Meißenheim: Julia Binder, Felix Kreider und Elisabeth Kelly sind die neuen Badischen Meister in der Vielseitigkeit
Beim Reitverein Meißenheim wurden am Wochenende die Badischen Meisterschaften in der Vielseitigkeit ausgetragen. Bei den Junioren siegte Elisabeth Kelly, bei den Jungen Reitern Felix Kreider und Julia Binder holte Gold in der Altersklasse der Reiter.
Doppelsieg in der Vielseitigkeitsprüfung Klasse L und der Titel bei den Reitern in der Badischen Meisterschaft: Julia Binder aus Eschbronn hat mit ihren beiden Pferden FBW Double D und Dagobert am Wochenende in Meißenheim ordentlich abgesahnt. Mit dem elfjährigen FBW Double D lag sie nach der Dressur in Führung, der zehnjährige Dagobert musste sich im Viereck noch etwas hintenanstellen. Das änderte sich im Parcours, hier blieb Dagobert fehlerfrei, bei seinem Vollbruder fielen drei Stangen. Doch der Cross kam erst noch, die Spezialität der Binder-Pferde.
Vom Vater gezüchtet, von der Tochter ausgebildetBeide Pferde stammen aus der Württemberger Zucht und sind von Julias Vater Erwin Binder selbstgezogen. Die Mutterstute ist Julias ehemaliges Erfolgspferd, die Württemberger-Stute FBW Dream of Dance, Vater der Holsteiner Diarado. Julia Binder hat sie selbst ausgebildet, in diesem Jahr standen erstmals Starts in Zwei-Sterne-Prüfungen an. Diese Erfahrung war auch im Meißenheimer Gelände deutlich zu sehen: Mit beiden Pferden ritt sie fehlerfrei in die Zeit. Das brachte ihr den Doppelsieg mit Dagobert vor Double D und den Meistertitel bei den Reitern. „Dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht“, freute sich die 35-Jährige und legte auf dem Podium erstmal ein Freudentänzchen hin. „Es war ein langer Weg mit vielen Höhen und Tiefen, ich habe mich wirklich durchgekämpft bis zu diesem Erfolg“, erzählte sie. Ihre Pferde halten Binders zuhause im eigenen Stall, erst vor zwei Jahren hat sich die neue Badische Meisterin dort einen kleinen Reitplatz geleistet. „Ich musste sogar zum Longieren immer zur Reithalle fahren und das war ein enormer Aufwand. Jetzt kann ich auch zuhause die Pferde bewegen.“ Der Anhänger wird dennoch für die regelmäßigen Unterrichtseinheiten viel bewegt. Anja Keller, Patrick Höchster, Rüdiger Rau oder Sven Lux unterstützen Julia auf ihrem Weg, der sie noch zur Drei-Sterne-Prüfung führen soll. „Das ist mein Traum und das traue ich uns auch zu.“
Anspruchsvoll und fair„Ich bin sehr zufrieden, wie die Reiter hier den Geländekurs absolviert haben“, freute sich Parcoursbauer Klaus Himmelsbach, der auch im Springen für den Parcours zuständig war. „Das Springen hatte ich bewusst nicht ausgereizt in der Höhe, damit die Paare mit genügend Kraft ins Gelände gehen. Hier sind Amateure am Start, einige haben noch nicht so viel Erfahrung“, erklärte er. Der Geländekurs war technisch anspruchsvoll, dennoch überaus fair und sehr gut machbar mit langen Galoppstrecken über das Meißenheimer Gelände.
Silber bei den Reitern ging an Adina Herzog (Nußbach), die mit ihrem selbst ausgebildeten Impi Dimpi im vergangenen Jahr den Titel gewonnen hatte. Der elfjährige Imparo-Sohn stammt ebenfalls aus der Württemberger-Zucht (Z: Frieder Homberger). Nach einer ordentlichen Dressur, aber etwas Unstimmigkeiten im Parcours, konnte das Paar mit einer fehlerfreien Geländerunde glänzen und die Prüfung auf Rang sechs abschließen.
Bronze holte Gsell Seidinger (Rielasingen-Worblingen). Und auch sie setzte erfolgreich auf die Württemberger-Zucht: Im Sattel der 13-jährigen Clintord I-Tochter Calibra Sportiva zeigte sie eine harmonische Dressurprüfung, im Springen fielen dann zwei Stangen. Den Geländekurs absolvierte das Paar ohne Hindernisfehler, nur die Zeit reichte nicht ganz: Platz sieben in der Endabrechnung.
Junge Reiter und JuniorenBereits am Vortag fand die Kombinierte Prüfung in der Klasse A statt. 37 Reiter nahmen an der Geländeprüfung teil, ein Nennungsergebnis, das hinsichtlich der Nachwuchsförderung mehr als zufriedenstellend ist und Mut für die Zukunft macht. „Ich glaube, die vielen Lehrgänge und Trainingseinheiten machen sich langsam bezahlt“, freute sich Klaus Himmelsbach, der als Vielseitigkeitsbeauftragter des Ortenauer Reiterrings regelmäßig Trainingsstunden in Meißenheim anbietet und die Nachwuchsreiter auf dem Weg in den Sport unterstützt. Über den Sieg in der Prüfung und den Titel bei den Jungen Reitern freute sich Felix Kreider (Wiesental-Steinen) mit der achtjährigen Sir Heinrich-Tochter Supergirl WW. Silber bei den Jungen Reitern gewann Vanessa Späth (Hinterwald) mit dem siebenjährigen Delgado Dress.
Elisabeth Kelly (Kehl-Sundheim), die in diesem Jahr auch beim Bundesnachwuchschampionat in Warendorf dabei war, holte sich den Titel bei den Junioren. Mit ihrem Erfolgspony First Choice Victoria’s Secret wurde es zudem Platz zwei in der Kombinierten Prüfung. Silber gewann Louisa Leonhard (Lahr-Reichenbach) mit ihrem Hannoveraner Looks like riccioli, mit dem sie auch im Dressurviereck sehr erfolgreich ist. Bronze ging an Malena Mild (Altenheim) mit dem Grafenstolz-Sohn Camelot de Blonde. (mj)
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