierte mit größten reiterlichen Können. Die elegante neunjährige Zack-Tochter Skovens Tzarina hatte sich in Hagen das Finalticket gesichert und zeigte sich in der heutigen Einlaufprüfung von der besonderen Atmosphäre doch noch etwas beeindruckt. Auf eine energisch abfußende Trabtour folgte eine Schritttour, in welcher die dänische Stute noch nicht zur optimalen Losgelassenheit fand. Doch Isabell Werth löste dies geschickt, so dass im Galopp weitere Highlights wie Galopppirouetten mit guter Lastaufnahme sowie sichere Serienwechsel folgten. Der Lohn war mit 76 Prozent ein überlegener Sieg. Auf dem zweiten Platz folgte Helen Langenhanenberg mit DSP Danny Cool. Der achtjährige DSP-Wallach hat einen baden-württembergischen „Touch“. So wurde er in den ersten Turnierjahren von Lisa Horler vorgestellt und sicherte sich mit ihr unter anderem die Silbermedaille beim Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde. In Frankfurt zeigte er sich im wahrsten Sinne des Wortes äußerst cool und überzeugte mit Selbstsicherheit in Kombination mit höchster Losgelassenheit. Highlights bildeten die locker durchschwingende Trabtour sowie die top zentrierten Galopppirouetten mit maximaler Kontrolle (74,8 Prozent). Weniger cool, aber mit enorm viel Qualität zeigte sich heute der achtjährige Escolar-Sohn Escamillo unter dem Sattel von Manuel Dominguez Bernal. Neben einer wahrlich beeindruckenden Mechanik zeigten sich immer wieder Momente der Spannung (73,6 Prozent). Eine echte Musterschülerin fand sich mit der erst siebenjährigen Bond Girl unter dem Sattel von Emma Kanerva auf Platz vier (73,5 Prozent). Sie brillierte trotz ihres noch jungen Alters mit höchster Lektionssicherheit und setzte sich damit gegen Beata Stremler mit For Magic Equesta FRH (73,3 Prozent) durch.
Kommen wir zum Ländle und der baden-württembergischen Finalteilnehmerin Carina Harnisch mit ihrem achtjährigen DSP Sheldon Cooper. Was soll man sagen, die beiden begeisterten in der Einlaufprüfung. „Shelly“, wie ihn Carina Harnisch liebevoll nennt, ist zwar groß, doch sein (Hasen-)Herz schlug in der heutigen S-Dressur mit Sicherheit schnell. In der Trab- und auch Schritttour machte er immer wieder große Augen, ließ sich jedoch von Carina Harnisch „beruhigen“ und überzeugte besonders im Trab mit einem energischen Abfußen sowie gut kreuzenden Trabtraversalen. Im Schritt fand DSP Sheldon Cooper nicht zur optimalen Losgelassenheit. Das heutige Highlight bildete die Galopptour mit gut durchgesprungenen Galopppirouetten sowie sicheren Serienwechseln. Alles in allem eine Runde wie aus einem Guss, an welche man im Finale wahrlich gut anknüpfen kann. Heute reihten sich die beiden mit 72,1 Prozent auf Platz acht ein. Das Finale der 32. NÜRNBERGER Burgpokal Saison steht am Samstagvormittag an und verspricht spannend zu werden. (msb)
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