Gvido Esmanis: Kulturelles Kleinod in Münchingen schließt die Pforten
Es ist mehr als ein Viertel Jahrhundert her, als der erste Künstler, Bernd Zimmer, im ehemaligen Kuhstall sein Atelier einrichtete. Damals hatten im landwirtschaftlichen Hof von Karl Schmid in der Ziegeleistraße noch Pferde ihr Zuhause. Fünf Kunstschaffende in vier Ateliers haben hier Ihre Wirkungsstätte gefunden. Sieglinde Rehm, Walter Kailbach, Robert Würth sind dabei. Einzelausstellungen der Künstler und sehr beliebte „Tage des Offenen Stalls“ lockten viele Besucher auf den Hof. Ein Zentrum künstlerischen Schaffens unterschiedlicher Kunstgattungen ist hier gewachsen. Ein kulturelles Kleinod.
Zu den Künstlern gehört auch Gvido Esmanis, der im Jahr 2000 den ehemaligen Pferdestall zum „Werkstatt-Atelier Freiraum“ umgestaltete. Die angrenzende Scheune wurde danach in mehrmonatigen Arbeitseinsätzen zur Galerie umgebaut. Seine Atelierführungen sind stets begleitet von kulturellen Ereignissen. So gehörten zum Beispiel Lesungen, Konzerte, Kleinkunst, Kabarettvorführungen, Vorträge und Diskussionsrunden zum kulturellen „Gesamtpaket“. Unter den Gastkünstlern sind auch zwei Kleinkunstpreisträger des Landes Baden-Württemberg zu finden. Hier gastierten der Modern Art Chor, der Musikverein, das Strohgäu Brass Quintett, der Handharmonika Club oder County Swing Five, um nur einige zu nennen. Durch sein Organisationstalent sind die Gemeinschaftsausstellungen im Stalltrakt, die Ausstellung „ART meets HISTORY“ im Heimatmuseum und die „Kunsttage Made in Münchingen“ entstanden. Das künstlerische Kleinod in Münchingen in der Ziegeleistrasse schließt nun am Ende des Jahres. Die Eigentümer des Hofes sehen sich gezwungen die Verträge zu kündigen.
„Hoffentlich finde ich einen Kunstmäzen, der mir in Münchingen einen geeigneten Raum zur Verfügung stellen kann in dem ich weiterhin künstlerisch meinem Gestaltungsdrang nachgehen kann. Meine Künstlerkollegen werden wohl in Ihren Wohnorten, Schorndorf, Leonberg und Bietigheim eine neue Bleibe suchen.“ so Gvido Esmanis. So ist es momentan ungewiss ob weitere seiner Kunstwerke entstehen werden. Bevor es soweit ist und der letzte Vorhang in der Ziegeleistraße fällt, wird Gvido Esmanis das Atelier im Oktober und November zum Abverkauf seiner Kunstwerke, Designobjekte und Kleinplastiken an mehreren Tagen öffnen. Und – seinem Naturell entsprechend wird es natürlich für geladene Gäste eine „Abschiedsparty“ geben. Mehr dazu unter www.gvido-freiraum.de
(PM)
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