Niklas Kriegs Triumph in Waldachtal
Es ist sein größter Erfolg seit einiger Zeit, aber hochverdient: Niklas Krieg hat den Großen Preis von Waldachtal gewonnen, den wichtigsten und teuersten nationalen Großen Preis des Landes. Im Sattel seines zehnjährigen Hannoveraners Alexis sicherte sich der Donaueschinger in einem gewaltig spannenden Stechen am Sonntagmittag das 20 000 Euro-Springen. Großer Jubel am Stall Krieg.
Das Stechen der zehn fehlerfreien Ritte wurde zum Krimi, nachdem Michael Jung im Sattel des großen Schimmels Duo Power mit 40,21 Sekunden vorgelegt hatte. Er hatte zwei Pferde im Finale. Alexander Schill versuchte es im Sattel seiner Galoppiermaschine Chelsea Gravelotte und kam bis auf Zehntel an „Michi“ Jung heran – eine starke Leistung des Ichenheimers!
Dann kam Niklas Krieg auf dem eher behäbig wirkenden Hannoveraner Alexis. Er schaffte das Kunststück, den berühmten Konkurrenten in die Mangel zu nehmen: 40,18 Sekunden. Der junge Krieg wuchs über sich hinaus. Auf den letzten Sprung zog er es einfach durch.
Sollte das reichen?
Dann Michael Jung mit seiner bewährten Stute Chelsea: Natürlich wollte er sich den Spitzenplatz zurückholen. Dann fiel eine weiße Planke am Steilsprung. Krieg war der Sieger.
Der Große Preis fand vor großer Kulisse statt, die Temperaturen auf den Hügeln des Nordschwarzwalds waren erträglicher als anderswo im Land. Über 1000 Menschen aus der ganzen Region verfolgten den Sport. Die Springbahn aus der Feder von Phil Schmauder hatte es in sich. „Schwer genug“, urteilte Helmut Hartmann, der die Prüfung gemeinsam mit Peter Bort richtete. Und schmunzelnd fügte er hinzu: „Wie gut, dass ich da nicht mehr drüberreiten muss.“ Drei Zweifache Kombinationen bildeten die schwierigste Klappe, ein offenes Wasser nach der ersten „Kombi“war auch knifflig. Grundsätzlich hatte Schmauder wieder ein Springbahn aufgestellt, die rittige Pferde verlangte: Viele Wendungen, etliche Distanzen: Schön anzuschauen.
Aber dann kamen die Reiter bei besten Waldachtaler Bodenbedingungen besser mit den Anforderungen zurecht als gedacht. Armin Schäfer drehte auf dem sportlichen Luxemburger Fuchswallach Costa Gavras gleich eine lässige Nullrunde, Marie Ligges vom bekannten westfälischen Spring- und Zuchtstall Ligges – erstmals in Waldachtal – folgte mit der achtjährigen Congress-Tochter Ruby Go L aus eigener Zucht. Michael Jung machte es im Sattel des großen Schimmels DuoPower ebenso gut.
Es folgten aus Landessicht noch Alexander Schill auf einer wieder glänzend aufgelegten Franzosenstute Chelsea Gravelotte. Niklas Krieg mit dem Hannoveraner Alexis blieb mit weißer Weste und noch einmal Michael Jung mit einer lässigen Runde im Sattel der jetzt 15-jährigen Westfalenstute Chelsea. So hatte der Busch-Champion als einziger Reiter im Stechen zwei Eisen im Feuer.
Eine Sondervorstellung lieferte der starke Rheinländer Sebastian Adams. Im Sattel des großen Hannoveraners Dree Broeken Golden Eye musste er erkennen, dass sich schon nach dem ersten Sprung der Bügelriemen löste. Aber er ritt unbekümmert zu Ende – und das fehlerfrei. Der Sonderapplaus war im sicher. (rok/Foto: Julia Waldenmaier)
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