Eine Acht für die Trainerin
Gutes Dressurreiten hört sich so einfach an – wenn man es kann. Das Herantreiben ans Gebiss. Der treibende innere Schenkel an den äußeren Zügel. Eine weiche innere Hand, die das Genick des Pferdes durch Annehmen und Nachgeben „lockert“, für leichte Stellung sorgt, damit der Reiter von oben „das Auge des Pferdes schimmern sieht“. Übergänge, Halbe Paraden.
So sorgfältig werden Dressurpferde am Ausbildungsstall von Renate Gohr-Bimmel und Jürgen Bimmel auf dem Wellerhof in Aspach ausgebildet und trainiert. So elementar, so basisorientiert.
„Ich habe das alles schon mal gehört, mein Reitlehrer sagt das auch, aber es nochmal aus einer neuen Sicht zu hören, hat mir gut getan, ich habe nochmal viel gelent.“ In dieser Art äußerten sich jetzt alle sieben Reiterinnen, die als Mitglied des Reiterjournal-Achter-Teams am Wochenende einen Lehrgang bei der erfahrenen Pferdewirtschaftsmeistern und Ausbilderin mitreiten durften. Das war ihr Preis, zugelost beim Achter-Team-Jahrestreffen im Oktober in Friedrichhafen bei der „Pferd Bodensee“.
Lale Knoll vom Schönaicher Wolfhof, Jeannine Koppmann aus Ravensburg, Angela Kath aus Reutlingen, Bettina Reiff aus Reutlingn, Sophie Kunze aus Heidelberg, Ines Michelberger und Noelle Reisch aus Oberschwaben kamen in den Genuss dieser von Sorgfalt und Pferdegefühl geprägten Basisarbeit – und alle Pferde waren nach einer halben Stunde Training verbessert. Einige hatten eine weite Anreise in den Stuttgarter Raum auf sich genommen. Am Ende waren sie sich einig: jeder Kilometer hatte sich gelohnt. Einige Pferde mussten sich erst an die Atmosphäre der Wellerhof-Halle gewöhnen, die nur zu einem Teil mit Dach über dem Platz steht. Eine große Diagonale, und man ist auf einmal an der frischen Luft. Das kennt man als Pferd so nicht…..
Renate Gohr-Bimmel hatte es sich nicht nehmen lassen, die Paare im Einzelunterricht nicht aus den Augen zu lassen. Zeit spielte keine Rolle. „Ich finde, nur so kann man sich auf Pferd und Reiter konzentrieren“, erklärte sie und lieferte den Beweis. „Aber alle Reiter sind auf dem richtigen Weg, man merkt, dass sie zuhause alle einen Trainer oder eine Trainerin haben“, bescheinigte sie. Logisch: Ohne richtiges Reiten käme man wohl auch kaum auf eine 8,0 uns damit ins Achter-Team des Reiterjournals. „Mit solchen Reitern und Pferden macht es richtig Spaß“, gab Renate Gohr-Bimmel auch Lob zurück. Im Urteil ihrer Lehrgangs-Schülerinnen bekam sie an diesem Nachmittag mindestens auch eine Acht (vielleicht wird sie ja mal Ehrenmitglied im Achter-Team, auf Lebenszeit).
Da einige Pferde gerade auf dem Sprung zur neuen Klasse sind, feilte sie auch an Lektionen, wie dem Fliegenden Wechsel. Aber auch hier wurde klar: wenn es schwierig wird, liegt es meistens an fehlenden Grundlagen in der Ausbildung. Die Lektion ist nur der Indikator des Problems, nicht die Ursache. Fazit des Tages: Richtig Reiten reicht zwar, wie man von Paul Stecken weiß. Man muss es aber auch können. Und tun. Roland Kern/Fotos: Jessica Konrad
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