8er-Team Lehrgang mit Carina Harnisch: Fehler sind gut
Strahlende Gesichter und leuchtende Augen – ja, das können unsere vierbeinigen Partner bei uns im Alltag erzeugen. Wenn dann noch ein gelungener Turnierstart, gar eine 8,0 hinzukommt, wird das Strahlen meistens noch breiter. Für solch eine Begeisterung und einen glücklichen Dressurnachwuchs sorgte am 1. Mai auch die Dressurausbilderin Carina Harnisch. Sie gab auf ihrer heimischen Reitanlage in der Nähe von Neuenstein eine der insgesamt sieben 8er-Team Gewinnerlehrgänge. Im Rahmen des letztjährigen 8er-Team Finales in Friedrichshafen hatte das Reiterjournal mit tatkräftiger Unterstützung der Persönlichen Mitglieder der FN wieder Lehrgangsplätze für die beliebten 8er-Team Gewinnerlehrgänge verlost. Ein toller Gewinn, gar eine richtige Chance für den Nachwuchs, weshalb Lea Offenhäußer, Angelina Jung, Lena Metzdorf, Serafina Schäfer, Gina Boschatzke und Mona Honold natürlich auch sehr aufgeregt waren. Diese nahm ihnen jedoch die sympathische Carina Harnisch sofort, sorgte für die gewisse Lockerheit und machte sich über eine kleine Vorstellung ein Bild über die einzelnen Paare. Danach ging es mit dem Training los. Erst einmal stand die Überprüfung der Basis an. „Es muss ein guter Sitz gegeben sein“, beschreibt Carina Harnisch und fügt hinzu „erst einmal muss die Basis stimmen, dann kann mit Lektionen begonnen werden". Im Zentrum dessen standen Übergänge, Übergänge innerhalb des Galopps sowie zwischen den Grundgangarten Trab und Galopp. Ein Tipp, der für viele als ein Geheimtipp gilt, jedoch eine völlige Selbstverständlichkeit sein sollte. Zusätzlich überprüfte Carina Harnisch auch immer wieder das theoretische Wissen, fragte beispielsweise nach der Hilfengebung beim Angaloppieren aus dem Schritt. Denn nur aus einem theoretisch fundierten Wissen kann schlussendlich auch gutes Reiten entstehen.
Lea Offenhäußer und ihre hübsche achtjährige Stute Wunderkind bildeten den Auftakt des Lehrgangs. Sie möchten in diesem Jahr in A-Dressuren starten. Auch im heimischen Training bei Eva Blum üben sie fleißig am noch besseren Zusammenspiel der treibenden Hilfen, Gewichts- und Zügelhilfen, damit sich ihre Stute noch besser aufrichtet. Eine elementare Aufgabe, die die Voraussetzung für alles bildet. Die gleiche Ausgangssituation zeigte sich bei Mona Honold und ihrem sympathischen Württemberger Lovis, welche von Yvonne Lommel und Nicola Haug trainiert werden. Angelina Jung musste aus verletzungsbedingten Gründen ihres eigenen Pferdes auf das Pferd ihrer Mutter zurückgreifen. Dieser zeigte sich sichtlich aufgeregt und in der Oberlinie angespannt, weshalb an der notwendigen Losgelassenheit gefeilt wurde. Serafina Schäfer, Schülerin von Jörg Beerhenke, übte an den L-Lektionen sowie der noch besseren Annahme der treibenden Hilfen ihres Wallachs Freeman und der damit verbundenen verbesserten Aktivität der Hinterhand. Letzterer war auch der Kern der Trainingseinheit von Lena Metzdorf und ihrem zehnjährigen Edelbluthaflinger Nanuk, einem wahrlich vielseitigen Paar. Sie treten auf dem Turnier in Dressur, Springen und auch in der Vielseitigkeit an. Für einen ordentlichen Farbklecks sorgte Gina Boschatzke im Sattel ihres Knabstruppers Haakon af lille hav, die an den L-Lektionen feilten sowie der noch besseren Annahme der treibenden Hilfen.
„Der Unterricht hat mir sehr gut gefallen. Carina hat gleich unsere Problematik erkannt und tolle Tipps parat gehabt“, resümierte Serafina Schäfer, in dessen Art sich alle Teilnehmer nach ihrer Trainingseinheit äußerten. Am Ende stand bei allen Teilnehmern pure Begeisterung. Und trotz der großen Vielfalt der Teilnehmer zogen sich die folgenden Kernaspekte durch jede Trainingseinheit: die Basis muss stimmen, weniger ist mehr und Fehler sind gut. „Vorallem die Nachwuchsreiter wollen es meistens besonders Recht machen und betreiben dementsprechend mit ihrem gesamten Körper extrem viel Aufwand . Doch das ist überhaupt nicht notwendig. Vielmehr ist weniger oftmals wirklich mehr“, erläutert Carina Harnisch. Auch zeigte sie immer wieder auf, dass die Reiter ihre Pferde ruhig auch mal Fehler machen lassen sollen. Denn nur aus Fehlern verstehe ein Pferd, was am Ende wirklich richtig sei. Und bezüglich der Basisarbeit der Lehrgangsteilnehmer fand Carina Harnisch, genauso wie Renate Gohr-Bimmel, vorangegangene Lehrgangsgeberin, ein äußerst erfreuliches Fazit: „Es waren wirklich gute Reiterinnen, was für ein gutes Heimtraining mit guten Heimtrainern spricht“. Ein gutes Zeichen für die Basis- und Nachwuchsarbeit im Ländle!
Hier kommen Sie zu den Bildern des 8er-Team Lehrgangs mit Carina Harnisch. (msb)
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