Max Weißbrods wichtiger Titel in Nordbaden
Er ist der aufstrebende Jungprofi unter den Springreitern in Nordbaden: Maximilian Weißbrod, Reiter, Trainer und Ausbilder von Reitern und Pferden auf der familieneigenen Reitanlage Winterheck in Walldorf. Am Sonntag feierte der 32-jährige gelernte Pferdewirt vor heimischem Publikum den bislang größten Erfolg seiner Karriere: einen Start-Ziel-Sieg zur Nordbadischen Meisterschaft der Springreiter. In beiden S-Springen, in denen es Meisterschaftspunkte gab, blieb er im Sattel seines erst achtjährigen Oldenburger Wallachs Mr. Barnaby ohne einen Abwurf – der Titel war ihm nicht zu nehmen. Bei der Meisterehrung gab es geteilte Freude: Denn die wichtigste Gratulantin war seine Mutter Nadja, die Präsidentin des Pferdesportverbandes Nordbaden ist. Voller Stolz kleidete sie ihren Sprössling mit der Siegerschärpe des Meisters.
Überhaupt drückte der Weißbrod-Ausbildungsstall der Nordbaden-Meisterschaft der Springreiter einen Stempel auf: Manuel Back, gelernter Hufschmied und ein Schüler des neuen Regionalmeisters, landete mit seiner Gipsy Lady auf Rang drei. Mit einer starken Reiterleistung im Finale katapultierte sich der 21-jährige Schriesheimer Julian Holzmann auf den zweiten Platz nach oben: Das bedeutete Silber. Den elfjährigen kapitalen Holländer Handsome hat der junge Nationenpreisreiter erst vor wenigen Wochen übernommen – und nach und nach deutlich gesteigert.
Knapper Ausgang bei U25 und U18
Denkbar knapp wurde es in der Altersklasse U 25, weil die Favoriten in der zweiten Wertungsprüfung Nerven zeigten und teilweise einige Ränge nach hinten durchgereicht wurden. Am Ende sicherte sich der erst 17-jährige Buchener Fabian Beck, der auch schon Mitglied im Landeskader Baden-Württemberg ist, den Titel. Nach zwei Wertungen verbuchte er mit seinem Oskari nur einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung auf dem Konto. Auch die Silbermedaillengewinnerin Lea Rothermel aus Zeutern blieb ohne einen Abwurf, aber etwas langsamer. Das kostete sie zwei Strafpunkte – und das sicher geglaubte Gold. Knapp verteidigte Nele Appolt aus Winterheck-Walldorf im Sattel von Nosferatu Uno die Bronzemedaille vor Lilly Schmitt aus Robern auf Montreau.
Eine faustdicke Überraschung gab es in der Altersklasse U18, als Cara Brillinger aus Heddesheim auf ihrer Stute Cool Fricka Nerven wie Stahlseile bewies. In der zweiten Wertungsprüfung gelang ihr die einzige fehlerfreie Runde des Springens. Dadurch rutschte die Schülerin von Matthias Müller von Rang drei auf den Spitzenplatz, obwohl sie noch nicht viele L-Springen absolviert hat. So haben Meisterschaften eben immer eigene Gesetze. Die Goldmedaille entschied Cara Brillinger bei Fehlergleichheit mit einem schnelleren Ritt für sich. Tanita Muckle aus Robern im badischen Odenwald fiel mit Contra B auf Rang zwei zurück. Ein neues Gesicht sah man auf dem Treppchen, zumindest im Springsport. Denn Mariella Pavaria aus Kraichtal hat ihre größten Erfolge bislang im Vierkampf erreicht, zu dem neben dem Reiten auch Laufen und Schwimmen gehört. Die sportliche junge Dame spezialisiert sich gerade im Training bei Dominik Steinhilper in Kraichtal auf Springprüfungen – die Sportlichkeit sieht man ihr im Sattel durchaus an. Mit ihrem Conrad bekam sie die Bronzemedaille.
Stephanie Fleer sorgt für Überraschung
Im Amateurchampionat wollte Sven Jösel aus Kraichtal mit Lorssini seinen Titel verteidigen, aber da machte ihm Stephanie Fleer aus Eggenstein einen Strich durch die Rechnung mit einem starken zweiten Platz im Finalspringen auf ihrem langbeinigen Holsteiner Latino. Karolin Fesenbeck aus Oberdingen mit Lentina bekam Bronze, nachdem die Schriesheimerin Sina Urban am zweiten Tag im Sattel ihres wilden Wallachs Cox nach einer sensationellen Runde am Vortag überraschend einen Abwurf hinnehmen musste. So reichte es nur für den etwas undankbaren Platz vier.
Bei den Ponyreitern hatte sich am Vortag schon die 15-jährige Mannheimerin Annika Fackert den ersten Titel ihrer jungen Karriere gesichert. Die junge Dame stammt aus einer bekannten Mannheimer Reiterfamilie: Ihr Großvater Heinz Scheidel war Gründer und über 50 Jahre Vorsitzender der Reitgemeinschaft Mannheim-Neckarau, ihre Mutter Susanne ist selbst schwere Springen geritten. Ihre Cousinen Theresa und Selina Volckmann waren als Ponyreiterinnen schon Süddeutsche Meisterinnen, Cousin Adrian siegte sogar schon im Nürnberger Burg Pokal in der Schleyerhalle. Hinter Annika Fackert und ihrem 13-jährigen Pony Knockilloree Romeo landeten– wie im vergangenen Jahr - Frieda Grüber auf Lara auf Rang zwei der Meisterschaft. Bronze sicherte sich die Pforzheimerin Anna Balcarek auf dem „Professor“ Gordi, der nur langsam ruhiger wird (rok/Fotos: Talia Klefenz)
Die Nordbadischen Meister auf einen Blick:
Amateurchampionat
1. Stephanie Fleer (Eggenstein)/Latino
2. Sven Jösel (Kraichtal)/Lorssini
3. Karolin Fesenbeck (Oberderdingen)/Lentina
Ponys
1. Annika Fackert (Mannheim-Neckarau)/ Knockilloree Romeo
2. Frieda Grüber (Robern)/Lara
3. Anna Balcarek (Pforzheim/Gordi
U18
1. Cara Brillinger (Heddesheim)/Cool Fricka
2. Tanita Muckle (Robern)/Contra B
3. Mariella Pavaria (Kraichtail)/Conrad
U25
1. Fabian Beck (Buchen)/Ossari
2. Lea Rothermel (Zeutern)/Eclipse
3. Nele Appolt (Walldorf-Winterheck)/Nosferatu Uno
Ü25 - Reiter
1. Maximilian Weißbrod (Walldorf-Winterheck)/Mr. Barnaby
2. Julian Holzmann (Schriesheim)/Handsome
3. Manuel Back (Walldorf-Winterheck)/Gipsy Lady
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