Bibi Blocksberg fliegt auch ohne Besen
Schön und schnell – das sind die Markenzeichen, wenn Maren Steinhilper über Sprünge reitet. Die amtierende nordbadische Meisterin im Springreiten hat am Wochenende auch die S-Springen beim Reitturnier in Eppelheim dominiert. Mit ihrer zehnjährigen Fuchsstute Bibi Blocksberg, die sie schon als junges Pferd entdeckt und gefördert hat, siegte sie in beiden schweren Wettbewerben, auch im S-Springen mit Stechen gestern Mittag vor vollem Haus in Eppelheim,
Dabei war der Eppelheimer Lokalmatador, Pferdewirtschaftsmeister und Nordbaden-Nachwuchstrainer Günter Treiber eigentlich der Favorit. Er brachte zwei Pferde ins Stechen: die neunjährige Stute Nanu Nana und den großen erst achtjährigen Schimmel Nibali. Aber die sensible Stute verpasste einmal den Absprung. Und Nibali kickte am letzten Sprung im Stechen die Stange zu Boden – die Zeit hätte zum Sieg gereicht. Maren Steinhilper siegte vor dem jungen Viernheimer Elias Hohler und dem Meckesheimer Braumeister Thomas Schumacher mit Cristof.
Schon am Samstag war es im Eppelheimer Parcours zum Duell des Lokalmatadoren Günter Treiber und der nordbadischen Meisterin Maren Wittenborn gekommen. Auch da hatte die Stilistin aus Kraichtal die Nase vorn: Ihre sensible Fuchsstute Bibi Blocksberg
Günter Treiber, seit Jahren der erfolgreichste Reiter im Raum Heidelberg, ist derzeit mit talentierten Nachwuchspferden so gut ausgestattet wie noch nie in seiner Karriere als Pferdewirtschaftsmeister. Man könnte meinen, sie wachsen in Eppelheim auf den Bäumen.
Der 48-jährige Chef der Reitanlage Hegenichhof, der 2021 in einem Jahr bden-württembergischer Landesmeister und Süddeutscher Berufsreiterchampion war, hat zwar sein Meisterschaftspferd Curtis verkauft, hat aber mit dem neunjährigen Rappen Cassis ein Ausnehmepferd unter dem Sattel. Treiber will in diesem Jahr an die starke Saison 2021 anknüpfen.
Insgesamt hätten sich die Eppelheimer Reiter im Parcours ein paar Starter mehr gewünscht, aber Konkurrenzturniere in Südhessen und im Raum Stuttgart hatten einige Sportler abgeworben. Im nächsten Jahr will man besser auf solche Überschneidungen achten.
Der Qualität der sportlichen Leistungen tat dies aber keinen Abbruch. Ausgezeichnet gebaut waren die Parcours, so dass immer flüssige Ritte zu sehen waren. Dazu hatte der Eppelheimer Turnierleiter Gregory Wiegand, der selbst zu den gefragtesten Parcourschefs in Süddeutschland gehört, seinen Freund und Kollegen Phil Schmauder verpflichtet. (rok)
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