Heuchlingen: Marcel Baßler entscheidet Turnierhöhepunkt für sich
In Heuchlingen stand am gestrigen Nachmittag das zweite schwere Springen des Turniers auf dem Programm. 20 Teilnehmer versuchten ihr Glück in einem S*-Springen mit Siegerrunde, dementsprechend schafften fünf Paare den Sprung in den entscheidenden zweiten Umlauf. Nach zwei Durchgängen behielten lediglich zwei Springreiter ihre weiße Weste, nämlich Christian Pfeifer und Marcel Baßler. Letzterer wiederum sollte am Ende mit Laterne die Nase vorne haben. Im Sattel des Holsteiner Casall-Nachkommens mit dem zum Namen passenden markanten Gesicht blieb der 29-jährige Springreiter aus Aalen doppelnull und setzte mit 49.09 Sekunden die Bestzeit. Marcel Baßler und sein 13-jähriger Wallach kennen sich schon ewig, von Springpferdeprüfungen der Klasse A im Jahr 2015, bis heute, zusammen sind sie bis auf Zwei-Sterne-Niveau platziert. Rang zwei ging infolgedessen an Christian Pfeifer mit Lollita.
Vortagessieger Mario Walter hatte es als schnellster Vier-Fehler-Ritt des Umlaufs in die Siegerrunde geschafft. Bei der einen Stange sollte es mit der vermögenden Schimmelstute SMA Kiss de Semilly bleiben, was Rang drei in der Endabrechnung bedeutete. Gina-Maro Fröhlich musste mit Quissini einen Fehler in der Siegerrunde hinnehmen und wurde Vierte, ebenso Marian Müller mit dem erst siebenjährigen Coupe auf Rang fünf. Den Nachkommen seines ehemaligen Erfolgspferdes Coupe de Alb hat der Pferdewirtschaftsmeister selbst aus einer Chambertin-Mutter gezogen.
Nächstes Wochenende finden in Heuchlingen parallel auf zwei Plätzen Dressurprüfungen bis zur Klasse S statt, neu im Programm ist in diesem Jahr der Prix St. Georg, der am Sonntagnachmittag als abschließender Turnierhöhepunkt stattfinden wird.
Vor drei Jahren hatte man im Reit- und Fahrverein Heuchlingen den Entschluss gefasst, Dressur- und Springturnier zu trennen und an zwei Wochenenden stattfinden zu lassen. So kann der Veranstalter den Teilnehmern noch bessere Bedingungen bieten, so müssen die Springreiter aufgrund dieser Änderungen nicht mehr auf dem Rasen abreiten, sondern können in die große Halle, um nur ein Beispiel zu nennen. Das Konzept kommt an bei den Teilnehmern, kostet aber auch, wie Vereinsvorstand Stefan Funk gegenüber dem Reiterjournal erklärt: „Das Trennen der Turniere ist für uns ein Mehraufwand von ca. 5.000 Euro“. Eine Summe, die erst einmal gestemmt werden muss. 110 Sponsoren greifen 2023 dafür mit unter die Arme. Zwei Turnierwochenenden, das heißt auch, das die Helfer an zwei Wochenenden ranmüssen. Kein leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass keine Einsteller auf der Anlage beheimatet sind. Der Reit- und Fahrverein Heuchlingen zählt über 450 Mitglieder aus einem Umkreis von ca. 20 Kilometern. „Bei uns haben die Vereinsmitglieder zahlreiche Möglichkeiten die Anlage rund um die Uhr zu nutzen, dafür zahlen sie faire Nutzungsgebühren und haben keine Pflichtarbeitsstunden, dafür legen wir aber auch eine gewisse Erwartungshaltung an den Tag und wollen, dass möglichst viele bei den Turnieren helfen.“ so Stefan Funk zur vereinsinternen Vorgehensweise. Ein System, dass aufzugehen scheint. (akb)
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