Ugenhof: Landeschampionatssieger der Reiter mit Handicap beim 12. Integrativen Reitertag gekürt
Unter dem Motto “Gemeinsames Reiten ist gemeinsamer Erfolg“ hieß es aus Sicht der beiden Partnervereine der Reitsportgemeinschaft Ugenhof e.V. und dem Verein zur Förderung des Behindertenreitsports e.V., wie auch der Reitanlage Ugenhof GbR „Hufschlag frei“ für den 12. Integrativen Reitertag auf dem Ugenhof.
Durch einen „reitsportlichen Mix“ aus Wettbewerben für Reiter mit und ohne Handicap, Führzügel-, Reiterwettbewerben, speziellen Dressuraufgaben für Reiter mit Handicap in Anlehnung an Special Olympics, einem Geschicklichkeitsparcours, wie auch dem mittlerweile erfolgreich etablierten ehemaligen Pilotprojekt dieser Veranstaltung, einer Schritt-Trab-Dressur für Teams aus einem Reiter mit Handicap und einem ohne, dem sogenannten „unified Partner“, war für jeden etwas dabei! Sogar zwei Starterinnen aus der Schweiz waren mit am Start, die auf einem von befreundeten Reitern zur Verfügung gestellten Pferd tolle Erfolge feiern durfte!
Das diesjährige Highlight der Veranstaltung waren neben den ersten Wertungsprüfungen der Kreismeisterschaft der Reiter mit geistiger Behinderung die Wertungsprüfungen zum Landeschampionat der Reiter mit Handicap 2023! Bei den Reitern mit körperlichem Handicap hieß dabei die neue Championesse in der Dressur Level C (Schritt) Luisa-Marie Knies (RSG Ugenhof). In der Dressur Level B (Schritt/Trab) ging die Goldmedaille an Ursula Ullritz (RV Essingen) vor dem Vorjahressieger Samuel Schmid (RV Initiative Therapeutisches Reiten ) und Luis Fritz (RV Initiative Therapeutisches Reiten). Catrina Gässler (RFV Krumbach) bekam in der Dressur Level A (Schritt/Trab/Galopp) die Siegerschärpe umgehängt, - Silber ging hier an Sabrina Leder (RFV Steinheim).
Bei den Reitern mit geistigem Handicap ging es eng her, am Ende die Nase vorn in der Dressur Level C hatte Andrea Rauter vor Christian Stickel und Sandra Junginger (alle RSG Ugenhof). Thomas Müller (Reitsportabteilung Immenhof-TSV Mähringen) sicherte sich in der Dressur Level B vor Marie Kaiser und Alisa Hamzic (beide RSG Ugenhof) den obersten Podestplatz. Tatjane Raible (RV Ergenzingen) holte sich in der Dressur Level A die Siegerschärpe. Letztere erhielten Sieger und Platzierte aus der Hand des ehemaligen Präsidiumsmitgliedes des Württembergischen Pferdesportverbandes, Rolf Berndt! Pokale und Medaillen wurden von Xaver Metzger und Hans Sturm vom Rotary Club Aalen-Heidenheim, der Veranstaltungsbeauftragten seitens SOBW, Nina Miketta, wie auch seitens des Veranstalters von Daniel Bücheler und Dr. Beate Bengelmann übergeben.
Gegen Mittag gab es im Führzügel- und Reiterwettbewerb eine bunte Mischung aus integrativ startenden Reiterinnen und Reitern zu bewundern. Zahlreiche Zuschauer hatten sich mittlerweile auf der Reitanlage der Familie Bücheler eingefunden und staunten über die enormen Leistungen der behinderten und nicht behinderten Sportler auf ihren Großpferden und Ponys. Allen voran das Richterteam, bestehend aus Ursula Bretz, Angelika Hirsch und Bettina Mödinger, war vom Können der kleinen und großen Reiter begeistert und konnte während der Siegerehrungen mit unzähligen Schleifen, Ehrenpreisen und Pokalen für strahlende Gesichter sorgen.
Gekonnt moderierte dankenswerterweise Andi Kopp mit viel Witz und Fachwissen die ausgeschriebenen Prüfungen, versäumte es nicht, auf die Kleinsten einzugehen und hatte stets jede Situation für Ross und Reiter sicher im Griff.
Am Nachmittag stellten sich wie im Jahr zuvor wieder erfreulich viele Paare in oben genannter „Unified Dressur“ der Konkurrenz. Der anschließende Geschicklichkeitswettbewerb um den beliebten Rolf-Herzel-Preis - den in diesem Jahr Emily Preiß und Lena Strobel (beide RSG Ugenhof) gewinnen konnten - zählte wie auch die Level B- und Level C-Dressur vom Vormittag, als je erste Wertungsprüfung zur 5. Kreismeisterschaft des PSK Heidenheim für Reiter mit geistiger Behinderung.
Über den ganzen Tag zeigten alle Reiter konzentriert und voller Stolz in zahlreichen Prüfungen, was sie gemeinsam mit ihren Pferden, unified Partnern und Coaches intensiv trainiert und gelernt hatten. Vor allem für Reiter mit Handicap ist es durchaus nicht selbstverständlich, das Erlernte unter Turnierbedingungen auch abrufen zu können. Umso größer war deshalb jeweils die Freude beim ganzen Team über errungene Schleifen, Medaillen und Pokale, die allen Reitern eine gehörige Portion Selbstwertgefühl vermittelte, - von Ängsten und Vorbehalten war dabei nichts zu spüren.
So spiegelte der gesamte Ablauf den wesentlichen Sinn der Veranstaltung „Gemeinsam stark!“ wieder! Der Integrative Reitertag hat einmal mehr gezeigt, dass genau solche Veranstaltungen das Verständnis zwischen Menschen mit und ohne Behinderung fördern und – welch tolle Momente man an solch einem Tag gemeinsam erleben kann, - das ist gelebte Inklusion! (pm)
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