CHIO Aachen: Hansi Dreher verpasst ganz knapp den Sieg im Stawag-Preis, deutsches Team auf Platz fünf im Nationenpreis
Fast hätte es gereicht – letztlich fehlte rund eine Sekunde zum Sieg. Hans-Dieter Dreher und sein Franzosenwallach Vestmalle des Cotis waren David Will im Sattel des zehnjährigen Holsteiners Zaccorado Blue dicht auf den Fersen. 59,72 Sekunden hatte das Paar vorgelegt und das sollte auch für den Sieg reichen. Auch wenn Dreher alles auf eine Karte setzte, das Publikum lauthals die Luft anhielt auf der Linie zum letzten Sprung. Bei 60,88 Sekunden stoppte die Uhr – Platz zwei für den Eimeldinger im Stawag Preis über 1,50 Meter. Das gab ein gutes Gefühl für den Nationenpreis, der am Abend unter Flutlicht ausgetragen wurde. Diesmal saß Dreher im Sattel seines Elysium.
Der Nationenpreis der SpringreiterAls erste Starterin für Deutschland ritt allerdings Jana Wargers mit dem 14-jährigen Holsteiner Limbridge ins Stadion ein. Der Limbus-Sohn aus der Zucht von Ralf Pawlowski sprang hervorragend, doch das letzte Quäntchen Glück fehlte - am letzten Sprung fiel die Stange. Egal wie lange man bereits in großen Stadien reitet, es kann trotzdem noch "ein erstes Mal" geben. Wie bei Hansi Dreher, der zwar schon mehrere Nationenpreise absolvierte, aber noch nie in Aachen beim CHIO. Das war tatsächlich eine Premiere für den 51-Jährigen. Und die gelang bereits im ersten Umlauf mit einer fehlerfreien Runde im Sattel seines elfjährigen Holsteiners v. Zirocco Blue hervorragend. Mario Stevens und Starissa lieferten einen Abwurf, Marcus Ehning mit seinem Stargold zwei. Im zweiten Umlauf wendete sich das Blatt etwas: Jana Wargers gelang mit Limbridge die Nullrunde, nachdem sie ihre Taktik änderte und zum letzten Sprung einen Galoppsprung mehr machte. Hansi Dreher kassierte einen Fehler am Wasser, Marios Stevens unterlief ein Fehler, dafür lieferte Marcus Ehning eine fehlerfreie Runde. Damit blieben unterm Strich zwölf Strafpunkte für das deutsche Team und damit Rang fünf. Den Sieg holte sich das Team aus der Schweiz, zum ersten Mal nach 21 Jahren, sie hatten nur vier Fehlerpunkte auf dem Konto. Auch wenn der Parcours zu Beginn fast einfach erschien, weil es zunächst einige fehlerfreie Runden gab, so zeigte sich später, dass Parcourschef Frank Rothenberger doch einige Klippen eingebaut hatte. Für das Team von Otto Becker ist das Ergebnis trotz guter Form enttäuschend. „Wir hatten uns was vorgenommen und hatten ein gutes Team. Wir haben keine schlechte Runde gesehen, aber trotzdem zu wenig Null-Fehler-Ritte und dann ist das beim Springen so. Die können alle gut reiten, da tut jeder Fehler doppelt weh und am Ende hat es dann nur zum fünften Platz gereicht", so der Bundestrainer.
Neben den Dressur- und Springreitern tragen auch die Vierspänner ihren Nationenpreis beim CHIO Aachen aus. Ein Team besteht aus drei Fahrern, für Deutschland sind Michael Brauchle, Mareike Harm und Georg von Stein am Start. Am Donnerstag absolvierten sie ihre Dressurprüfung. Nach dieser liegen sie derzeit auf Rang drei hinter Australien und den führenden Niederländern. Michael Brauchle kassierte 51,91 Fehlerpunkte und rangierte damit auf Platz acht. Beste Deutsche war Mareike Harm auf Rang fünf (49,11), Georg von Stein wurde Siebter (52,11).
Am Mittwochabend ist Richard Vogel im Sattel des elfjährigen Westfalen United Touch S im Turkish Airlines Preis unter Flutlicht mal wieder abgehoben: Mit einer fehlerfreien Runde im Umlauf erreichten sie das Stechen. Dort klappte eine Wendung nicht ganz, es wurde doch zu eng für den Hengst v. Untouched und die Stange fiel. Damit platzierte sich das Paar auf Rang fünf, was immerhin noch 14000 Euro einbrachte. Die Nase vorn hatte der Brasilianer Yuri Mansur, über drei Sekunden schneller als Vogel, mit seiner Chacco-Blue-Tochter Miss Blue-Saint Blue Farm. (mj)
Alle Ergebnisse finden Sie hier.
Ähnliche Meldungen
Warte mal kurz...
Hat Dir der Beitrag gefallen? Ja? Dann schnupper doch mal in unsere Printausgaben.