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Dienstag, 09.05.2023 um 15:25

Frau Sanne aus Holland siegt in Baden

© honorarfreie Nutzung des Bildes
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So ist der Pferdesport des 21. Jahrhunderts: jung, weiblich und international. Und die Mannheimer „Badenia“, ein Klassiker des deutschen Springreitens, ist ein Spiegel des Sports: Die 24-jährige Niederländerin Sanne Thijssen hat am Dienstag das Finalspringen des Mannheimer Maimarktes gewonnen. Im Sattel ihres 17-jährigen Holsteiners Con Quidam ist sie erst die achte Amazone, die den Großen Preis in Mannheim gewinnen konnte. Und mit gerade mal 24 Jahren gehört sie auch zu den jüngsten Badenia-Siegerin der fast 60-jährigen Maimarkt-Geschichte. Auf der internationalen Bühne ist Sanne Thijssen bekannt, seit sie im Herbst 2022 mit dem niederländischen Team bei der WM in Dänemark die Silbermedaille gewann.

Zwei Tage nach dem Nationenpreissieg drückten die Niederländer dem Maimarkt also erneut ihren Oranje-Stempel auf. Eine gute Sekunde nahm Frau Sanne aus Holland dem schwedischen Superstar Hendrik Eckermann ab, der seine zehnjährige Fuchsstute Dzara Dorchival von Mannheim auf Dienstag um Klassen steigern konnte. Als bester Deutscher landete Stefan Engbers mit seinem Häuser springenden Schimmel Baju auf Rang drei. Der westfälische Hochspringer ist aber kein schnelles Pferd – wohl aber eines mit Championatsqualität. Marcel Marschall ritt durch das Stechen wie in einem Stilspringen, eine Augenweide. Der Ritt war allerdings auf Sicherheit angelegt. Der Oberschwabe hat mit dem eleganten Holsteiner noch viel vor, zum Beispiel einen Start am kommenden Wochenende in Hamburg. Die Hoffnungen ruhten auch auf dem Holsteiner Hengst Zaccarado Blue unter David Will aus dem baden-württembergischen Stall Isaak. Aber der weißgestiefelte Braune traf im Stechen gleich den ersten Sprung.

Acht Paare hatten das Stechen erreicht. Sophie Hinners auf der bis dato eher unbekannten neunjährigen Fuchsstute Addresse legte gleich eine rasende Runde vor, wendete riskant, musste aber einen Abwurf akzeptieren.

Im Normalparcours hatte sich vor allem eine Distanz entlang der Stehplatztribüne als Klippe  erwiesen, die mit sechs Galoppsprüngen auf die Dreifache Kombination zuging, Über ein Dutzend Pferde trafen die obere Stange des Steilsprungs. Die Springbahn von Parcourschefin Christa Jung (Bad Friedrichshall) hatte ihre Tücken, blieb aber stets eine faire Aufgabe. Das war diesmal nicht so einfach, weil fast 70 Reiter an den Start gingen – so viele wie noch nie.

Knapp wurde es für den 24-jährigen Philipp Schulze-Tophoff, der in der „Badenia“ Avantus gesattelt hatte. Erst ein Abwurf am letzten Hindernis versperrte den Weg ins Stechen.

Hans-Dieter Dreher aus dem südbadischen Dreiländereck hatte den Franzosen Vestmalle des Cotis gesattelt. Zuerst sprang der Fuchs am Wassergraben zu kurz. Richterin Steffi Müller aus Neckarbischofsheim musste das entstprechende Handzeichen geben. Nach einem weiteren Abwurf zog Hansi Dreher den Hut.

Auch sein Landsmann Timo Beck beendete mit seiner Fuchsstute Mirabell van de Oudevelhoeve die Springbahn vorzeitig. Alessandra Reich, die am Bodensee wohnt und für Österreich startet, zog sich als eine der jüngsten Teilnehmerinnen achtbar aus der Affäre. Ebenso Busch-Multimeister Michael Jung, der mit dem Schimmel Duo Power ein neues sprunggewaltiges Pferd vorstellte.         Roland Kern

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