Historische Leistung: Grand Prix mit 85 Jahren
Er ist eine Sensation im Sattel: Willy Schetter, Dressurreiter, früherer Leistungsturner und Deutscher Meister im Kartfahren, ist der älteste Grand Prix-Reiter, den es je gab. Im Sattel (und zu Fuß) sieht man dem drahtigen Mann, der auch Jäger und Golfer ist, sein Alter nicht an. Nur zum Hintergrund: Der legendäre Josef Neckermann, dem man bislang im Dressurreiten alle Altersrekorde zusprach, wurde nur 80 Jahre alt. Was Willy Schetter aus Waiblingen zustande bringt, ist eine Riesenleistung, außerdem eine historische! Wer den Maschinenbauingenieur kennt, der weiß, dass ihm diese Lebensleistung und die außerordentliche Fitness nicht zufliegt. Er hält sich außerordentlich diszipliniert, hat kein Gramm Fett auf den Rippen, macht täglich Gymnastik. Er ist ein Vorbild an Disziplin.
Willy Schetter freute sich sichtlich über den Triumph beim Dressurturnier in Reutlingen am Fuß der Schwäbischen Alb. Er schaffte das Kunststück, mit 85 Jahren nicht nur im Grand Prix zu starten. Er verdiente sich 69,19 Prozent der Punkte und ritt als Siebter in die Platzierung. Er hat sich wohl gewünscht, so viele Hände zu haben wie Lebensjahre, so zahlreich waren die Gratulanten, darunter die zehn Jahre jüngeren Wegbegleiter Horst Eulich und Gotthilf Riexinger. Mit der holländischen Stute Dirbini hat der Senior aber auch das passende Pferd gefunden. Sie setzt den Routinier in den Sattel wie einen jungen Kerl. Man kann gespannt sein, was dieser Willy Schetter in der Zukunft noch alles vorhat (rok/Foto: D. Matthaes).
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