Menpower in Ötigheim: Carsten Kurz und Jerome Schaack dominieren die schweren Prüfungen
Zum 50. Mal jährte sich am Pfingstwochenende das traditionelle Turnier des Reitvereins Ötigheim. Neben zahlreichen Prüfungen für den zwei- und vierbeinigen Nachwuchs, unter anderem auch eine Gewöhnungs-Spring-LP nach Clear-Round-Richtverfahren auf E-Niveau, waren eine S-Dressur und ein S-Springen mit Stechen am Pfingstmontag ausgeschrieben. Sicher ist: Das Turnier fand einen mehr als würdigen Abschluss und war in diesem Jahr erneut ein kleines Volksfest. Am Parcours säumten sich die Zuschauer, wer zu spät kam, hatte das Nachsehen. Dicht an dicht saßen die Besucher auf dem kleinen Wall entlang des Waldes, standen dichtgedrängt am Geländer oder Schlange am Ausschank zwischen Turnier- und Abreiteplatz. Zwölf Reiter starteten im S*-Springen mit Stechen und es dauert doch etwas, bis der erste Nullfehlerritt gelang. Diesen schaffte keine geringere als Anna Burger aus Benzenbühl mit ihrem erst achtjährigen Mecklenburger Devantè. Wäre es ein Stilspringen gewesen, hätte ihr den Sieg mit Sicherheit keiner mehr nehmen können, ihre harmonische und gefühlvolle Runde war Werbung für den Sport. Mit diesem Gefühl, getragen vom Applaus der Zuschauer, wollte sie auch nach Hause fahren und verzichtete auf die Teilnahme am Stechen. Zwei weitere fehlerfreie Runden im Normalparcours gelangen Carsten Kurz mit seinem langbeinigen Limp Bizkit und Elias Hohler mit Floyo aus Viernheim. Im Stechen wäre der Sieg dann fast nach Hessen gegangen, denn Carsten Kurz und sein überragend springender Hannoveraner v. Lord Pizzaro waren mit Siebenmeilenstiefeln unterwegs und dank der riesigen Galoppade des Schimmels sehr schnell, aber hatten nach einer langen Distanz einen Fehler. Ideale Vorausssetzungen für einen Durchmarsch von Hohler, der seine Runde auf Sicherheit anlegte, sichtbar null reiten wollte und daher die großen Wege nahm. Doch dann fiel auch bei ihm eine Stange und die Zeit konnte er nicht mehr aufholen. Damit siegte Carsten Kurz. Vierte wurde Julia Beck mit ihrer kleinen, aber schnellen Stute Toulona mit einem Abwurf im Umlauf. Das Paar hat in diesem Jahr bereits neun Springen auf M*- und M**-Niveau gewonnen und einen absoluten Lauf. Auch im S-Springen zeigten sie, dass mit ihnen gerechnet werden muss. Fünfter wurde Ferdinand Hurrle mit OBC Cenwood und ebenfalls einem Fehler.
Rund um das Dressurviereck versammelten sich zwar nicht so viele Zuschauer wie um den Springplatz, der Sport war aber nicht minder hochwertig anzuschauen. In der S-Dressur waren es ebenfalls zwölf Starter. Jerome Schaack und der 15-jährige Hannoveraner Happy Harley bekamen für ihre Vorstellung 69,722 Prozent und holten sich damit den Sieg. Nach dem Sieg in Schwaigern der zweite in diesem Jahr für den Pferdewirtschaftsmeister. Auf Rang zwei reihten sich zwei Damen ein mit jeweils 67,619 Prozent: Claudia Kaiser mit ihrem selbstgezogenen achtjährigen Sweetheart und Stephanie Hornung im Sattel ihrer Rheinländer-Stute Fairytail. Vierte wurde Sabrina Schmelzle mit dem 17-jährigen Hannoveraner Ravenhawk. (mj)
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