Mit Michael Jung durchs EM-Gelände - "Tolle Prüfung auf gutem 4*-Level, aber auch bergig und anstrengend!"
Die Dressuren laufen, das EM-Areal füllt sich nach und nach mit Zuschauern und soeben kam Michael Jung vom dritten Abgehen der Geländestrecke in Le Pin au Haras zurück. Zeit den Reitmeister nach seiner Einschätzung über den Kurs zu befragen, für den Pierre Le Goupil, der auch in Paris 2024 bauen wird, verantwortlich zeichnet.
„Das dritte Abgehen ist es, bei dem sich bei mir immer mehr ein Plan formt und sich heraus kristallisiert, wo ich galoppieren kann und wo man eventuell etwas langsamer reiten muss, wo die Schwierigkeiten liegen“, so der Multichampion, der den Cross als fair auf gutem 4*-Niveau gebaut, aber dennoch als bergig und entsprechend auch anstrengend einstuft.
„Der Boden war etwas schwer, aber es wird immer besser. Wenn es trocken bleibt, kann es richtig gut werden“, so sein aktuelles Update aus Le Pin au Haras zu den Bodenverhältnissen, bevor uns Michael Jung mit ins EM-Gelände nimmt:
M.J.: „Los geht es über eins, zwei und drei in Schlangenlinien, dann bergauf Richtung Stallungen über ein Eulenloch und zu fünf, einem, wie ich finde, recht imposanten über einen Graben gebauten Sprung mit schräger Hecke. Nach einer Galoppstrecke und Sprung sechs kommt kurz nach dem zweiten Minutenpunkt das erste Wasser und auch die erste Klippe im Kurs. Es geht es über einen Tiefsprung und eine große Bürste hinein, dann mit drei Galoppsprüngen zum Schmalen im Wasser. Hier sind ein etwas versammelter Galopp und eine gute Balance wichtig, damit die Landung gut gelingt und man auf den Schmalen ordentlich zielen kann.“
Unter anderem nach einer langen Galoppstrecke mit Rennbahnbürste, der Tripplebarre auf eine Ecke mit drei Galoppsprüngen und bergab über einen Holzwagen folgen zwei Steilsprünge auf gebogener Linie, auf die Michael Jung ebenfalls ein ganz besonderes Augenmerk hat.
M.J.: „Die zwei steilen MIM-Sprünge mit Graben und den hellen Hackschnitzeln sind etwas guckig. Man sollte die Galoppstrecke davor nutzen, um gut Tempo rauszunehmen und die Balance halten, denn auch hier ist besonders gezieltes Reiten gefragt.“
Nach einer weiteren langen Galoppstrecke über einen Buschoxer geht es aus einer Mulde heraus über ein schräges Haus und dann ins zweite Wasser, das laut Jung technisch zwar etwas einfacher als der erste Wasserkomplex ist, aber, nachdem bereits die sechste Minute des Kurses erreicht ist auch nicht unterschätzt werden sollte, was Kraft und Kondition angeht.
Es folgt neben weiteren Hindernissen, ein Dach auf Ecke mit dem Sicherheits - MIM-System ausgestattet.
MJ: „Dann geht es zum Coffin mit einem Tisch, einem großen Steilsprung auf den ich vier Galoppsprünge bis zum Graben habe und dann wieder drei Galoppsprünge bergauf über eine schräge Hecke.“
Bei Minute acht erwartet die Starterpaare schließlich ein imposanter, roter Tisch bevor es über einen kleinen Hügel mit Bürste zum letzten, in den französischen Nationalfarben, dekorierten Wasserkomplex geht und anschließend zu Hindernis 26, einem massiven Baumstamm.
MJ: „Beim darauffolgenden Coffin mit Steilsprung und drei Galoppsprüngen auf einen Graben mit sehr schmalem Sprung darüber wird es kurz vor Schluss noch einmal etwas kniffelig.“
Es folgt als vorletztes Hindernis ein Steilsprung mit massiver, großer Grundlinie, bevor es bei 10.10 Minuten über den letzten Sprung ins Ziel geht.
Doch das Ziel ist für Michael Jung noch etwas entfernt, denn heute Nachmittag geht es für den Reitmeister dann ein viertes Mal ins Gelände zum Abgehen, am Freitag steht ein weiteres Mal an, bevor am Samstag vor Prüfungsstart wahrscheinlich noch einmal einzelne Bereiche genauer in Augenschein genommen werden. Der Ausnahmereiter aus Horb ist eben ein Vollprofi und weiß ganz genau, worauf es ankommt! (wentsch)
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