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Freitag, 05.05.2023 um 15:52

„Mannheim – ein Träumchen“

© honorarfreie Nutzung des Bildes

Sie feiern  bald schon „Goldene Hochzeit“, zumindest das 20-jährige Beisammensein: das Mannheimer Maimarkt-Turnier und die Para-Dressurreiter, die Sportreiter mit Behinderung. Und sie werden wohl zusammen alt. „Wir machen jetzt fast 60 Jahre Turnier“, freute sich am Freitag der Mannheimer Reiterpräsident Peter Hofmann, „20 Jahre davon tragen wir Para-Prüfungen aus, von mir aus kann das immer so weitergehen“. Das hörten die „Paras“ natürlich gern.

Der Maimarkt ist für sie ein besonderes Pflaster. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Weil das MVV-Reiterstadion zu einem Messe-Gelände gehört, ist es befestigt und sogar barrierefrei angelegt. Andere Reitturniere finden meistens auf der grünen Wiese statt. „Für uns ist Mannheim ein Träumchen“, formulierte es die 43-jährige Para-Reiterin Melanie Wienand, die im Sattel ihres Wallachs Lemonys Loverboy und im Team mit Martina Benzinger auf Nautika und Heidemarie Dresing auf Dooloop den Sieg in der Gesamtwertung anstrebt. Die frühere Berufsreiterin hat nach einem Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma ein neurologisches Handicap. „Pferde sind meine Therapeuten“, betont sie.

Zum Auftakt des Maimarkt-Turniers bekräftigten die „Paras“ und Peter Hofmann ihre Gemeinsamkeiten. Hofmann gehört als Vorstand des Mannheimer Reitervereins zu den Pionieren des therapeutischen Reitens. „Es war mir wichtig, dass sich die Menschen mit Behinderung auf dem Messeturnier einem großen Publikum zeigen können“, erklärte er. Hofmann, auch Präsidiumsmitglied des deutschen Reiterverbandes FN, sucht (und findet) stets Marketing-Botschaften für seinen Sport. Die „Paras“ seien solche Botschafter, betonte er, denn sie bauen ihren Sport auf „dieser einzigartigen Partnerschaft zwischen Mensch und Tier auf, die den Menschen in seiner langen Geschichte mit dem Pferd verbindet“. Das sind Sätze, die Wienand, aber auch die Para-Bundestrainerin Silke Fütterer-Sommer und FN-Para-Koordinator Nico Hörmann wie Musik in den Ohren klingen. „Nur Pferde können behinderten Menschen zu einer Art natürlichen Bewegung verhelfen, die sie alleine nie erlangen könnten“, beschrieb Hörmann sicher treffend (rok).

Am Samstag um 16 Uhr startet das Maimarkt-Championat über 1.45 Meter hohe Hindernisse. Das Springen ist bereits die erste Qualifikation für die „Badenia“ am Dienstag. Am Sonntag ab 13.15 Uhr ist der Nationenpreis der erste große sportliche Höhepunkt im Parcours (rok)

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